Als eine der wichtigsten Stationen auf der Seidenstraße entwickelte sich Buxoro im 10. Jh. zu einer der heiligsten Städte des Islam. Wegen Dschingis Khan verlor sie an Bedeutung, erholte sich aber im 16. Jh. und wurde schließlich – gemeinsam mit Kokand und Xiva (siehe → hier) – eines der mächtigsten Khanate Zentralasiens.
Das heiligste von ihnen, Buxoro, war auch das grausamste. Eine Reihe herrschender Emire (1785–1920) terrorisierte die Nachbarstaaten und ihre eigenen Untergeben mit ihrer Habgier. Feinde Buxoros wurden vom Turm des Kalon-Minaretts (45 m) hinuntergeworfen, der 1127 erbaut wurde und bis heute steht – eines der wenigen Gebäude, das Dschingis Khan nicht zum Opfer fiel. Hunderte Moscheen, Medressen (islamische Schulen und Hochschulen), Karawansereien und überdachte Basare wurden errichtet. Viele der Schulgebäude sind architektonische Meisterwerke; das heiligste und beeindruckendste ist die Mir-i-Arab-Medrese gegenüber dem Kalon-Minarett. Ihre leuchtend blauen Kuppeln setzen sich deutlich vom schlichten Braun der Ziegelsteine ab, die das Aussehen der Stadt dominieren.
Verglichen mit Samarkand (unten) ist Buxoros Architektur dezenter. Beachtlicherweise sieht die Altstadt aus wie vor 500 Jahren und bietet damit einen seltenen Einblick in das Usbekistan vor der russischen Besetzung. Während Sie durch die schmalen Gässchen spazieren, werden Sie Moscheen und Wohngebäude des 19. Jh. und selbst alte Synagogen entdecken. Außerhalb der von der UNESCO als Weltkulturerbe deklarierten Altstadt finden Sie weitere Juwelen wie das 1000 Jahre alte Samaniden-Mausoleum und den prachtvollen Sommerpalast des letzten Emirs.

Der Eingang der Mir-i-Arab, die im 16. Jh. gegründet wurde, wird von 2 blauen Kuppelbauten flankiert. Sie ist bis heute eine Medrese.
Die B&Bs in Buxoro sind gut und bezahlbar. Viele von ihnen sind in Herrenhäusern des 19. Jh. untergebracht, die die Merkmale des „Buxoro-Stils“ aufweisen: mit Schnitzarbeiten verzierte Alabasterwände, Vorhallen mit Holzsäulen und Innenhöfe, in denen Granatapfel- und andere Obstbäume stehen. Das Amulet Hotel ist eine wiederhergerichtete Medrese, in der die Studentenunterkünfte in einladende Zimmer mit den Annehmlichkeiten des 21. Jh. verwandelt wurden.
WO: 269 km westl. von Samarkand. AMULET HOTEL: Tel. +998/65-224-5342; www.amulet-hotel.com. Preise: € 45. REISEZEIT: März–Apr. und Sept.–Nov.: bestes Wetter; Anf. Mai: Seide-&-Gewürz-Festival mit einheimischer Musik und Kunst.

