Kanazawa war einst eine stolze Burgstadt am Japanischen Meer mit Blick auf die Japanischen Alpen. Die mächtige Maeda-Familie herrschte über das ertragsreichste Reisanbaugebiet des Landes. Sie ist eine der wenigen Städte, die die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs unbeschadet überstanden haben, und ihr historischer Kern ist eine wahres Juwel alter japanischer Kultur und Architektur.
Wenn Sie Kanazawa besuchen, wird dies vor allem wegen Kenroku-en geschehen. Der größte japanische Garten bietet auf 10 ha Bäume, Teiche, Fußwege, Wasserfälle und Blumen sowie ein Teehaus und eine Villa aus dem 19. Jh. Die Gärten wurden 1676 vom Fürsten der nahen Burg Kanazawa in Auftrag gegeben (die durch ein Feuer zerstörte Burg wurde später wiederaufgebaut). Holen Sie sich im 100 Jahre alten Miyoshian eine Lunchbox (bento) oder bleiben Sie auf eine Tasse Tee und Süßigkeiten.
Das 21st Century Museum of Contemporary Art bringt Sie zurück in die Gegenwart. Es wurde vom Tokioter Architekturbüro SANAA entworfen, das auch für das New Museum of Contemporary Art in New York verantwortlich zeichnete. Das niedrige, kreisrunde Gebäude mit Glaswänden präsentiert Kunstwerke wie James Turrells Blue Planet Sky und Leandro Erlichs Swimming Pool.
In den eleganten Teehäusern des Stadtteils Higashi Chaya werden Geishas in den darstellenden Künsten unterrichtet; das Touristenbüro wird Ihnen sagen, wann eine Aufführung stattfindet. Im früheren Samuraiviertel Nagamachi plätschern kleine Kanäle neben dem Kopfsteinpflaster, vorbei an alten Häusern mit Lehmwänden und Ziegeldächern.
Kanazawa bedeutet „Goldbach“ – hier werden etwa 90 % des japanischen Blattgolds hergestellt (das auch Kyotos Goldenen Pavillon bedeckt, siehe → hier) – es wird auf Kunstgegenständen verwendet und in kleinen Flocken zum Tee gegeben (was gegen Rheuma helfen soll). Das Yasue-Blattgold-Museum zeigt herausragende Beispiele buddhistischer Altäre, Keramiken und Wandschirme. Zu den Spezialitäten hiesiger Handwerkskunst gehören handgefärbte Seidenstoffe, Porzellanwaren und Lackarbeiten: Sie sind im Kunstgewerbemuseum zu betrachten und natürlich in den Souvenirshops.

Der Garten Kenroku-en ist der Öffentlichkeit seit 1871 zugänglich.
Gutes Essen gehört zu einem Besuch Kanazawas dazu. Die wichtigste Zutat, kaga ryori, ist frischer Fisch, den Sie in kleinen Sushi-Bars im und um den lebhaften Fischmarkt Omicho Ichiba genießen können – eine kleine Version dessen, was Sie in Tokio erwartet.
WO: 431 km nördl. von Kyoto. INFO: www.kanazawa-tourism.com. UNTERKUNFT: Das Hotel Nikko Kanazawa ist in einem Wolkenkratzer untergebracht, strahlt aber trotzdem Gemütlichkeit aus. Tel. +81/76-234-1111; www.jalhotels.com. Preise: ab € 110. REISEZEIT: Apr.: Kirschblüte; Aug.–Sept.: bestes Wetter.

