Der Kreml („Zitadelle“ oder „Festung“) ist geschichtsträchtiges Machtzentrum sagenhaft reicher Zaren und Despoten und zugleich begehrtes Ziel diverser ausländischer Invasoren (Napoleon verkroch sich hier 1812). Das Ensemble hat schon einiges gesehen, seit es im 12. Jh. als bloße Holzkonstruktion an der Moskwa entstand. Heute ist der Kreml die offizielle Residenz des russischen Präsidenten, vielleicht aber besser bekannt für seine prächtige Architektur und die reichen Schätze in seinem Innern.
Der 27 ha große Komplex ist umgeben von kilometerlangen hohen Ziegelmauern mit 19 Wachtürmen aus dem 15. Jh. und diente jahrzehntelang als Epizentrum der Sowjetunion – seit die Macht 1918 von St. Petersburg auf den Kreml überging. Noch heute spürt man hier eine mysteriöse Aura. Die Rüstkammer, das meistbesuchte Museum innerhalb des Kreml, ist ein schwindlig machender Crashkurs zum Leben der reichen und berühmten Zaren: Unter seinen 4000 Objekten, die bis ins 12. Jh. zurückgehen, sind exquisite Fabergé-Eier, der juwelenbesetzte Helm des ersten Zaren, Michail Fjodorowitsch Romanow, und der Elfenbeinthron von Iwan dem Schrecklichen. Im Staatlichen Diamantenfond (Almazny Fond) finden Sie das Zepter von Katharina der Großen – geschmückt mit dem 190-karätigen Orlow-Diamanten, ein Geschenk ihres Liebhabers, des Grafen Orlow – und ihre diamantenbesetzte Krönungskrone.
Unter den Attraktionen des Kremls sind auch 3 Kathedralen. In der Mariä-Entschlafens-Kathedrale aus dem 15. Jh. mit ihren 5 glänzenden Goldkuppeln und einer wunderbaren Ikonensammlung schworen regierende Prinzen die Treue und wurden Zaren gekrönt. Die majestätische Erzengel-Michael-Kathedrale war Begräbniskirche für Prinzen und Zaren. Über beiden erhebt sich die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale mit dem höchsten Gebäude des Kreml, dem 81 m hohen, frei stehenden Glockenturm Iwan der Große.

Die Basiliuskathedrale, das auffälligste Gebäude am Roten Platz, erinnert an die Eroberung der Stadt Kasan durch Iwan den Schrecklichen.
Der prächtige Rote Platz (Krasnaja Ploschtschad) liegt direkt außerhalb der östlichen Kremlmauer. Auf Altrussisch hieß krasnaja (rot) auch „schön“, aber noch auf Jahre hinaus wird man den Roten Platz auch mit dem Kommunismus und den hier abgehaltenen Militärparaden assoziieren. Ebenfalls im Schatten des Kremls liegt das Lenin-Mausoleum, wo der einbalsamierte Leichnam des ersten Sowjetführers gruseligerweise seit seinem Tod 1924 aufgebahrt ist. Am hinteren Ende des Platzes steht die Basiliuskathedrale mit ihren bonbonfarbenen Turmspitzen und Zwiebeltürmchen, die Mitte des 15. Jh. von Iwan dem Schrecklichen in Auftrag gegeben wurde.
Das Hotel National überblickt alles in seinem anmutigen Jugendstilglanz. Die großen Räume haben italienische Möbel und häufig einen beneidenswerten Blick auf Kreml und Roten Platz. Fragen Sie nach der Suite 107, wo Lenin 1918 eine Zeit lang gewohnt hat. Hier in der Hauptstadt lebt man auf großem Fuß – das gilt auch für das neu erbaute Ritz-Carlton Hotel. Es residiert herrschaftlich am Twerskaja-Boulevard, bekannt als teure Shoppingmeile. Die beste Sicht hat man aus der schicken O2-Penthouse-Lounge, besonders wenn der Platz abends erleuchtet ist. Das hoteleigene intime Restaurant Caviarterra serviert sonntags ein beliebtes Brunchbüfett mit mehr als 60 Gerichten. Eine überraschend günstige Alternative in einer der teuersten Gegenden Moskaus ist das Melody Hotel, empfehlenswert und gut gelegen (etwa 15 Minuten Fußweg).
DER KREML: www.kreml.ru. HOTEL NATIONAL: Tel. +7/495-258-7000; www.national.ru. Preise: ab € 245. RITZ-CARLTON MOSKAU: Tel. +7/495-225-8888; www.ritzcarlton.com. Preise: ab € 505; Brunch € 74. MELODY HOTEL: Tel. +7/495-660-7178; www.melody-hotel.com. Preise: ab € 130. REISEZEIT: Mai–Sept.: bestes Wetter; Anf. Sept.: Den Goroda (Stadt-Tag), mit einem Umzug, Livemusik und Feuerwerk.

