Vietnam ist kommunistisch, aber das würde man nie ahnen angesichts der explodierenden kommerziellen Aktivitäten, die seit den 1990er-Jahren das Land überrollt haben, besonders in Ho-Chi-Minh-Stadt (immer noch eher: Saigon). In neuen Gebäuden und Luxusautohäusern sieht man großes Geld, aber es ist der eifrige Handelssinn, den man auf den mehr als 40 Märkten spürt, der die eigentliche unternehmerische Renaissance Saigons ausmacht.
Die von den Franzosen gebaute städtische Ben-Thanh-Markthalle ist die größte und älteste der Stadt. Hunderte Händler bilden ein enges Netz aus Ständen, die alles verkaufen – elektronische Spielereien aus Japan und Korea, ballenweise Seide, Schlangenschnaps und spitze Hüte. Überall wird energisch gehandelt. Genießen Sie das exotische Chaos, aber sehen Sie ein, dass Sie immer noch doppelt so viel bezahlen wie ein Einheimischer – egal, wie gut Sie feilschen können. Kulinarischer Trost naht an den leckeren Essensständen in Ben Thanh. Verspeisen Sie eine Schale pho (ausgesprochen: fuh) – leckere Rinderbrühe mit Nudeln und frischen Kräutern – oder das französisch-vietnamesische banh mi, ein knuspriges, mit Schweinefleischpastete, Gurke und Gewürzen gefülltes Baguette.
Ein weiterer geschäftiger Markt, Binh Tay, liegt im pulsierenden Cholon, dem Epizentrum von Chinatown. Folgen Sie Ihrer Nase zu den Naturmedizin- und Kräuterläden zwischen den Straßen Luong Nhu Phuc und Trieng Quang Phuc, bevor Sie sich in die Markthalle stürzen, ein chinesisch anmutendes Gebäude mit Uhrenturm. In Cholon liegen auch 2 der interessantesten buddhistischen Tempel der Stadt. Große Räucherstäbe schwelen in der den Seefahrern gewidmeten Thien-Hau-Pagode; die Quan-Am-Pagode ist mit schmucken Keramiken, die chinesische Legenden zeigen, dekoriert.

Der Binh-Tay-Markt ist eines der Handelszentren von Saigon.
REISEZEIT: Dez.–Apr.: kühleres, trockeneres Wetter; Jan. oder Feb.: jährliches Tet-Neujahrsfest.

