Herodot nannte Ägypten ein „Geschenk des Nils“, und wer auf dem Fluss an den zeitlosen grünen Ufern entlangfährt, versteht, warum er bis heute die Hauptschlagader des Landes ist. Hier scheint die Zeit stillzustehen: Kinder laufen aus Lehmziegelhütten, um dem Schiff zuzuwinken, Männer waschen im Wasser ihre Ochsen, Feluken mit dreieckigen Segeln gleiten vorüber – es sind dieselben Szenen, die schon Plato und Flaubert inspirierten. Früher begannen die Kreuzfahrten in Kairo, doch heute kreuzen mehr als 300 Schiffe zwischen Assuan (siehe → hier) und Luxor. Die Strecke bietet eine beispiellose Dichte antiker Bauwerke, darunter der Horus-Tempel in Edfu sowie der Sobek- und Horus-Tempel von Kom Ombo mit seinen mumifizierten Krokodilen. Eines der besten größeren Schiffe ist die Sonesta Star Goddess mit 33 Suiten, alle mit eigenem Balkon. Eine völlig andere Erfahrung bietet eine Kreuzfahrt auf einem der Dahabiya genannten restaurierten Holzsegelboote, etwa der 35 m langen Assouan der Gesellschaft Nour El Nil. Sie hat 6 luftige, strahlend weiße Kabinen und 2 Suiten. Diese Schiffe vermitteln kleinen Gruppen die beschauliche viktorianische Art des Reisens – mit Zeit zum Schwimmen, für Wüstenspaziergänge und Dorfbesichtigungen.

Größere Dahabiyas, traditionelle Feluken und moderne Schiffe kreuzen nebeneinander auf dem zeitlosen Nil.
Das heutige Luxor erhebt sich an der Stätte des alten Theben, der Hauptstadt des Neuen Reiches, die einmal 1 Mio. Einwohner zählte.
An seinem nördlichen Ende am Ostufer des Nils liegt der Karnak-Tempel, Teil eines Komplexes, der über einen Zeitraum von 1500 Jahren erbaut wurde. In der 5500 m2 großen Säulenhalle ragen 134 mit Hieroglyphen bedeckte Säulen bis zu 22 m in die Höhe, jede mit einem Umfang von 10 m. Eine einst von Sphinxen gesäumte 2,5 km lange Allee führt entlang dem Nil zum Luxor-Tempel. Am anderen Nilufer befindet sich inmitten sandiger Hügel die bekannteste Nekropole des alten Ägypten: das Tal der Könige. Nachdem die Pharaonin Hatschepsut einen Totentempel errichten ließ und hier bestattet wurde, folgten noch mehr als 60 männliche Pharaonen. Plünderungen beraubten alle Gräber bis auf das Tutanchamuns (dessen Schätze sich nun in Kairo befinden; siehe → hier), doch die unterirdischen Gewölbe bieten immer noch einen einzigartigen Anblick. Zu den Gräbern im nahen Tal der Königinnen gehört auch das der Nefertari. Die 7 Kammern mit ihren prächtigen Malereien sind ein wahres Liebeszeugnis Ramses’ II. für seine Lieblingsfrau.
Nach einem langen Tag in den staubigen Gräbern können Sie sich ins Sofitel Winter Palace zurückziehen. Im alten Flügel des an der Flusspromenade gelegenen Hotels erwarten Sie riesige alte Schränke, orientalische Teppiche und kunstvolle Kristallleuchter. Der Garten ist eine kühle Oase für den Tee. Alternativ können Sie den Trubel Luxors hinter sich lassen und im näher am Tal der Könige gelegenen Al Moudira übernachten, das 2002 aus Überresten alter ägyptischer Villen erbaut wurde. Seine 54 palastartigen Zimmer sind mit ägyptischen Antiquitäten möbliert; im kuppelgewölbten, osmanisch inspirierten Great Room wird eine Mischung aus mediterraner und östlicher Küche serviert.
WO: Luxor liegt 214 km nördl. von Assuan und 668 km südlich von Kairo. SONESTA STAR GODDESS: +20/22-26412-11/-12/-13; www.sonesta.com. Preise: 3 bis 7 Nächte, Suite ab € 400 (Nebensaison), ab € 500 (Hochsaison) pro Nacht, all-inclusive. ASSOUAN: Tel. +20/65-78322; www.nourelnil.com. Preise: 5 Nächte, ab € 1111, allinclusive. WINTER PALACE: Tel. +20/95-238-0425; www.sofitel.com. Preise: ab € 159 (Nebensaison), ab € 400 (Hochsaison). AL MOUDIRA: Tel. +20/12-325-1307; www.moudira.com. Preise: ab € 185 (Nebensaison), ab € 281 (Hochsaison). REISEZEIT: Nov.–März: weniger heiß; 2 Wochen vor Ramadan: Fest Moulid Abu Al-Haggag mit Musik, Umzügen und Pferderennen in Luxor.

