Der Nordosten Islands ist das Tor zu großen Abenteuern und atemberaubenden Landschaften. Das Herzstück ist der fotogene Mývatn, ein flacher See, umgeben von großen Lavafeldern, Schwefelquellen, Kratern und außerirdisch anmutenden Felsformationen. Hier leben außerdem viele Vögel: Im Mai, September und Oktober gibt es hier die größte Vielfalt überhaupt an Enten, Gänsen, Schwänen und Watvögeln an einem einzelnen Ort.
Eine Straße führt um den 37 km2 großen See herum, vorbei an einigen Dörfern, wo Sie nett, aber bescheiden mit Seeblick übernachten können. Ein beliebter Ausgangspunkt für Touren ist das winzige Reynihlíd. Nicht verpassen sollten Sie die wilden „schwarzen Burgen“, Dimmuborgir – aus Lava geformte Tuffsteinformationen, die aussehen wie die Ruinen einer alten Burg. Ein Aufstieg auf den Hverfjall-Vulkan mit seinem riesigen Krater auf einer Höhe von fast 450 m verschafft Ihnen einen guten Ausblick. In der Nähe gibt es mehrere gigantische Risse im Vulkangestein, darunter Grjótagjá, ein klarer, dampfender See, mit Temperaturen um 48° C allerdings zu heiß zum Baden. Dagegen ist das schöne Mývatn-Naturbad, ein Geothermalwasser-Austritt, mit 38° C sehr angenehm.
Eine kurze Fahrt in den Nordosten des Sees bringt Sie zum Jökulsárgljúfur (Gletscherfluss-Canyon) im Nordteil des Vatnajökull-Nationalparks, der mit 12.000 km2 der größte Europas ist. Jökulsárgljúfur wird häufig „Islands Grand Canyon“ betitelt. Hier gibt es großartige Aussichten auf den sich unten schlängelnden Fluss Jökulsá á Fjöllum und die raue Landschaft. Am Südende des Canyons donnern mehrere spektakuläre Wasserfälle ins Tal, darunter der mächtigste Fall Europas, der 45 m hohe Dettifoss. Die hufeisenförmige Ásbyrgi-Schlucht ist ein überwältigender Anblick mit ihren 100 m hohen Felswänden, die steil in ein Tal voller Birkenwälder abfallen. Hier können Sie hervorragend wandern und dabei an die mythischen Ursprünge der Gegend denken: Frühe Siedler schrieben diese ungewöhnliche Naturform dem 8-beinigen fliegenden Pferd Sleipnir zu, das dem Gott Odin gehörte. Es soll hier eines Nachts gelandet sein und einen Hufabdruck hinterlassen haben.
Die Kraft des Dettifoss ist so groß, dass das darunterliegende Gestein bebt, wenn das Wasser den Boden erreicht.
WO: Mývatn liegt 470 km nordöstl. von Reykjavik. VATNAJÖKULL-NATIONALPARK: www.vatnajokulsthjodgardur.is. UNTERKUNFT: Das einfache Hótel Reynihlíd ist eine solide Wahl. Tel. +354/4-64-4170; www.reynihlid.is. Preise: ab € 148 (Nebensaison), ab € 203 (Hochsaison). Wann: Nov.–Jan.: geschlossen. REISEZEIT: Juni–Aug.: wärmstes Wetter und das meiste Sonnenlicht; Mai und Sept.–Okt.: zur Vogelbeobachtung.