Die Briten gründeten Darjeeling als Kurstadt, die ihnen in den Sommermonaten die Flucht vor der unerträglichen Hitze Kalkuttas ermöglichte. Auf über 2000 m Höhe schweift der Blick über die Ehrfurcht gebietenden Gipfel des Himalaja. Prominente, Diplomaten und Regierungsangehörige suchten diesen malerischen Distrikt auf; Forschungsreisende machten hier auf dem Weg in den Himalaja halt, der nur wenige Kilometer nördlich von Darjeeling beginnt.
Am Anfang stand aber immer eine Tasse Tee. Der Darjeeling gilt als der „Champagner unter den Teesorten“ – nicht umsonst legten die Briten so viele Plantagen an. Viele der etwa 80 Teeproduzenten bieten Touren und Verkostungen an. Die 640 ha große Glenburn-Teeplantage, nur 1 Stunde Fahrt von Darjeeling entfernt, bietet Besuchern stilvoll eingerichtete Bungalows zur Übernachtung an. Seit 1860 wird hier Tee angebaut, und als Gast können Sie jeden Schritt der Teeherstellung miterleben, die sich seit ihren Anfängen nicht viel geändert hat. Wer wandern, Vögel beobachten, angeln oder sich einfach nur entspannen will, ist auf diesem hochgelegenen Gelände genau richtig. Der Ausblick geht direkt auf den Kangchendzönga, den dritthöchsten Berg der Welt.
Es gehört zu den Ritualen Darjeelings, den Sonnenaufgang über dem schneebedeckten Gipfel des Kangchendzönga zu genießen. Wenn Sie die Wanderung zum über 2500 m hohen Tiger Hill auf sich nehmen (es geht auch per Auto), der 8 km vor der Stadt liegt, sehen Sie in der Ferne vielleicht sogar den Mount Everest. Von hier aus fanden im 19. Jh. auch große Teile der Himalaja-Landvermessung statt, bei der man eines Tages merkte, dass ein Berg höher war als alle anderen. Man nannte ihn zunächst „Peak XV“ und später, nach dem Landvermesser George Everest, Mount Everest. Das Bergsteigen hat in Darjeeling eine ruhmreiche Vergangenheit, denn die ersten Expeditionen starteten von hier aus. Heute kann eine Wanderung einige Stunden dauern (um nahe Klöster oder Plantagen zu besuchen) oder einige Wochen (falls das benachbarte Sikkim oder Bhutan Ziel Ihrer Reise sein soll, siehe → hier und → hier). Besonders Mutige können sich im Rafting versuchen, Kajak fahren oder auf dem Rücken eines Elefanten zur Safari aufbrechen.
Oder vielleicht reicht Ihnen ein traditionell angerichteter „English Afternoon Tea“, wie ihn nur das Windamere anbietet. Dieses bezaubernde Juwel stammt aus der Blütezeit Britisch-Indiens. Seine historischen Suiten und Bungalows sind äußerst beliebt; die aufmerksamen Mitarbeiter wärmen Ihr Bett mit Wärmflaschen vor, während Sie nach dem Dinner noch einen Brandy vor dem knisternden Kamin genießen.
Der reizvollste Weg zu diesem Erholungsort führt über die Schiene. Seit 1881 erreicht man Darjeeling mit der Schmalspurbahn (Shimla, siehe → hier). Auf ihrer Strecke überwindet sie einen Höhenanstieg von über 2100 m, überquert 500 Brücken und bringt 909 Haarnadelkurven hinter sich, ohne einen einzigen Tunnel – wer in gerade mal 8 Stunden von New Jalpaiguri oder Siliguri nach Darjeeling reisen will, sollte diesen Weg wählen.
WO: 97 km bis nach Bagdogra, dem nächsten Flughafen. THE GLENBURN TEA ESTATE: Tel. +91/98-300-70213; www.glenburnteaestate.com. Preise: € 363, all-inclusive. WINDAMERE HOTEL: Tel. +91/354-225-4041; www.windamerehotel.com. Preise: ab € 155, all-inclusive. DARJEELING HIMALAJAN RAILWAY: www.irctc.co.in. REISEZEIT: März–Mai und Sept.–Nov.: bestes Wetter; Apr. und Nov.: Teeernte und -verarbeitung; Dez.–Jan.: Teefestival.

Happy Valley Tea Estate gehört zu den vielen von den Briten angelegten Teeplantagen, die heute Teeblätter in die ganze Welt exportieren.

