Ein Gang durch dieses uralte Quartier Kairos bombardiert die Sinne. Hühner, Pferde und Schafe sind auf engen, schlaglöchrigen Straßen unterwegs, die Eselskarren und Straßenhändler noch mehr verstopfen. Häufig verschleiert Staub den verblassten Glanz einer Stadt, die noch immer das intellektuelle und kulturelle Zentrum der arabischen Welt ist.
Am besten schauen Sie zuerst die Zitadelle an, die Sultan Saladin im 12. Jh. als Bollwerk gegen die Kreuzritter errichten ließ. Sie bietet einen unvergleichlichen Blick über die Skyline Kairos mit ihren Minaretten, aus der sich die grandiose Steinkuppel der Kait-Bay-Moschee (15. Jh.) und das Spiralminarett der Moschee Ibn Tulun (9. Jh.) erheben. 2 an die Moschee angrenzende Gebäude beherbergen das Gayer-Anderson-Museum mit seiner riesigen Kollektion pharaonischer Artefakte und islamischer Kunst. Noch umfassender ist die vom 7. bis ins 19. Jh. reichende Sammlung des Museums für islamische Kunst. Weiter im Norden liegt der reich verzierte Komplex des Qalawun. Zu der von mameluckischen Sultanen erbauten Anlage gehören eine Madrasa, ein Hospital und das imposante Mausoleum.
Kairos wunderbares, chaotisches Herzstück bildet der Khan el-Khalili, einer der größten Basare der Welt, der 1382 ursprünglich als Karawanserei gegründet wurde. Verlieren Sie sich im Durcheinander der Gässchen, in denen sich der Duft von Gewürzen, Räucherwerk und Leder mischt. Noch immer kaufen die Einwohner Kairos hier ein. Feilschen Sie mit den Händlern, die alles von Teppichen über Gold, Stoffe und Parfüm bis hin zu Kosmetikartikeln anbieten (etwa Töpfchen mit Kajalpulver, mit dem Sie Ihre Augen wie Kleopatra umranden können).
Für eine kleine Pause bietet sich das El Fishawy an. Das Kaffee- und Teehaus hat seit 1772 rund um die Uhr geöffnet. Genießen Sie den Dekor mit vergoldeten Spiegeln, gehämmertem Messing und Marmortischen, während Sie an einer Wasserpfeife ziehen, sich die Zukunft vorhersagen lassen oder einen der besten Kaffees der Stadt trinken. Zu Mittag sollten Sie im Naguib Mahfouz Café einkehren, das nach dem Literaturnobelpreisträger und Verfasser der Kairo-Trilogie benannt wurde und für seine exzellente orientalische Küche bekannt ist. Einheimische strömen zum Dinner ins kürzlich eröffnete Taj al Sultan am Al-Azhar-Platz, dessen ägyptisch-indische Fusionküche durch Glaskunst, Antiquitäten und Webteppiche ergänzt wird.
Als größte Stadt Afrikas mit knapp 20 Mio. Einwohnern hat Kairo mit großer Armut zu kämpfen. Und doch ist die legendäre Gastfreundschaft der Ägypter ungebrochen. Das Le Riad Hotel de Charme unweit des Basars in der Fußgängerzone Al-Muizz li Din-Allah trägt seinen Namen zu Recht. Es hat 17 einladende Suiten und einen Dachgarten. Kultivierte Einsamkeit bietet auch das Four Seasons at Nile Plaza. Hier können Sie von Ihrem Zimmer die Zitadelle bewundern oder eine private Feluke für eine Fahrt auf dem Fluss besteigen.
GAYER-ANDERSON-MUSEUM: Tel. +20/2-364-7822. MUSEUM FÜR ISLAMISCHE KUNST: Tel. +20/2-390-9330. NAGUIB MAHFOUZ CAFÉ: Tel. +20/2-590-3788. Preise: Lunch € 11. TAJ AL SULTAN: Tel. +20/2-2787-7273; www.tajalsultan.com. Preise: Dinner € 30. LE RIAD: Tel. +20/2-2787-6074; www.leriad-hoteldecharme.com. Preise: Suite ab € 255. FOUR SEASONS AT NILE PLAZA: Tel. +20/2-2791-7000; www.fourseasons.com. Preise: ab € 407. REISEZEIT: Nov.–März: bestes Wetter; Feb. oder März: Al-Nitaq Festival (Theater, Dichtung, Kunst); Nov.: Arabic Music Festival.

