
„Tokio beweist mehr als jede andere Stadt, dass eine ‚Stadt‘ nicht nur aus Stahl und Beton besteht, sondern ein lebender Organismus ist.“ – TOSHIKO MORI

TOKIO
Honshu, Japan
Japans hektische Hauptstadt gleicht in mehr als einer Hinsicht einem Rausch. Sie ist beruhigend vertraut, zugleich aber auch verstörend fremd und bietet neonbeleuchtete Konsumtempel, popkulturelle Eskapaden, Essen vom anderen Stern und die Stille der Zen-Gärten und Schreine. Die Nachwirkungen des katastrophalen Erdbebens 2011 werden noch auf Jahre hinaus zu spüren sein, aber dem ahnungslosen Betrachter muss es so erscheinen, als ob Tokio einfach weitermacht, ohne zu verharren. Der architektonische Mischmasch der eng bebauten Stadtviertel hat alles zu bieten: von den Überresten einer Burg des 17. Jh. bis hin zu Hightechwolkenkratzern, deren Außenverkleidung nur aus LED-Displays zu bestehen scheint. Tokio ist das ultimative urbane Abenteuer, und sein Herzschlag besteht aus ständigem Wandel.
HAUPTATTRAKTIONEN
KAISERLICHER PALAST UND PALASTGÄRTEN – Der Sitz der kaiserlichen Familie liegt im Zentrum Tokios, umgeben von einem mächtigen Burggraben. Obwohl der kaiserliche Palast selbst nicht zugänglich ist, gibt es doch einige Bereiche des Palastgeländes, die im Rahmen offizieller Führungen besichtigt werden können (eine Reservierung ist notwendig). Die Higashi Gyoen können allerdings jederzeit besichtigt werden, die östlichen Gärten. Sie erreichen die Steinfundamente der Honmaru (innerster Bereich der Burganlage) über Brücken, durch gepflegte Gärten und Haine. Teile der erhaltenen Bausubstanz reichen in das Jahr 1640 zurück, als der erste kaiserliche Palast fertiggestellt wurde. Von Kokyo Gaien aus, dem großen Platz an der südöstlichen Seite des Palasts, können Besucher die besinnlich wirkende Bogenbrücke Nijubashi betrachten, über die der Innenbereich des Palastgeländes erreicht werden kann; im Hintergrund ist der pittoreske Wachturm Fushimi-yagura zu sehen. INFO: Tel. +81/3-3213-1111; www.kunaicho.go.jp/eindex.html.

Das Hozo-Mon-Tor führt zur Haupthalle des Senso-ji.
SENSO-JI – Dieser buddhistische Tempel, der auch Asakusa Kannon genannt wird, ist der Göttin Kannon gewidmet. Er ist Tokios ältester Tempel. Einer Legende zufolge fischten um das Jahr 628 2 Brüder im nahen Sumida-Fluss und holten mit ihren Netzen eine Goldstatuette der Kannon aus dem Wasser. Sie überreichten sie ihrem Dorfvorsteher, der sich dazu inspiriert fühlte, buddhistischer Priester zu werden und sein Haus in einen Tempel zu ihren Ehren zu verwandeln. Gerüchten zufolge ist die Statuette immer noch dort, aber sie wird nie öffentlich gezeigt. Der Zweite Weltkrieg richtete schwere Schäden an, und der Tempelkomplex wurde neu aufgebaut. Heute ist er der Mittelpunkt des Sanja-matsuri, eines Festivals, das am 3. Maiwochenende begangen wird. Dabei werden etwa 100 mikoshi (tragbare Schreine) durch die Straßen getragen. Spazieren Sie über die bunte, historische Nakamise-dori, die Sie zum Schrein führt und von zahlreichen Geschäften mit traditionell japanischen Souvenirs gesäumt ist – oder schauen Sie für einen kurzen Besuch im Dembo-in-Garten vorbei. INFO: Tel. +81/3-3842-0181; www.senso-ji.jp.
