Während die Fantasieexzesse der Modernisme-Architektur (siehe → hier) das Viertel L’Eixample definieren, ist die Altstadt (Ciutat Vella) voller atmosphärischer, gewundener Gassen des Barri Gótic („gotisches Viertel“). Das Barri Gótic, an der Westseite begrenzt von der Promenade La Rambla, wird von der Kathedrale beherscht (1298 begonnen, um 1450 vollendet), deren Plaza an Sonntagnachmittagen besonders festlich wird, wenn dort massenweise Menschen den katalanischen Rundtanz sardana aufführen. Das können Sie von vielen Zimmern des nahen Hotel Colón aus beobachten, eines anmutigen, altmodischen, einst von Joan Miró bevorzugten Hotels. Einige Blocks weiter bietet das Neri Hotel/Restaurant modernen Stil mit neogotischem Einschlag in der Verborgenheit eines Palastes aus dem 18. Jh.
5 mittelalterliche Stadthäuser östlich der Kathedrale wurden zum Museu Picasso zusammengelegt, welches 3800 seiner Werke besitzt und damit hinter dem Picasso-Museum in Paris (siehe → hier) den 2. Platz belegt. Viele frühe Beispiele, darunter Skizzenbücher aus der Kindheit, zeigen, wie ein talentierter junger Mann aus Málaga während seiner Jahre im kosmopolitischen Barcelona (1895–1904) zum Meisterkünstler wurde.

Die Straße Bisbe Irurita im Barri-Gótic-Viertel war ein antiker römischer Fahrweg.
Viel Zeit verbrachte er damals im Els Quatre Gats („Die 4 Katzen“), einem Bar-Restaurant im Barri Gótic, das 1897 vom modernistischen Architekten Josep Puig i Cadafalch entworfen wurde und seitdem die Boheme bedient. Die Straßen nordwestlich der Kathedrale rund um Els Quatre Gats eignen sich besonders gut zum abendlichen Tapas-Hopping. Aber selbst in Barcelona kann wenig mit dem langen, baumgesäumten Boulevard La Rambla mithalten – „der wahre Geist der Stadt“, wie Federico García Lorca schrieb. Inmitten der auf Sie einstürmenden Blumenverkäufer, Straßenmusiker, Karikaturisten und Cafékellner, die Sie locken wollen, taucht der Mercat de la Boqueria auf, der städtische Delikatessentempel – ein gastronomischer Himmel auf Erden mit mehr als 300 Ständen, die alles von wilden Pilzen bis zu zappelnden Aalen verkaufen. Die immer volle Bar Pintxo direkt im Eingang rechts ist perfekt für ein paar Tapas oder ein Sandwich, um Ihren Appetit vor dem Einkaufen zu stillen. La Rambla ist nicht nur Straßentheater: In der Mitte steht das Gran Teatre del Liceu, eines der prächtigsten Opernhäuser der Welt, nach einem schlimmen Feuer 1994 wieder aufgebaut.
HOTEL COLÓN: Tel. +34/933-011404; www.hotelcolon.es. Preise: ab € 77 (Nebensaison), ab € 122 (Hochsaison). NERI HOTEL: Tel. +34/933-040655; www.hotelneri.com. Preise: ab € 193 (Nebensaison), ab € 300 (Hochsaison). MUSEU PICASSO: Tel. +34/932-563000; www.museupicasso.bcn.es. ELS QUATRE GATS: Tel. +34/933-024140; www.4gats.com. Preise: Mittagessen € 26. MERCAT DE LA BOQUERIA: Tel. +34/933-182584. BAR PINTXO: Tel. +34/933-171731; www.boqueria.info. Preise: pintxo-„Mahlzeit“ € 13. GRAN TEATRE DEL LICEU: Tel. +34/934-859913; www.liceubarcelona.com. REISEZEIT: Do.: Flohmarkt Mercat Gótic de Antiguitats auf der Plaça Nova; Weihnachtszeit: Fira de Santa Llúcia (Luciafest).

