
Das Vogelhaus im Paradies

ASA WRIGHT NATURE CENTRE UND LODGE
Arima, Trinidad und Tobago, Kleine Antillen
Sitzt man auf der abgeschirmten Veranda dieser ehemaligen Plantage, fühlt man sich wie in einem riesigen Vogelhaus. Man befindet sich mitten unter Tukanen, Cayennekuckucks, Schmuckelfen und 10 Arten von Kolibris – und das noch vor dem Frühstück. In diesem bei Vogelliebhabern bekannten Natur- und Wildpark sind die Besucher im 7. Himmel. Er befindet sich im Northern Range, den grünen, von Regenwald bedeckten Küstenbergen, die vermutlich die nördlichste Spitze der Anden bilden.
Trinidad und ihre Schwesterinsel Tobago sind Heimat einer reichen südamerikanischen Flora und Fauna, wie es sie sonst nirgends gibt. Dank ihrer Nähe zu Venezuela findet man hier fast 460 Vogelarten. Hunderte davon kann man allein hier im Arima Valley sehen – von unzähligen Arten Säugetieren, Reptilien, Schmetterlingen und Blumen ganz zu schweigen. Hier glaubt man wirklich, im Garten Eden zu sein.
Das Schutzgebiet ist nach Asa Wright benannt, die 1946 mit ihrem Mann von England nach Trinidad zog und eine damalige Kaffee- und Kakaoplantage kaufte. 1976 half sie bei der Entwicklung des Schutzgebiets. Für Tagesgäste gibt es geführte Touren und die Möglichkeit zum Mittagessen, aber nur, wer in den einfachen Zimmern des großen, luftigen Plantagenhauses oder in Hütten auf dem Grundstück übernachtet, kommt in den Genuss aller Aktivitäten zur Morgen- und Abenddämmerung. Guides führen die Gäste durch ein Labyrinth aus Regenwaldwegen, immer auf der Suche nach der meistersehnten Entdeckung – dem seltenen Fettschwalm. Dieser große nachtaktive Vogel ernährt sich von der öligen Frucht verschiedener Palmen (daher sein Name), und hier befindet sich eine recht große Nistkolonie in einer höhlenartigen Grotte.

Der Kappennaschvogel liebt die tropischen Wälder Trinidads.
Trinidad wird seinem Ruf als ornithologisches Wunderland auch durch das Spektakel bei Sonnenuntergang gerecht, wenn Tausende Scharlachsichler zu ihrem Schlafplatz nahe dem Caroni Swamp zurückkehren, einem Sumpf- und Mangrovenreservat. Das rote Gefieder dieser Vögel war lange so begehrt für Hüte, dass sie fast ausgerottet wurden, aber der Bestand hat sich erholt. Die Boote schwimmen durch den Sumpf, der auch Heimat für Fischreiher und 150 andere Vogelarten ist.
An der Nordküste und den Stränden Matura und Grand Rivière finden Naturliebhaber den besten Platz, um Lederschildkröten bei der Ablage ihrer kostbaren Eier zu beobachten.
WO: 39 km östl. von Port of Spain. Tel. +1/868-667-4655; www.asawright.org. Preise: Zimmer ab € 222 (Nebensaison), ab € 319 (Hochsaison), all-inclusive. WIE: Mit dem amerikanischen Unternehmen Caligo Ventures Tel. +1/305-292-0708; www.caligo.com. REISEZEIT: Jan.–Mai: Trockenzeit; März–Sept.: Scharlachsichler im Caroni Swamp und Nisten der Lederschildkröten.