NATIONALMUSEUM TOKIO – Seit seiner Eröffnung 1872 hat das Nationalmuseum oft Adresse und Namen geändert, war während des Zweiten Weltkriegs geschlossen und erlitt Erdbebenschäden. Heute ist es das älteste und größte Museum Japans. 4 Hauptgebäude bieten über 110.000 Ausstellungsstücken Platz; es sind immer mindestens 3000 von ihnen zu sehen. Die Hauptgalerie, die Honkan, widmet sich japanischer Kunst – von 10.000 v. Chr. bis zum späten 19. Jh., während die Toyokan asiatische Kunst sowie archäologische Fundstücke aus China, Korea, Kambodscha, Indien, Iran und der Türkei sowie eine ägyptische Mumie zeigt. Die Heiseikan präsentiert archäologische Artefakte Japans, zu denen Keramiken und Haniwa-Grabfiguren aus Ton gehören (die der Jomon-Zeit entstammen, 10.000–1000 v. Chr.); das Horyuji-Schatzhaus stellt buddhistische Kostbarkeiten aus dem Horyu-ji in Nara aus. INFO: Tel. +81/3-3822-1111; www.tnm.go.jp.
MIT DEM SCHIFF AUF RUNDREISE – Tokios Flüsse und Kanäle waren während der Edo-Zeit wichtige Handelswege, aber als sich der Transport auf Straße und Schiene verlagerte, wurden viele von ihnen überbaut. In den letzten Jahren hat der Verkehr auf dem Sumida wieder zugenommen, und eine Schifffahrt bietet eine faszinierende Alternative zu den üblichen Aussichtspunkten Tokios. Sie beginnt am Hinode-Pier, dann geht vorbei am Tsukiji-Fischmarkt (siehe → hier) und der Insel Tsukuda, die die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs nahezu unbeschadet überstanden hat und ein Zentrum der Edo-Kultur geblieben ist. Das Wassertaxi fährt unter 12 Brücken hindurch, die in unterschiedlichen Farben bemalt sind und nachts angestrahlt werden. Steigen Sie in Asakusa aus, denn der Senso-ji ist nur einen kurzen Spaziergang entfernt (siehe → hier) Wenn Sie in die andere Richtung fahren, steigen Sie bei Tsukiji aus und erreichen nach 5 Minuten den Hama-rikyu-Garten direkt am Hafen. WIE: Tokyo Cruise Ship Company bietet verschiedene Touren an. Tel. +81/120-977311; www.suijobus.co.jp.

Sumoringer in zeremoniellen kesho-mawashi.
SUMO – Die Regeln dieser Sportart sind einfach: 2 extrem große rikishi (Ringer, meist mit einem Gewicht von über 150 kg), die Seidenlendenschurze und kunstvolle Frisuren tragen, treten in einem Ring gegeneinander an, und wer den Ring zuerst verlässt oder den Boden mit seinem Körper berührt (abgesehen von den Fußsohlen), hat verloren. Die Turniere (basho) dauern 15 Tage und werden 6-mal im Jahr abgehalten, davon 3 in Tokio (Januar, Mai und September). Die hochrangigen ozeki und yokozuna (Großmeister) treten später als die Anfänger an. Die Tokioter Turniere werden im Sumo-Nationalstadion (Kokugikan) in Ryogoku abgehalten. Einige der „Ställe“ (heya), denen die Ringer angehören, befinden sich in der Nähe des Kokugikan; einen Besuch können Sie über das Tokyo Tourist Information Center (TIC) arrangieren. TICKETVERKAUF DES JAPANISCHEN SUMOVERBANDS: Tel. +81/3-3622-1100; www.sumo.or.jp/eng/. TIC TOKYO: Tel. +81/3-5321-3077; www.tictokyo.jp/en.
EINKAUFEN – Tokio ist der Shopping-Jackpot. Es gibt Straßen, in denen nur bestimmte Produkte verkauft werden: Küchenutensilien (Kappabashi, bei Asakusa), Elektronik und Computer (Akihabara) und Essen (Tsukiji; siehe → hier) Ginza und der angrenzende Stadtteil Nihombashi bieten teure Boutiquen und Kaufhäuser wie Mitsukoshi und Takashimaya. Auf der Omotesando-Allee in Aoyama wächst harte Konkurrenz heran, denn dort haben sich einige der exklusivsten Modelabels angesiedelt (auch Prada mit seinem umwerfenden Flagship-Store). Die Jüngeren fühlen sich vor allem in den abgefahrenen Einkaufszentren auf der Cat Street und der Takeshitadori im Stadtteil Harajuku wohl und genießen die Atmosphäre von Shibuya. Marunouchi zwischen dem kaiserlichen Palast und dem Hauptbahnhof wurde auch ganz auf Konsum ausgelegt und hat sich seiner eintönigen Bürogebäude entledigt, um zu einem glitzernden Konsumtempel zu werden, vor allem entlang der Naka-dori.
