Der massive, prächtige Palastkomplex von Persepolis, auf einem riesigen, erhöhten Steinplateau in den staubigen Ausläufern des Zagros-Gebirges gelegen, war der Stolz des gigantischen Perserreichs, das in seiner besten Zeit von Griechenland bis Indien reichte. Es war das Schaustück Darius I., der um 515 v. Chr. mit dem Bau begann. Seine Nachfolger erweiterten die Anlage, errichteten dicke Pfeiler, die Hundert-Säulen-Halle und den Audienzsaal Apadana, in den 10.000 Menschen passten. Das Dach bestand aus eigens importierten Libanon-Zedern, die 36 Steinsäulen waren je 20 m hoch. Der König, so liest man in den Inschriften, war von Gott berufen, und so wurde jedes Königsgrab, ähnlich wie bei den ägyptischen Pharaonen, aufwendig aus dem Berg gehöhlt.
Delegierte und Würdenträger aus entfernten Provinzen kamen einst, um an diesem isolierten Ort dem „König der Könige“ zu huldigen sowie Festen und Zeremonien beizuwohnen. Sie kamen in Prozessionen und hatten Geschenke und Steuergelder dabei. Zum Audienzsaal gelangten sie über eine riesige Treppe, an der Tausende Soldaten Wache standen. Alexander der Große beendete die persische Vormacht 330 v. Chr., als er Persepolis plünderte und zerstörte. Über die Jahrhunderte verschwanden die Ruinen im Sand.

In Persepolis, einer der größten Errungenschaften des Perserreiches, zeigen die Reliefs an den Treppen persische Soldaten.
Archäologen aus Chicago gruben Persepolis in den 1930er-Jahren aus. Heute kann man mehr als 1 Dutzend Säulen und wieder aufgebaute Gebäude sehen, außerdem großartige Reliefs, die von Darius gebaute Haupttreppe (und eine weitere von seinem Sohn Xerxes dem Großen) sowie ein großes, von steinernen Stieren flankiertes Tor.
Für Iraner sind die Ruinen das Testament der einstigen Macht und reichen Geschichte ihres Landes. Die nahe Universitätsstadt Shiraz ist der netteste Ausgangspunkt – ein kultureller Außenposten voller Gebäude, die im 18. Jh. entweder gebaut oder restauriert wurden, als Shiraz Irans Hauptstadt war. Es liegt in einer fruchtbaren Gegend 1 Stunde von Persepolis entfernt und ist als „Stadt der Rosen“ bekannt – voller Parks, Bäume, schöner Gebäude und breiter, schattiger Boulevards.
WO: 58 km nordöstl. von Shiraz; 640 km südl. von Teheran. UNTERKUNFT: Das Homa Hotel mit einem modernen Flügel ist das schönste in Shiraz. Tel. +98/711-228-8000; www.homahotels.com. Preise: ab € 107. WIE: Das amerikanische Unternehmen Distant Horizons ist auf individuelle Iranreisen spezialisiert; Gruppenreisen gehen nach Teheran, Isfahan und Persepolis. Tel. +562-983-8828; www.distant-horizons.com. Preise: 19-tägige Tour ab € 4415, all-inclusive; inklusive Flug ab New York. REISEZEIT: März–Mai und Sept.–Nov.: bestes Wetter; Sonnenuntergang, wenn der Stein sich rosa färbt.

