Savannah lässt sich von allen Städten der USA am besten zu Fuß erschließen. Es ist ein lebendes Museum mit dem größten denkmalgeschützten Stadtteil des Landes: Über 2300 Kolonial- und viktorianische Bauten stehen auf 6,5 km2. Die erste geplante Stadt der Nation wurde 1733 vom britischen General James Oglethorpe auf einem Raster entworfen. Von den ursprünglich 24 0,4 ha großen Quadraten sind 21 erhalten. „Weißes Gold“ (Baumwolle) machte die Hafenstadt reich und ermöglichte den Bau der zahlreichen Villen. Als General William T. Sherman Savannah 1864 mit der Strategie der „verbrannten Erde“ einnahm, verschonte er es auf Präsident Lincolns Bitten hin.
Fast 100 Jahre später entstand die Historic Savannah Foundation, um das architektonische Erbe der Stadt zu bewahren. Das Davenport House Museum von 1820, das erste von der Stiftung gerettete Gebäude, ist eines der schönsten Stadthäuser im Föderationsstil.
Erleben Sie die Stadt von der Pferdekutsche oder der Straßenbahn aus, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Touren führen u.a. zu Schauplätzen des Bestsellers Mitternacht im Garten von Gut und Böse von 1994 sowie zu Gebäuden des britischen Architekten William Jay. Zu seinen besten zählen das Owens-Thomas-Haus von 1819 am Oglethorpe Square und die benachbarte Telfair Academy, beide heute Teil des Telfair Museum of Art, dem ältesten Kunstmuseum des Südens.
Einige Häuser sind heute charmante B&Bs oder Hotels. Das vornehme Gastonian besteht aus 2 italienisierenden Stadthäusern und einer Remise aus den 1860ern; nach seinem legendären Südstaaten-Frühstück mag man sich kaum rühren. Das Mansion on Forsyth Park verbindet eine majestätische viktorianische Villa harmonisch mit einem neuen Anbau. Es besitzt ein Spa und das Restaurant 700 Dayton, dessen Hamburger ebenso bekannt sind wie die individuelleren Gerichte.
Savannah zelebriert seine Küche mit unvergleichlicher Verve. Das Elizabeth on 37th in einem Pfarrhaus der vorletzten Jahrhundertwende ist für seine verfeinerte Interpretation der klassischen Rezepte aus Georgias Küstenregion bekannt. Drüben, in Mrs. Wilke’s Pension, verschwinden große Gemeinschaftstische unter riesigen Platten mit gebratenem Huhn, gepfeffertem Krabbeneintopf mit Sherry und rotem Savannah-Reis. „Die Lady“ von The Lady & Sons ist Food-Network-Chefköchin Paula Deen. Ihr großes Restaurant in einer ehemaligen Eisenwarenhandlung aus dem 19. Jh. ist immer voll, und ihre Crabcakes und das gebratene Huhn sind für manche die besten der Stadt.
WO: 400 km südöstl. von Atlanta. INFO: www.savannahvisit.com. DAVENPORT HOUSE: Tel. +1/912-236-8097; www.davenporthousemuseum.org. TELFAIR MUSEUM OF ART: Tel. +1/912-790-8800; www.telfair.org. THE GASTONIAN: Tel. +1/912-232-2869; www.gastonian.com. Preise: ab € 152. MANSION ON FORSYTH PARK: Tel. +1/912-238-5158; www.mansiononforsythpark.com. Preise: ab € 120 (Nebensaison), ab € 230 (Hochsaison); Dinner € 37. ELIZABETH ON 37TH: Tel. +1/912-236-5547; www.elizabethon37th.net. Preise: Dinner € 45. MRS. WILKES’S BOARDING HOUSE: Tel. +1/912-232-5997; www.mrswilkes.com. Preise: Mittagessen € 11. THE LADY & SONS: Tel. +1/912-233-2600; www.ladyandsons.com. Preise: Dinner € 27. REISEZEIT: Ende März: Häuser-und-Gärten-Tour; Mitte Mai: Historische-Gärten-Tour.

Einheimische nennen das Asendorf House im Queen-Anne-Stil das „Lebkuchenhaus“.