TSUKIJI-FISCHMARKT – Jetlag kann etwas Wunderbares sein. Wenn Sie morgens um 5 Uhr hellwach sind und etwas erleben wollen, sind die gigantischen Hallen des Tsukiji-Fischmarkts (hier werden 90 % des täglichen Fischbedarfs Tokios gedeckt – mehr als 2000 t) genau das Richtige. Schlendern Sie durch die Gänge dieses atemberaubenden Gebäudes und wundern Sie sich über Dinge, die Sie ganz bestimmt nicht essen würden. In einem Land, das vor allem von frischem Fisch lebt, ist der maguro (Thunfisch) das wichtigste Produkt. Eingefrorene Thunfische in Torpedogröße (ein Fisch kann um die 500 kg wiegen) werden von den Fischerbooten an den Kais des Markts abgeladen. Niemand garantiert frischeren Fisch oder eine größere Auswahl als die schlichten Sushi-Restaurants des Tsukiji wie etwa das Sushi Dai. INFO: Tel. +81/3-3547-8011; www.tsukiji-market.or.jp. SUSHI DAI: Tel. +81/3-3547-6797. Preise: Menü mit 10 Sushi-Varianten € 33.
KUNSTDREIECK ROPPONGI – Seit Jahrzehnten gehört Roppongi zu den beliebtesten Partyvierteln in Tokio, aber in den letzten Jahren zeigt sich der Stadtteil kultivierter als zuvor. Die obersten Etagen des 54-stöckigen Mori Tower werden vom beeindruckenden Mori-Kunstmuseum genutzt, das zum sogenannten Kunstdreieck Roppongi zählt. 2. im Bunde ist das Suntory-Kunstmuseum, das für seine vorzügliche Sammlung an Keramiken, Lackarbeiten, Textilien und Kunstwerken bekannt ist. Nummer 3 ist das Nationale Kunstzentrum Tokio, dessen Gebäude von Kisho Kurokawa auf verblüffende Weise umgesetzt wurde. Nehmen Sie sich einen Tag Zeit, diese Institutionen zu besuchen und auch 21_21 Design Sight, eine moderne, designorientierte Einrichtung, die das geistige Kind von Modedesigner Issey Miyake und Architekt Tadao Ando ist. MORI-KUNSTMUSEUM: Tel. +81/3-6406-6100; www.mori.art.museum. SUNTORY-KUNSTMUSEUM: Tel. +81/3-3479-8600; www.suntory.com/culture-sports/sma. NATIONALES KUNSTZENTRUM TOKIO: Tel. +81/3-6812-9900; www.nact.jp. 21_21 DESIGN SIGHT: Tel. +81/3-3475-2121; www.2121designsight.jp.
YANAKA – Ein Drang, sich zu verändern, Naturkatastrophen und die schrecklichen Folgen menschlicher Fehler haben Tokio derart zerstört und neu entstehen lassen, dass es nahezu unmöglich ist, Spuren des alten Edo zu entdecken – so hieß die Hauptstadt vor 1868. Das macht Yanaka, den Stadtteil nördlich des Bahnknotenpunkts Ueno, zu einem solchen Wunder. Steigen Sie an der Nippori-Station aus, und Sie erreichen nach wenigen Minuten den Yanaka-Friedhof, eine grüne Oase, wo der letzte Tokugawa-Shogun Yoshinobu begraben liegt. Auch die Einkaufsstraße Yanaka-Ginza liegt in der Nähe, hier finden Sie handgemachte Hausschuhe, Essstäbchen, Körbe, erlesene Teesorten und Reiscracker. Sehen Sie kleine Tempel und Schreine, malerische Holzwohnhäuser und robuste, traditionelle Warenlager, die in Galerien umgewandelt wurden, wie das Oguraya, das im 19. Jh. einem Pfandleiher gehörte, sowie das altehrwürdige Papiergeschäft Isetatsu. OGURAYA: Tel. +81/3-3828-0562; www.oguraya.gr.jp. ISETATSU: Tel. +81/3-3823-1453.
