Das üppige Brandywine Valley, eine Gegend mit gepflegten Gärten, historischen Landsitzen und faszinierenden Museen, erstreckt sich entlang der Grenze von Pennsylvania zu Delaware. Kein anderer US-Staat ist so eng mit dem Namen einer einzigen Familie verknüpft wie Delaware mit den du Ponts: Ihre Landsitze brachten dem Tal den Spitznamen „Tal der Schlösser“ ein, und wenn man die Gegend besichtigt, sollte man nicht versäumen, einen Blick auf ihre prachtvollen Bauten zu werfen.
Die Geschichte der du Ponts beginnt im Hagley Museum. Hier, vor den Toren Wilmingtons, errichtete der französische Auswanderer Eleuthère Irénée du Pont Anfang des 19. Jh. ein Haus am Fluss und seine erste Schießpulverfabrik, die mit der Zeit zu einem 95-ha-Komplex anwuchs. 1910 erbaute sein Urenkel Alfred Irénée du Pont auf der anderen Seite des Flusses den Landsitz Nemours im Louis-seize-Stil und füllte ihn mit importierten Möbeln, seltenen Teppichen, Wandteppichen und Kunstwerken in Museumsqualität. Sein französischer Garten ist der größte seiner Art in Nordamerika.
Henry Francis du Pont, ein weiterer Urenkel von E. I., zeichnet für Winterthur verantwortlich, den Familiensitz, der wohl am meisten Besucher anzieht. Ende der 1920er-Jahre ließ er ein ursprünglich recht bescheidenes 12-Zimmer-Haus in ein 8-stöckiges schlossartiges Anwesen ausbauen. Heute gilt es mit seinen etwa 85.000 Objekten in 175 historischen Räumen als eines der weltbesten Museen für Americana des 17. bis 19. Jh. und dekorative Kunst. Seiner Gartenleidenschaft ist es zu verdanken, dass man heute – per Gartenbahn – einen 24 ha großen, herrlichen Garten besuchen kann (ein Bruchteil der ursprünglichen Größe), zu dem auch ein märchenhafter Zauberwald gehört. Das an Blumen reiche, penibel restaurierte Montchanin Village, einst Teil des Winterthur-Anwesens, wo die Arbeiter der Du-Pont-Pulvermühle wohnten, ist heute ein luxuriöses Hotel mit Spa. Aus den Wohnungen entstanden 28 Suiten, manche davon mit offenem Kamin und einige mit Innenhof. Die alte Schmiede beherbergt heute das originelle Restaurant Krazy Kat’s, dessen neue französische Küche mit Großstadtraffinesse aufwartet. Wer sich mehr Prunk wünscht, ist im Hotel du Pont im nahen Wilmington gut aufgehoben. Es wurde 1903 nach dem Vorbild eines Renaissancepalasts für Geschäftsfreunde der Familie errichtet.

Die Treppe des Hauses Montmorenci in Winterthur windet sich elegant 2 Etagen in die Höhe.
Nach einer 20-minütigen Fahrt nach Pennsylvania kommt man nach Longwood mit seinem 425 ha großen von Pierre gestalteten Garten mit vielen Springbrunnen. Jede Jahreszeit (besonders Weihnachten) wird mit Ausstellungen im Freien und im Inneren zelebriert.
Etwas weiter östlich liegt das Brandywine River Museum, ein etwas anderes Familienvermächtnis. Eine Getreidemühle aus dem Bürgerkrieg beherbergt Kunst der Wyeths aus 3 Generationen. Das Nachbarhaus mit Atelier von N. C. Wyeth, The Homestead, zeigt das Gemälde, an dem er zum Zeitpunkt seines Todes arbeitete.
Alle Sehenswürdigkeiten sind durch den 40 km langen Brandywine Valley Scenic Byway verbunden, der in Wilmington beginnt und außer an den Du-Pont-Anwesen auch am Schlachtfeld von Brandywine vorbeiführt, wo am 11. September 1777 die größte Schlacht des Unabhängigkeitskrieges geschlagen wurde.
WO: Wilmington liegt 42 km südwestl. von Philadelphia. INFO: www.visitwilmingtonde.com; www.thebrandywine.com. HAGLEY MUSEUM: Tel. +1/302-658-2400; www.hagley.org. NEMOURS: Tel. +1/302-651-6912; www.nemoursmansion.org. Wann: Jan.–Apr.: geschlossen. WINTERTHUR: Tel. +1/302-888-4600; www.winterthur.org. MONTCHANIN VILLAGE: Tel. +1/302-888-2133; www.montchanin.com. Preise: ab € 142. KRAZY KAT’S: Tel. +1/302-888-4200; www.krazykatsrestaurant.com. Preise: Dinner € 26. HOTEL DU PONT: Tel. +1/302-594-3100; www.hoteldupont.com. Preise: ab € 120 (Nebensaison), ab € 193 (Hochsaison). LONGWOOD GARDENS: Tel. +1/610-388-1000; www.longwoodgardens.org. BRANDYWINE RIVER MUSEUM: Tel. +1/610-388-2700; www.brandywinemuseum.org. REISEZEIT: Apr.–Mai: Gärten; So. des 1. Maiwochenendes Hindernisrennen Point-to-Point in Winterthur; Okt.–Nov.: Herbstlaub; Dez: Weihnachtsdekoration.

