Die Argentinier nennen diese Stadt auch „Salta la Linda“, „Salta die Anmutige“. Die am besten erhaltene Kolonialstadt des Landes liegt inmitten der vielfältigen Landschaften des argentinischen Nordwestens, und die Menschen hier sind gleichermaßen stolz auf das spanische und das indigene Erbe. Herz der Stadt ist die von Cafés gesäumte Plaza de Nueve de Julio, die noch aus dem Gründungsjahr 1592 stammt. Flankiert wird sie von der rosafarbenen Kathedrale von Salta und dem Cabildo, dem ältesten öffentlichen Gebäude der Stadt. Im brandneuen Museo de Arqueología de Alta Montaña (MAAM, Museum für Archäologie in den Andenregionen) liegt der Schwerpunkt auf präkolumbischen Kulturen. Highlight sind 3 mumifizierte Kinderleichen, die man auf einem Andengipfel fand und von denen man annimmt, dass sie den Inka-Gottheiten als rituelles Opfer dargebracht wurden.
In Salta trifft man sich zum Essen und Musikhören in peñas folkloricos, stimmungsvollen Lokalen wie dem El Boliche Balderrama oder dem Cason del Molino. Dort kann man sich von der Leidenschaft der Sambas oder von Chacarera-Rhythmen anstecken lassen.
Im Umland findet man unzählige präkolumbische Ruinen, Weingüter und Dörfer voller Kunsthandwerk. Charakteristisch sind die vielfarbigen, aus etlichen Gesteinsschichten bestehenden quebradas (Schluchten), am spektakulärsten ist diese Landschaft etwa 4 Stunden weiter südlich auf dem Wüstenhochplateau von Cafayate (siehe → hier). Am schönsten können Sie die Gegend an der Grenze zu Chile mit dem Tren a las Nubes („Wolkenzug“) erkunden, einer der höchstgelegenen Eisenbahnstrecken der Welt. Höhepunkt der 15-stündigen Fahrt ist ein über 60 m hoher Viadukt, der über einen gähnenden Abgrund führt, bevor der Zug auf über 4000 m Höhe bei einer alten indianischen Minenstadt kehrtmacht.
In Salta ist das kleine Hotel Legado Mítico zu empfehlen, nur 5 Minuten Fußweg vom Hauptplatz entfernt. Auch das House of Jasmines auf einem vor der Stadt gelegenen Landgut ist eine gute Wahl: Auf dem Gelände wohnt es sich ländlich, aber luxuriös: Sie können am Pool oder im Spa entspannen oder Ausritte entlang dem Rio Arenales unternehmen. Etwa 1 Stunde nordöstlich von Salta liegt das Landgut El Bordo de las Lanzas, von dort stammt General Martín Miguel de Güemes, der an der Seite der Gauchos im frühen 19. Jh. gegen die spanischen Royalisten kämpfte. Heute wird die Estancia von der gastfreundlichen Familie Arias geführt.
WO: 1265 km nordwestl. von Buenos Aires. MAAM: Tel. +54/387-437-0499; www.maam.culturasalta.gov.ar. EL TREN A LAS NUBES: Tel. +54/387-4223-033; www.trenalasnubes.com.ar. Preise: € 120, inklusive Lunch. Wann: Dez.–März: geschlossen. LEGADO MÍTICO: Tel. +54/387-4228-786; www.legadomitico.com. Preise: ab € 115 (Nebensaison), ab € 155 (Hochsaison). HOUSE OF JASMINES: Tel. +54/387-497-2002; www.houseofjasmines.com. Preise: ab € 159. ESTANCIA EL BORDO DE LAS LANZAS: Tel. +54/387-4903-070; www.turismoelbordo.com.ar. Preise: € 300, all-inclusive. REISEZEIT: Apr.–Juni und Aug.–Nov.: Trockenzeit und wenigster Andrang; Apr.: Kulturfestival; Juni: Semana Salta, eingroßes Gaucho-Festival; 17. Juni: Güemes Gauchos Festival.

