Über Jahrhunderte war die Mani unbewohnbar; ein leeres, raues Land, wo Familien sich bekämpften und Blutrache übten, sodass wenige Außenstehende einen Besuch wagten. Die Landschaft der schmalen Halbinsel, des mittleren der drei „Finger“, die sich vom südlichen Peloponnes ausstrecken, ist heute nicht weniger gespenstisch. Eine lange, einsame, felsige Küstenlinie – mit dem Ägäischen Meer im Osten und dem Ionischen Meer im Westen – und zerklüftete Berge bilden einen der unberührtesten Landstriche Griechenlands.
Die kargen Wohntürme von Vathia und anderen maniotischen Dörfern wurden zur Abwehr kriegerischer Nachbarn gebaut. Die 800 noch erhaltenen sind heute romantische Wächter, die sich über das steinige Terrain erheben. Manche, wie das Kapetanakou Tower Hotel aus dem 19. Jh. in der Marktstadt Areopolis, sind atmosphärische Hotels. Die benachbarte Stadt Limeni ist Gourmets wegen der Fischtaverne Takis To ein Begriff, die den frischesten Fisch der Halbinsel serviert. Überall auf der Mani säumen Wanderwege die Schluchten, vorbei an weiten Buchten und byzantinischen Kapellen im Schatten von Zypressen. Die Höhle bei Pyrgos Dirou, die größte Attraktion der Mani, zieht sich kilometerweit hin und wird auf unterirdischen Kanälen per Boot unter fantastischen Stalaktiten erkundet. Das bescheidene Strandstädtchen Kardamyli ist das Tor zur Äußeren Mani, dem grüneren nördlichen Ausläufer. In der nach Zypressen duftenden Stadt wohnte der renommierte Reiseautor Patrick Leigh Fermor, dessen Klassiker Mani von 1958 als das Buch über die wenig besuchte Gegend gilt. In Lela’s Taverna, nach Fermors früherer Haushälterin benannt und von ihrem Sohn geführt, gibt es traditionelle Gerichte auf einer schattigen Terrasse direkt über der Brandung. Die 5 einfachen Zimmer im Obergeschoss schauen aufs Meer.

Die Wohntürme in Vathia an der Südspitze der Halbinsel sollten vor einfallenden Piraten oder Türken schützen.
Gerolimenas ist die größte Stadt der Inneren Mani, der kargen südlichen Ausläufer der Region. In die steinernen Lagerhäuser am Hafeneingang ist nun das charaktervolle und komfortable Kyrimai Hotel gezogen, dessen Zimmer mit Steinwänden und Poolterrassen ans Meer grenzen. In der Antike glaubte man, das Kap Tenaro, die Südspitze der Halbinsel, sei der Eingang zur Unterwelt. Schaut man auf die einsamen, vom Wind geformten Felsformationen, die aus dem Meer ragen, ist man geneigt, dem zu glauben.
WO: 300 km südwestl. von Athen. KAPETANAKOU TOWER HOTEL: Tel. +30/27330-51233; www.mani-hotel.com. Preise: ab € 74. Wann: Nov.–Apr.: geschlossen. FISCHTAVERNE TAKIS TO: Tel. +30/27330-51327. Preise: € 30. LELA’S TAVERNA: Tel. +30/27210-73541. Preise: € 52; Dinner € 22. Wann: Nov.–März: geschlossen. KYRIMAI HOTEL: Tel. +30/27330-54288; www.kyrimai.gr. Preise: ab € 110. REISEZEIT: Mai–Juni und Sept.–Okt.: angenehm warmes Wetter; Sommer: Theater im Mani Theater in Platsa, südl. von Kardamyli.

