Eigentlich heißt das Hamlet-Schloss Helsingør (im englischen Original „Elsinore“) Schloss Kronborg (Kronborg Slot). Erbaut wurde es auch erst Jahrhunderte nach der Zeit des dänischen Prinzen, auf dem Shakespeares zerrissene Figur Hamlet basiert. Allerdings passt diese nordische Festung mit ihren geheimen Gängen, kanonenbewehrten Zinnen und düsteren Kerkern ganz gut zu Shakespeares dunkler Tragödie. Das große, von einem Burggraben umgebene Schloss erhebt sich stolz über der Stadt Helsingør direkt am Öresund. 400 Jahre lang verdiente Helsingør ein Vermögen mit legaler Piraterie – vorbeifahrende Schiffe mussten der dänischen Krone Zoll zahlen –, bis diese Praxis 1857 abgeschafft wurde.
Kronborg, 1420 erbaut und 1574 erweitert, hat alles, was eine königliche Renaissance-residenz braucht. Der karge Rittersaal ist einer der größten und ältesten Nordeuropas, und die schöne Schlosskapelle dient noch heute glücklichen dänischen Paaren als Hochzeitslocation. Im von Fackeln erleuchteten Innenhof gibt es im Sommer Hamlet-Aufführungen, die eindrucksvoll vor Augen führen, wie der Prinz über „die Pfeil’ und Schleudern des wütenden Geschicks“ nachdenkt. Irgendwo in den dunklen Kasematten ruht der Geist des Wikingerhäuptlings Holger Danske, eines mythischen Helden und Gegners Karls des Großen. Es heißt, das Königreich Dänemark sei sicher, solange er schlafe.
Ein anderer bequemer Tagesausflug von Kopenhagen aus ist Frederiksborg Slot, das größte und prächtigste Renaissanceschloss Skandinaviens. Es wurde Anfang des 16. Jh. auf 3 kleinen Inseln als Residenz des Königs Christian IV. erbaut.
WO: 45 km nördl. von Kopenhagen. Tel. +45/4921-3078; www.kronborg.dk. REISEZEIT: 1. Augusthälfte: Hamlet-Aufführungen.

