Als die Spanier 1533 auf der Suche nach dem legendären Königreich El Dorado an der Küste Kolumbiens anlegten, gründeten sie Cartagena, das auf der Basis von Sklavenhandel, Gold und Zuckeranbau bald zu großem Reichtum gelangte. Heute ist die Stadt ein wunderbar restauriertes Juwel der Kolonialzeit, vor allem in der authentischen Ciudad Vieja (Altstadt). Cartagena trug maßgeblich dazu bei, Kolumbien wieder zum beliebten Reiseziel von Touristen aus aller Welt zu machen. Hinter den mächtigen, murallas genannten Stadtmauern verbergen sich blühende Patios und schmale Gässchen, in den farbenfrohen alten Villen sind heute Hotels. Auch an guten Restaurants, Cafés, palmengesäumten Plätzen und pittoresken alten Kirchen ist kein Mangel. Die Mauern sollten, wie die außerhalb gelegenen Festungen San Sebastián de Pastelillo und San Felipe de Barajas, die reichste Stadt Kolumbiens vor Plünderern schützen. Besonders gefürchtet zu jener Zeit war der legendäre Sir Francis Drake.
Cartagena ist ein einziger Farbenrausch; die Häuser leuchten in Rot, Blau und Orange und sind oft von Blumen umrankt. Die Stadt hallt wider von afrokaribischen Rhythmen wie cumbia, vallenato oder champeta; manchmal wähnt man sich in der Altstadt Havannas (siehe → hier). Über die Plaza Santo Domingo mit ihrer üppigen, erotischen Botero-Skulptur schlendern die palenqueras – Frauen, die mit Früchten gefüllte Schalen auf dem Kopf balancieren. Auf der dreieckigen Plaza de los Coches locken in den hübschen alten Häusern Geschäfte, Restaurants und Bars.
Cartagenas bestes Hotel ist das luxuriös sanierte Convento de Santa Clara aus dem frühen 17. Jh. Gäste können sich im riesigen Pool erfrischen; das Abendessen wird im ehemaligen Refektorium des Nonnenklosters serviert, das mitten in einem blühenden Garten liegt.
In der Stadt gibt es heute mehr als ein Dutzend Luxushotels, darunter auch das intime Hotel Agua in einem Kolonialbau aus dem 17. Jh. mit nur 6 individuell gestalteten Räumen. Vom Pool auf der Dachterrasse aus hat man einen schönen Blick über die Stadt und das Meer.
Der schönste Ort, die Blaue Stunde zu genießen, ist das Café del Mar auf der Stadtmauer. Im Restaurant La Vitrola können Sie sich in nostalgischer Atmosphäre mit exzellenter kubanisch-karibischer Küche verwöhnen lassen. Die träge sich drehenden Deckenventilatoren, die tadellos gekleideten Kellner und das kubanische Jazzquartett schicken Sie auf eine Zeitreise in eine vergangene Ära.
Wenn Ihnen der Sinn nach Romantik steht, dinieren Sie im Club de Pesca unter freiem Himmel, mit Blick auf den Jachthafen und das Arbeiterviertel Getsemaní. Serviert werden moderne, von der karibischen Küche beeinflusste Gerichte. Das altehrwürdige Hotel Monterrey bietet schlichte, aber großzügige Zimmer zu moderaten Preisen. Von der Terrasse im 5. Stock aus, wo es sich mit einem Drink wunderbar entspannen lässt, hat man den wahrscheinlich besten Ausblick der ganzen Stadt.
HOTEL SANTA CLARA: Tel. +57/5-650-4700; www.hotelsantaclara.com. Preise: € 260 (Nebensaison), € 366 (Hochsaison). HOTEL AGUA: Tel. +57/5-664-9479; www.hotelagua.com.co. Preise: € 252 (Nebensaison), € 289 (Hochsaison). CAFÉ DEL MAR: Tel. +57/5-664-6513; Preise: Dinner € 33. LA VITROLA: Tel. +57/5-660-0711; Preise: Dinner € 45. CLUB DE PESCA: Tel. +57/5-660-4594; www.clubdepesca.com. Preise: Dinner € 37. HOTEL MONTERREY: Tel. +57/5-650-3030; www.hotelmonterrey.com.co. Preise: € 115. REISEZEIT: Dez.–Apr.: Trockenzeit; Anf. Jan.: Cartagena International Music Festival; 20. Jan.: Fiesta de la Candelaria; Mitte März: Karibisches Musikfest, Internationales Kinofestival; Ende März–Anf Apr.: Ibero-amerikanisches Theaterfestival.

Die berühmten palenqueras balancieren mit Obst gefüllte Schalen auf dem Kopf.