ÜBERNACHTEN
CLASKA – Ein Boutique-Hotel – nicht nur so schick wie ein Kleid von Issey Miyake, sondern auch mit einer sagenhaften Mischung aus traditionellem und zeitgenössischem Japan. Für alle Hipster die erste Adresse, denn hier gibt es eine elegante Lobby mit Café und Bar, einen Hundesalon und den Geschenkeladen Do, der eine große Auswahl an modernen japanischen Designobjekten vorrätig hat. Es gibt nur 9 Zimmer, einige mit modernen japanischen Möbeln, andere mit eher traditionellen tatami (Bodenmatten); 3 wurden von einheimischen Künstlern individuell eingerichtet. Auch wenn das Claska nicht gerade der beste Ausgangspunkt für Besichtigungen Tokios ist, kommt man doch von der munteren Einkaufsstraße dieses Wohnbezirks mit dem Taxi schnell zur Meguro-Station. INFO: Tel. +81/3-3719-8121; www.claska.com. Preise: ab € 178.
PARK HOTEL TOKIO – Eine kostengünstigere Alternative zum Park Hyatt Hotel (mit dem es manchmal verwechselt wird, weil beide 2003 eröffnet wurden) ist das stilsicher eingerichtete Park Hotel Tokio. Die Lobby liegt im 24. Stock, die 273 Zimmer in der 25.–33. Etage, und der Weg zur Station Shiodome ist kurz. Die Zimmer sind hochmodern und der Ausblick über Tokio genauso gut wie im Hyatt – bei klarem Wetter kann man den Fuji sehen. Freundliche Mitarbeiter organisieren Stadtführungen oder Eintrittskarten zu einem Sumokampf; Sie können aber auch einen Kurs bei der Constance Spry Flower School belegen, die sich im selben Gebäude befindet und für ihre Blumenarrangements weltberühmt ist. INFO: Tel. +81/3-6252-1100; www.parkhoteltokyo.com. Preise: ab € 237.
PARK HYATT – Dem eleganten, niveauvollen Hotel wurde mit Lost in Translation ein Denkmal gesetzt. Es befindet sich in den obersten Etagen eines futuristischen 52-stöckigen Wolkenkratzers. Die größten Zimmer Tokios bieten alle Annehmlichkeiten (z.B. riesige Badezimmer) und einen unglaublichen Blick auf den Bezirk Shinjuku und den Fuji (siehe → hier). Seine Restaurants boten Tokio erstmals ein zuvor unbekanntes gastronomisches Niveau. Reservieren Sie einen Tisch am Fenster des japanischen Restaurants Kozue oder entscheiden Sie sich für das New York Grill im obersten Stockwerk, dessen Fensterfront 2 Etagen hoch ist und das einen Weinkeller mit 1600 Flaschen besitzt. Hier dinieren Sie umgeben von Originalkunstwerken, und der Brunch am Sonntag ist sagenhaft. INFO: Tel. +81/3-5322-1234; www.tokyo.park.hyatt.com. Preise: ab € 370; Dinner im Kozue € 110, im New York Grill € 74.
PENINSULA TOKYO HOTEL – Das 24-stöckige Peninsula Hotel nimmt direkt neben den Einkaufsbezirken Ginza und Marunouchi (siehe → hier) einen ganzen Block ein. Das Gebäude, dessen Design dem einer japanischen Laterne ähnelt, bietet einen erstklassigen Blick auf den kaiserlichen Palast und strahlt dieselbe Eleganz und Klasse wie sein Zwilling in Hongkong aus (siehe → hier). Die Zimmereinrichtung ist luxuriös und verbindet kräftige erdfarbene Töne mit lackiertem Holz und Marmorbadezimmern. Das Restaurant Peter auf der 23. Etage ist modern, aber sinnlich, verspielt und phänomenal eingerichtet. Chefkoch Patrice Martineau präsentiert international inspirierte Küche und Spezialitäten, zu denen auch die Eismeerkrabbe aus Hokkaido zählt. INFO: Tel. +81/3-6270-2888; www.peninsula.com. Preise: ab € 537; Festpreis-Dinner im Peter € 70.
