Obwohl Damaskus bereits auf eine lange Stadtgeschichte bis ins 3. Jt. v. Chr. zurückblicken kann, erlebte es seine Blütezeit erst kurz nach Begründung des Islam im Jahr 610. In diese Zeit fiel auch der Bau der altehrwürdigen Umayyaden-Moschee, benannt nach einem Kalifat des 7. Jh., das für die Verbreitung der neuen Religion im Nahen Osten, Nordafrika und in Teilen Spaniens verantwortlich war. Dieses neu entstandene islamische Imperium war das größte zusammenhängende Reich, das die Welt bis dahin gesehen hatte, und seine Hauptstadt hieß Damaskus.
Die Umayyaden-Moschee, auch Große Moschee von Damaskus genannt, liegt mitten in der historischen Altstadt und zählt heute zu den wichtigsten Stätten der islamischen Welt. Bedeutender sind nur noch die Moscheen von Mekka und Medina (siehe → hier). Sie wurde im Jahr 705 auf den Ruinen einer byzantinischen Kirche errichtet (die ihrerseits auf den Überresten eines antiken Tempels stand), und ihr Stil beeinflusste die islamische Kunst und Architektur weltweit. Anders als beim Felsendom in Jerusalem oder der Blauen Moschee in Istanbul (siehe → hier und → hier) entfaltet sich die größte Pracht hier erst im Innern: Die Wände des zentralen Innenhofes sind mit detailreichen goldenen Mosaiken geschmückt. Auch für Nichtmuslime ist die Moschee zugänglich.
Westlich davon liegt der Souq al-Hamidiyeh, der größte Markt der Altstadt. Eigentlich handelt es sich um eine Ansammlung kleinerer Märkte, sortiert nach den jeweils angebotenen Waren: Gewürze, Süßigkeiten, Kunsthandwerk und zahllose Textilien (wie Damast, der in Damaskus erfunden wurde).
Damaskus’ Restaurantszene wurde mit den Jahren immer exquisiter. Das Naranji (Orange) gegenüber dem Römischen Bogenmonument an der Geraden Straße (die alles andere als gerade ist), ist immer gut gefüllt und bekannt für seine regionale Küche. Genießen Sie gekochtes Lamm mit Okraschoten oder köstliches sayadieh (Fisch mit Reis) im Innenhof oder auf der Dachterrasse.

Die achteckige Schatzkammer mit ihren opulenten Mosaiken.
Empfehlenswert für eine Übernachtung ist das Four Seasons, Sie finden es in der Nähe des Nationalmuseums außerhalb der Altstadt. Dort verbindet sich westlicher Standard perfekt mit syrischer Gastlichkeit. Wer sich nach orientalischem Flair sehnt, dem sei das Al Mamlouka empfohlen, ein Haus mit 8 Gästezimmern in einem historischen Gebäude aus dem 17. Jh.
NARANJI: Tel. +963/11-541-3443; Preise: Dinner € 26. FOUR SEASONS: Tel. +963/11-339-1000; www.fourseasons.com/damascus. Preise: ab € 252. BEIT AL MAMLOUKA: Tel. +963/11-543-04-456; www.almamlouka.com. Preise: ab € 133. REISEZEIT: März–Mai: bestes Wetter; jeweils Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) am Ende des Ramadan.

