
Der Lieblingsort von Errol Flynn und die Geburtsstätte von Jerk

PORT ANTONIO
Jamaika, Große Antillen
Dieser ruhige, historische ehemalige Bananenhafen, von der amerikanischen Dichterin Ella Wheeler Wilcox „der schönste Hafen auf Erden“ und von den Einheimischen „Porty“ genannt, ist der beste Ort, um ein Gefühl für das alte Jamaika zu bekommen. Mit seinen Zwillingshäfen, wundervollen weißen Sandstränden und grünen Hängen bezauberte Port Antonio in den 1940ern schon Errol Flynn und seine Kumpane. Sein bedeutendster Beitrag zur modernen Kultur dürfte allerdings die Erfindung des jerk, des stark marinierten Fleischs, sein. Die Maroons, in die Blue Mountains entflohene Sklaven, waren im 17. Jh. angeblich die Ersten, die es zubereiteten, indem sie gewürztes Wildschwein räucherten.
Rustikale Stände begannen nahe Boston Bay Beach in den 1930ern damit, es zu servieren, und obwohl der Strand selbst kein Highlight ist – das jerk ist eins. Mehrere Stände, jeder mit eigenem Rezept, verkaufen feuriges Schweinefleisch, Huhn, frischen Fisch oder Hummer und die weniger übliche Wurstvariante. Unverzichtbare Zutaten sind Piment, Thymian und die superscharfe Scotch-Bonnet-Chili. Das Fleisch wird langsam in längs durchgeschnittenen Steel Drums über einem Holzfeuer gekocht. Lassen Sie es sich bei Reggae mit gebackenen Süßkartoffeln, frittiertem Maisbrot und dem dazugehörigen Red-Stripe-Bier schmecken.
Woody’s Low Bridge Place in Port Antonio ist berühmt für seine Burger – darunter tolle Veggie-Burger – und den charmanten Service durch Woody Cousins und seine Frau Cherry. Auf Vorbestellung bereiten sie auch jerk-Huhn und Curryziegenfleisch zu. Ein Highlight ist die Übernachtung im nahen Hotel Mocking Bird Hill mit 10 Zimmern auf tropisch-hügligen 2,5 ha, auf denen Vogelbeobachter sich an mehr als 40 einheimischen Arten erfreuen können. Weit ab vom Trubel des Massentourismus ist das Restaurant Mille Fleurs bekannt für täglich wechselnde Menüs mit so innovativen Gerichten wie Huhn in Pflaumensoße oder Orangenpudding aus heimischen Bio-Zutaten. Die Besitzer packen selbst an und ermuntern Sie, die Gegend zu erkunden: Die nahen Sandstrände von Frenchman’s Cove, die von einer Quelle gespeiste, 55 m tiefe indigoblaue Blue Lagoon oder der Rio Grande sind nur einige lohnenswerte Ziele. Ein besonderes Abenteuer ist Bambus-Rafting auf dem Fluss, ganz so, wie damals die Bananen transportiert wurden.
WO: 97 km nordöstl. von Kingston. WOODY’S LOW BRIDGE: Tel. +1/876-436-5624. Preise: Dinner € 13. HOTEL MOCKING BIRD HILL: Tel. +1/876-993-7267; www.hotelmockingbirdhill.com. Preise: ab € 130; Dinner € 37. REISEZEIT: Nov.–Apr.: bestes Wetter; Juli: Jerk Festival.