SUKEROKU-NO-YADO SADACHIYO – Tokio ist nicht für seine ryokans berühmt (diese traditionellen Gasthäuser finden Sie eher in Kyoto; siehe → hier). Wenn Sie aber dennoch eine Unterkunft suchen, die an die Edo-Zeit erinnert, ist das Sukeroku-Noyado Sadachiyo eine gute Wahl. Das bezaubernde Gasthaus liegt mitten in Asakusa und ist nur wenige Schritte vom Senso-ji-Tempel (siehe → hier) entfernt. Die 20 traditionell eingerichteten Tatami-Zimmer haben eigene Badezimmer (was bei ryokans nicht üblich ist), aber natürlich gibt es auch die Möglichkeit, die typischen Gemeinschaftsbäder zu nutzen. Ein Aufenthalt in einem ryokan hat immer den Vorteil, köstliche und liebevoll arrangierte kaiseki-Mahlzeiten genießen zu können, und das Sukeroku-no-Yado Sadachiyo macht da keine Ausnahme. Die zuvorkommenden Inhaber organisieren auch den Besuch einer Geisha – was in Tokio auch eine Seltenheit ist. INFO: Tel. +81/3-3842-6431; www.sadachiyo.co.jp. Preise: ab € 170.
ESSEN & TRINKEN
HANTEI – Dieses kleine, kostengünstige Restaurant liegt nahe der Nezu-U-Bahn-Station. Die Spezialität sind kushiage – frittierte Fleisch-, Fisch- und Gemüsespieße. Sie werden zu jeweils 6 Stück mit einigen Vorspeisen gereicht, und Sie bestellen einfach so lange nach, bis Sie satt sind. Teil dieser Erfahrung ist das 3-stöckige Holzhaus, das um ein gemauertes kura (Lagerhaus) errichtet wurde. INFO: Tel. +81/3-3828-1440. Preise: Dinner € 26.
INAKAYA – Vor über 30 Jahren eröffnete in Roppongi das erste robatayaki (Restaurant mit Grillspezialitäten) und hat heute 2 weitere Filialen. Man sitzt an einem u-förmigen Tisch, hinter dem ein Chefkoch kniet und eine Auswahl an frischem Gemüse, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten anbietet. Sie deuten einfach auf das, was Sie essen wollen (Jakobsmuscheln, Steak, Aubergine), der Kellner brüllt die Bestellung, der Koch bestätigt sie mit lautem Schreien und bereitet das Essen auf dem Grill frisch zu. Nach wenigen Minuten erhalten Sie auf einer Art langem Holzpaddel eine schmackhafte Mahlzeit. INFO: Tel. +81/3-5775-1012; www.roppongiinakaya.jp. Preise: Dinner € 55.
KUROSAWA – Namensgeber war niemand Geringerer als der Filmregisseur Akira Kurosawa. Die Spezialität des Restaurants sind frische soba (Buchweizennudeln) und Gerichte wie shabu shabu (eine Art Eintopf). Die Politiker des nahen kokkai (des japanischen Parlaments) lieben es, denn das 2-stöckige Restaurant ähnelt der Kulisse eines Samurai-Klassikers Kurosawas. Unten dreht sich alles um Nudeln; oben liefert gediegenere Atmosphäre den richtigen Rahmen für Festessen mit appetitlichem Schweinefleisch. Die 3 anderen Kurosawas in Tokio widmen sich jeweils anderen regionalen Küchen Japans. INFO: Tel. +81/3-3580-9638; http://9638.net/eng. Preise: Nudeln € 7,50, Gericht mit Schweinefleisch € 45.
MAISEN – Tonkatsu besteht aus zarten panierten, frittierten Schweinekoteletts, meist auf Weißkohl mit einer würzigen Soße serviert werden. Dazu gibt es Reis, eine Misosuppe und eingelegtes Gemüse. Wenn es richtig gemacht ist, schmeckt es köstlich, ist sättigend und gut für den Geldbeutel. Ein Beispiel für ein typisches tonkatsu-Restaurant ist das Maisen in einem umgebauten öffentlichen Badehaus aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Nur wenige Schritte trennen Sie von der angesagten Einkaufsstraße Omotesando im Stadtteil Harajuku. Es gibt übrigens auch frittierten Fisch oder Riesengarnelen. INFO: Tel. +81/3-3470-0071; http://mai-sen.com. Preise: Dinner € 22.
