Kolumbus hielt die Wolken um den höchsten Gipfel der Insel für Schnee und nannte die Insel „Nuestra Señora de las Nieves“ („Unsere Schneedame“), über die Jahre gekürzt zu Nevis. Naturliebhaber wandern durch den grünen Regenwald und auf den 975 m hohen Nevis Peak. Nevis ist kleiner als die Nachbarinsel St. Kitts (siehe → hier) und war eine der reichen britischen Zuckerkolonien. Aber während St. Kitts (die „Mutterinsel“) heute sehr geschäftig und mit Kasinos, Golfanlagen und Expansionsplänen sehr touristisch ist, bietet das grüne und ruhige Nevis einfachere Freuden und keine einzige Ampel.
Alexander Hamilton wurde hier geboren, und der legendäre Admiral Horatio Nelson heiratete das einheimische Mädchen Fanny Nisbet 1787 auf dem Montpellier-Anwesen, noch als junger Captain. Auf diesem Hügel mit atemberaubender Aussicht steht heute die Montpellier Plantation, eine moderne Interpretation edlen Plantagenlebens mit 19 Zimmern. Das Haupthaus steht zwar nicht mehr, aber einige Bauten stammen noch aus dem 18. Jh. Andere sind neu, aber so geschmackvoll eingearbeitet, dass man kaum einen Unterschied erkennt. Es gibt nur 16 Plätze im Mill, einem bekannten Restaurant auf dem Anwesen in einer Steinmühle aus dem 18. Jh. Die Karte lockt mit auf dem Gelände angebauten Produkten und Spezialitäten wie in Bananenblättern geröstete Goldmakrelen und Desserts aus einer der 50 auf der Insel wachsenden Mangosorten.
Ganz anders das Hermitage Plantation Inn, eine geschmackvolle Mischung 11 pastellfarbener Häuschen. Einige wurden aus anderen Orten auf Nevis hergebracht und restauriert. Das 1740 fertiggestellte Haupthaus, angeblich das älteste Holzhaus der Karibik, dient als soziales Zentrum, wo man sich vor dem Dinner auf einen Cocktail trifft. Der Strand ist 15 Autominuten entfernt, aber die Gäste können sich am Pool entspannen, in die Hügel reiten oder einfach nur faulenzen und auf den Höhepunkt des Tages, das Dinner, warten.
Das einzige historische Plantagengasthaus der Karibik direkt am Wasser vervollständigt das Top-Trio. Der von Palmen gesäumte Rasen des Nisbet Plantation Beach Club führt vom 1778 erbauten Haupthaus, in dem Fanny einst lebte, zu einem weißen Sandstrand. Nisbet Plantation ist seit den 1950ern ein Hotel, mit 36 Zimmern in bezaubernden Häuschen auf tropischem Gebiet. Nevis ist nicht für seine Strände berühmt, aber der nahe, von Riffen umgebene feine weiße Sandstrand Pinney’s im historischen Charlestown bildet eine Ausnahme. Hier erlebt man perfekte Sonnenuntergänge – am besten mit einem berühmt-berüchtigten Killer-Bee-Punch in der Hand auf der Terrasse des Sunshine’s Bar and Grill.
INFO: www.nevisisland.com. MONTPELIER PLANTATION: www.montpeliernevis.com. Preise: ab € 255 (Nebensaison), ab € 407 (Hochsaison); Dinner € 55. THE HERMITAGE PLANTATION INN: Tel. +1/869-469-3477; www.hermitagenevis.com. Preise: ab € 137 (Nebensaison), ab € 293 (Hochsaison). NISBET PLANTATION BEACH CLUB: Tel. +1/869-469-9325; www.nisbetplantation.com. Preise: ab € 285 (Nebensaison), ab € 496 (Hochsaison), all-inclusive. SUNSHINE’S BAR: Tel. +1/869-469-5817; www.sunshinenevis.com. REISEZEIT: Jan.–März: bestes Wetter; Ende Juli–Anf. Aug.: das karnevalähnliche Culturama; Aug.: Internationale Lebensmittelmesse.

