„So weit wie die ganze Welt, groß, hoch und unvorstellbar weiß in der Sonne“, schrieb Ernest Hemingway in seiner Kurzgeschichte „Schnee auf dem Kilimandscharo“. Die Klimaerwärmung hat diesen Schnee zum Schmelzen gebracht, doch noch immer stellt der Kilimandscharo mit 5895 m Höhe alle anderen Gipfel Afrikas in den Schatten. Der 9-tägige, 40 km lange Aufstieg zur flachen Kuppe des ruhenden Vulkans über das wenig genutzte Shira-Plateau bietet Vorteile gegenüber der beliebteren 5-tägigen Marangu- oder „Touristen“-Route. Abgesehen davon, dass die Route nicht so voll ist, ermöglicht sie durch die längere Dauer eine bessere Höhenanpassung. Die Höhe stellt die meistunterschätzte Hürde dar: Ein Drittel der Wanderer auf der Marangu-Route schafft es aufgrund des niedrigen Sauerstoffgehalts – etwa halb so viel wie auf Meereshöhe – nicht bis zum Gipfel. Ansonsten sind weder technisches Können noch besondere Ausrüstung oder Erfahrung erforderlich. Die Steigung ist sanft, aber spürbar – „pole, pole“ (Suaheli für „langsam, langsam“) lautet die Devise für den Aufstieg, der in einer organisierten Gruppe erfolgen muss. Ein Batallion von Trägern eilt voraus, um das Zeltlager aufzuschlagen.

Rund 25.000 Menschen nehmen jährlich den Aufstieg zum Kilimandscharo in Angriff, doch schätzungsweise schafft es nur die Hälfte zum Gipfel.
Die Benommenheit, die Sie auf dem Gipfel verspüren, könnte an der Höhe liegen, vielleicht aber auch an der Genugtuung, einen Aufstieg epischen Ausmaßes absolviert zu haben, oder am Anblick des Sonnenaufgangs über dem Flachland von Tansania und Kenia.
WO: Arusha liegt 270 km südl. von Nairobi. WIE: Das amerikanische Unternehmen Mountain Madness bietet 12-tägige Reisen mit Begehung der Shira-Route an. Tel. +1/206-937-8389; www.mountainmadness.com. Preise: ab € 3685, all-inclusive. Startet in Arusha. REISEZEIT: Sept.–Okt. und Dez.–Jan.: trockener, klarer und wärmer, jedoch größte Besucherströme.

