Zakopane – das St. Moritz Polens – ist die höchstgelegene Stadt in Polen und sein beliebtester Wintersportort. Im Sommer kann man von hier aus hervorragend in der Hohen Tatra, dem höchsten Gebirgszug der polnischen Karpaten, wandern und bergsteigen. Zakopane wurde in den 1870er-Jahren populär, als Schriftsteller, Künstler und Kunsthandwerker sich von der klaren Luft, der idyllischen Umgebung und der folkloristischen Vergangenheit inspirieren ließen.
Unter ihnen war der Architekt Stanisław Witkiewicz, der Vater des berühmteren Autors, Dramatikers und Malers Stanisław Ignacy Witkiewicz, genannt Witkacy. Er entwarf für einen Klienten ein Haus, das von den Bauernhäusern der Region Podhale (das Karpatenvorland nördlich von Zakopane) inspiriert war – der „Zakopane-Stil“ war geboren, der bis zum Ersten Weltkrieg das Aussehen der Häuser in ganz Polen dominierte. Einige der von Witkiewicz entworfenen Häuser stehen noch und können besichtigt werden; eines der besten Beispiele ist die 1893 fertiggestellte Villa Koliba, heute Sitz des Museums des Zakopane-Stils.

Hotels und Wohnhäuser liegen im Schatten der Hohen Tatra.
Papst Johannes Paul II., der aus der Gegend stammte, wagte, als er noch Karol Wojtyla hieß, gern mal eine Schussfahrt auf den hiesigen Pisten. Diese sind für alle Skifahrer geeignet; die höchste ist die Piste am 1987 m hohen Kasprowy Wierch. Man sollte kein Kitzbühel erwarten, aber die Stadt besitzt durchaus einige gute Abfahrten, Sessellifte, eine Gondelbahn und eine Skisaison, die sich bis in den späten April ziehen kann. Wanderer freuen sich über 300 km Wanderstrecken durch den Tatra-Nationalpark im Süden Zakopanes.
Das wuchtige Lebkuchenhaus, in dem das Grand Hotel Stamary mit seinen 54 Zimmern untergebracht ist, eröffnete 1905 und ist heute, nach einer Komplettrenovierung, Polens bestes Wellnesshotel. Das intimere, chaletähnliche Hotel Lipowy Dwor mit 15 kleinen, schönen Zimmern, an einer ruhigen Straße nahe dem Stadtzentrum gelegen, ist auch zu empfehlen. Auf der Krupowski-Straße, der langen Fußgängerzone, in der auch Pferdeschlitten fahren, bieten einige Restaurants die traditionelle Küche der Karpaten zu folkloristischer Livemusik an. Das beste ist das Staro Izba mit sehr guten Lammgerichten, polnischer Wurst und kwaśnica, einer herzhaften Hammel-Sauerkraut-Suppe.
WO: 105 km südl. von Krakau. INFO: www.promocja.zakopane.pl. MUSEUM DES ZAKOPANE-STILS: Tel. +48/18-201-5205; www.muzeumtatrzanskie.pl. GRAND HOTEL STAMARY: Tel. +48/18-202-4510; www.stamary.pl. Preise: ab € 110 (Nebensaison), ab € 155 (Hochsaison). HOTEL LIPOWY DWOR: Tel. +48/18-206-6796; www.gat.pl. Preise: ab € 55. REISEZEIT: Dez.–März zum Skifahren; Juni–Sept. zum Wandern; Mitte Aug.: Internationales Gebirgsfolklorefestival.

