Der in der nördlichen Mojave-Wüste gelegene Death-Valley-Nationalpark ist der tiefste, trockenste und heißeste Flecken Nordamerikas. Die Sommer sind mit über 50° C glühend heiß – Rekordhalter ist der Juli 1913 mit 56° C. Trotz der brutalen Hitze gibt es hier auch betörende Schönheit, vom kargen, dürren Deadman Pass und dem Dry Bone Canyon zum spektakulären, 3366 m hohen Telescope Peak. 51 Säugetier-, 307 Vogel- und 1000 Pflanzenarten sind in dieser trockenen Region heimisch, wo es im Jahr gerade mal 5 cm Niederschlag gibt.
Genau genommen ist Death Valley kein Tal, sondern eine verkrustete Salzpfanne, die zwischen 2 sich langsam erhebenden Bergrücken abgesunken ist. Im Park (220 km Durchmesser) sind die beliebtesten Sehenswürdigkeiten Artist’s Palette, die von Mineralablagerungen orange, rosa, violett und grün gefärbten Berge, und Zabriskie Point mit seinem Blick auf saharaähnliche Sanddünen. Vom 1669 m hohen Dante’s View sieht man rundum 160 km weit und erblickt den höchsten und den tiefsten Punkt der USA (außer Alaska): Mount Whitney mit 4421 m über und Badwater mit 85,5 m unter dem Meeresspiegel. Das außergewöhnlichste Ereignis spielt sich im flachen, ausgedörrten Seebett der Racetrack Playa ab, wo sich über 300 kg schwere Felsbrocken nachts fortbewegen – ohne dass es dafür Zeugen oder eine Erklärung gäbe.
Klimatisierte Autos und luxuriöse Hotels ermöglichen uns heute einen angenehmeren Aufenthalt als den Pionieren des 19. Jh., die der Gegend 1849 ihren Namen gaben. Die beste Unterkunft im Park ist das 1927 aus Stein und Lehmziegeln im Missionsstil gebaute Furnace Creek Inn, eine Oase mit heißen Quellen und Palmen, einem einladenden, von einer Quelle gespeisten Pool, Restaurant mit Panoramablick und 18-Loch-Golfplatz (dem tiefsten der Welt). Reisen Sie weiter nach Süden in den Joshua-Tree-Nationalpark: 320.000 ha Hochwüste und eines der beliebtesten Kletterziele der USA mit über 8000 Routen. Der Park wird dominiert von nackten Felsen, Kakteen und den eindrucksvollen, einsam über das Gelände verteilten Joshua Trees, Palmlilienbäumen, die dem Park seinen Namen geben (und einem U2-Album). Im nahen Desert Hot Springs hat Al Capone seine Nerven im Two Bunch Palms beruhigt. Auch Sie können dort in das reine Mineralwasser eintauchen, das mit 65° C aus der Erde austritt und gekühlt wird, bevor es 2 Steinbecken in einer von Bäumen umstandenen Grotte speist. Das Two Bunch kam auch im Film The Player vor.
WO: 190 km nordwestl. von Las Vegas. Tel. +1/760-786-3200; www.nps.gov/deva. FURNACE CREEK: Tel. +1/760-786-2345; www.furnacecreekresort.com. Preise: ab € 233; Greenfee € 22 (Nebensaison), € 40 (Hochsaison). Wann: Mitte Okt.–Mitte Mai. JOSHUA-TREE-NATIONALPARK: Tel. +1/760-367-5500; www.nps.gov/jotr. TWO BUNCH PALMS: Tel. +1/760-329-8791; www.twobunchpalms.com. Preise: ab € 120 (Nebensaison), ab € 170 (Hochsaison). REISEZEIT: Okt.–Mai: gutes Wetter; Mitte Feb.–Mitte Apr.: Wildblumen; eindrucksvolle Stimmung bei Tagesanbruch und Spätnachmittag.

