Nur wenige Städte der Welt liegen so nah beieinander und unterscheiden sich dabei in Charakter und Erscheinungsbild so stark wie Valparaíso und Viña del Mar. Besucher der zentralchilenischen Küste können in nur wenigen Minuten vom wunderbar schrulligen, viktorianisch geprägten Ambiente Valparaísos an die schicken Strände von Viña del Mar wechseln.
Im 19. Jh. war die chilenische Hafenstadt Valparaíso am Pazifik (oder Valpo, wie es die Einheimischen nennen) eines der reichsten Gemeinwesen auf dem amerikanischen Kontinent. Die wohlhabenden neuen Einwohner bauten für sich Villen im neoklassizistischen und viktorianischen Stil, die den Ozean überblickten. Die Eröffnung des Panamakanals im Jahr 1914, der nun den günstigeren Schifffahrtsweg bot, läutete das Ende der Blütezeit ein; trotzdem blieb Valparaíso eines der beliebtesten Reiseziele Chiles. Die Stadt liegt auf einer Hügelkette aus 45 Hügeln (cerros) über einer großen Bucht. Besucher können durch die Sträßchen bummeln, die entlang den steilen Hängen verlaufen, und die vielen kleinen Geschäfte, Restaurants und Hotels genießen, die man in den bunten alten Wohnhäusern einrichtete. Obligatorisch ist ein Besuch des La Sebastiana, seit 1961 eines der 3 Domizile von Chiles Nationaldichter Pablo Neruda.
Erkunden Sie Valparaíso auf den Spuren Nerudas und besuchen Sie die nostalgischen Friedhöfe mit ihren barocken Grabmälern oder machen Sie eine Fahrt mit einem der ascensores, die etwas klapprigen Zahnradbahnen, die den unteren Teil der Stadt mit den weiter oben liegenden Gegenden verbinden.
Im Stadtviertel Cerro Alegre, wo englische und deutsche Einwanderer sich niederließen, finden Sie in einem wunderschön restaurierten Wohnhaus aus den 1920ern das Hotel Casa Higueras. Die 20 Zimmer haben eigene Terrassen und locken mit herrlichem Panoramablick über die Bucht von Valparaíso. Das lebhafte Pasta e Vino trug maßgeblich zur Wiederbelebung der Restaurantszene der Stadt bei, auch das Café Turri ist eine hervorragende Adresse; auf der Terrasse können Sie frischen Fisch und Meeresfrüchte sowie tolle Ausblicke genießen.
Das Gegenstück zu Valparaíso ist das benachbarte Viña del Mar, das im Jahr 1874 von reichen santiaguinos und porteños gegründet wurde (Einwohner von Santiago und Valparaíso), die sich ein Refugium am Meer schaffen wollten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Ort zu Chiles größtem und beliebtestem Urlaubsort am Meer, der heute Touristen aus dem In- und Ausland anzieht. Es gibt breite Sandstrände, luxuriöse Appartementhäuser und Privatvillen. Das Casino Municipal aus den 1930ern atmet bis heute den Charme der alten Zeiten, als man sich für Roulette und Blackjack noch in Schale warf. An die glanzvollen vergangenen Tage erinnert auch das Museo Palacio Rioja, ein opulent ausgestattetes Herrenhaus der Belle Époque, in dem heute klassische Musik, Theater und Kinovorführungen stattfinden. Zu den nobelsten Unterkünften zählt das griechischrömisch angehauchte Hotel del Mar, das dem Kasino angegliedert ist. Das hoteleigene Restaurant Savinya erfreut sich einer treuen Stammkundschaft, die hierherkommt, um internationale Küche mit mediterranem Einschlag zu genießen.

Einheimische nennen das freigeistige Valparaíso auch die „Perle des Pazifik“
Legen Sie auf dem Rückweg nach Santiago einen Zwischenstopp in der Weinregion Casablanca ein. Das Viña Indomita bietet neben Bodega und Restaurant auch geführte Touren an, auf denen man mit fabelhaften Aussichten belohnt wird.
WO: Valparaíso liegt 98 km nordwestl. von Santiago. CASA HIGUERAS: Tel. +56/32-249-7900; www.hotelcasahigueras.cl. Preise: ab € 180. PASTA E VINO: Tel. +56/32-249-6187; www.pastaevinoristorante.cl. Preise: Lunch € 20. CAFÉ TURRI: Tel. +56/32-225-2091; www.turri.cl. Preise: Dinner € 22. HOTEL DEL MAR: Tel. +56/32-250-0800; www.enjoy.cl. Preise: ab € 159 (Nebensaison), ab € 211 (Hochsaison). VIÑA INDOMITA: Tel. +56/32-275-4400; www.indomita.cl. REISEZEIT: Nov.–März: bestes Wetter; Silvesterabend: Feuerwerk und Feste in Valparaíso; Mitte Feb.: Festival Internacional de la Canción in Viña del Mar.