SHUNJU – Die izakaya ist eine Art Kneipe, wo Alkohol ausgeschenkt wird – meist Sake, shochu (eine wodkaähnliche Spirituose) oder Bier –, zusammen mit einem leckeren Menü. Zu den stilvollsten izakaya Tokios gehört die kleine Kette Shunju. Ihre Filiale im obersten Stockwerk des Sanno Park Tower hat 2 Stockwerke hohe Fenster und Gerichte, die mit dem frischesten Saisongemüse gekocht sind. Die Filiale in Tsugihagi, direkt gegenüber dem Hotel Imperial, ist im Souterrain, aber die Ausstattung ist äußerst ideenreich und die Atmosphäre intim; suchen Sie sich Ihr Lieblingssushi aus, kosten Sie gegrillte Meeresfrüchte und Tofu, der frisch am Tisch zubereitet wird. INFO: Tameiki-Sanno, Tel. +81/3-3592-5288; Tsugihagi, Tel. +81/3-3595-0511; www.shunju.com/ja. Preise: Dinner € 60.
GASTRO-SAFARI – Lassen Sie sich von Bespoke Tokyo auf „Safari“ mitnehmen: Die gastronomische Bandbreite ist faszinierend, die Speisenzubereitung in vielen Fällen hoch spezialisiert. Einige Sushi-Restaurants bieten nur oshizushi (Press-Sushi) oder inarizushi (Sushi-Reis in frittiertem Tofu) an, während sich andere auf eine Nudelart oder Regionalküche spezialisiert haben. In den Untergeschossen der Kaufhäuser (depachika) gibt es die besten Lebensmittelgeschäfte, und jeder Tokioter weiß, wo die besten traditionellen kaiseki-Restaurants zu finden sind. BESPOKE TOKYO: www.bespoketokyo.jp.
TAGESAUSFLÜGE
KAMAKURA – Minamoto no Yoritomo, Japans erster Shogun, ernannte Ende des 12. Jh. diese Küstenfestung zur Hauptstadt. In malerischer Umgebung liegen 65 buddhistische Tempel und 10 Shinto-Schreine, einschließlich des Kotoku-in-Tempels. Hier steht auch der bronzene Große Buddha (Daibutsu), über 13 m hoch und 121 t schwer. Seit sein Tempel 1495 von einem Tsunami fortgespült wurde, ist der Buddha den Elementen ausgesetzt. In der Nähe befindet sich der schöne Tempel Hase-dera. Wenn Sie die Treppe hinaufsteigen, kommen Sie an Hunderten kleiner Steinbilder des Jizo vorbei, des Schutzgottes der Kinder. Seine Kannon-Halle beherbergt eine Holzstatue der Juichimen Kannon, der 11-köpfigen Göttin des Mitgefühls, die 9 m hoch ist und eine Krone aus 10 kleineren Köpfen trägt, damit sie in allen Richtungen die erblicken kann, die ihres Mitgefühls bedürfen. WO: Präfektur Kanagawa, 40 km südwestl. von Tokyo; http://amazing-kanagawa.jp/english/.

Eine der größten Bronzestatuen Japans, der Große Buddha in Kamakura, ist den Elementen schutzlos ausgesetzt und dennoch im Frieden mit sich selbst.
NIKKO – Nikko ist von einem gebirgigen Nationalpark mit kilometerlangen Wanderwegen plus Wasserfall umgeben. Hier steht der sagenhaft verzierte Tosho-gu-Schrein. Er wurde im 17. Jh. erbaut und ist die Begräbnisstätte Tokugawa Ieyasus, des Gründer des Tokugawa-Shogunats. Eine Mischung aus Shinto- und buddhistischen Elementen mit Schnitzereien, bunten Farben und Blattgold lässt den Schrein chinesisch wirken. Am 17. und 18. Mai stellt eine Prozession Hunderter Männer in historisch nachempfundenen Samuraikostümen die Überführung von Shogun Ieyasus Leichnam aus der Präfektur Shizuoka nach Nikko nach. Besuchen Sie auch den Futarasan-Schrein und den buddhistischen Tempel Rinno-ji. WO: Präfektur Tochigi, 119 km nördl. von Tokio. INFO: www.nikko-jp.org/english/.