Der älteste und bekannteste Indiomarkt Südamerikas findet jeden Samstag hoch in den Anden statt. Der Markt von Otavalo ist seit jeher das soziale und ökonomische Herz der nördlichen Hochebenen; heute gehört er nach den Galapagosinseln (siehe → hier) zu den beliebtesten Reisezielen Ecuadors. Das ansonsten recht verschlafene Städtchen erwacht im Morgengrauen vom vielstimmigen Konzert der Hühner, Rinder und Schafe; gehandelt wird neben Nutzvieh mit Hanf, Lederwaren, Gemüse und Getreide. Auch für Touristen ist das Angebot üppig: Töpferwaren, gewebte Textilien, Schmuck oder geschnitzte Tierfigürchen. Die meisten Besucher suchen aber nicht nach Nippes, sondern nach authentischen Eindrücken, wie man sie erlebt, wenn die leuchtend bunt gekleideten otavaleños wortreich um die Waren feilschen. Je früher man auf den Beinen ist, desto besser: Kommen Sie aber auf jeden Fall vor 10 Uhr, wenn die ersten Touristenbusse aus Quito (siehe → hier) einrollen.
Die Nacht davor können Sie in der nahen Hacienda Cusín verbringen, einem erstklassigen Landgasthaus. Die Zimmer verströmen den Charme der Alten Welt, einige haben einen offenen Kamin und schmiedeeiserne Balkone, von denen aus man einen fabelhaften Ausblick über die umliegenden Berge hat. Nur etwa 15 Minuten weiter entfernt liegt das elegantere La Mirage, eine blühende, weinbewachsene Oase hoch an einem Hang der Anden. Dort kombinierte der Besitzer die schönsten Aspekte regionaler Kultur und Kunst mit seiner Liebe zur Ästhetik und zum Komfort Europas. Die Belegschaft kann geführte Ausritte für Sie organisieren, die durch das unberührte Hochland vorbei an alten Indiostädten bis zu den Ufern eines Vulkansees führen. Ein Abendessen im La Mirage ist nicht nur wegen des exzellenten, von ecuadorianischen Weinen begleiteten Menüs ein denkwürdiges Erlebnis. Auch die grandiose Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel des Cotacachi und des Imbabura ist unvergesslich.
Auf halbem Weg zwischen Otovalo und Quito liegt das Äquatormonument. Ecuador verdankt seiner geografischen Lage auch seinen Namen. Eigentlich verläuft der Äquator etwa 300 m nördlich des Denkmals. Man platzierte es auf der Grundlage von Berechnungen, die noch aus dem Jahr 1736 stammten, an dieser Stelle. Der Fotogenität des riesigen Objekts tut das aber keinerlei Abbruch.

Das Feilschen auf dem Markt ist fester Bestandteil der Traditionen der Otavaleños.
WO: 120 km nördl. von Quito. HACIENDA CUSÍN: Tel. +593/6-2918-013; www.haciendacusin.com. Preise: € 90. La MIRAGE: Tel. +593/6-2915-237; www.mirage.com.ec. Preise: ab € 260. REISEZEIT: Sa.: bester Markttag, obwohl fast täglich auch kleinere Märkte stattfinden; 24. Juni–6. Juli: Fest der Schutzheiligen von Cotacachi.

