Im Südosten Perus liegt das größte und artenreichste Regenwaldschutzgebiet Südamerikas, der fast 19.000 km2 große Nationalpark Manú. Das Biosphärenreservat umfasst gleich mehrere ökologische Zonen: Im Zentrum liegt die Bergwelt der Andengipfel, die langsam in die Hänge der Bergnebelwälder übergeht und schließlich in den endlosen Ebenen der Amazonas-Regenwälder ausläuft. In keinem anderen Naturschutzgebiet der Erde sind mehr Arten heimisch: Geschätzte 15.000 Pflanzenarten, über 1000 Vogel- und 13 Affenarten, darunter Kapuzineräffchen, Klammeraffen oder der kuriose Kaiserschnurrbarttamarin. Zu den etwa 200 Säugetierarten zählt auch der scheue Jaguar; an kaum einem anderen Ort Südamerikas hat man bessere Chancen, einen Blick auf ihn zu erhaschen.
Die Kehrseite ist, dass der Nationalpark nur unter strengen Auflagen und teilweise gar nicht zugänglich ist. Touren sind zeitaufwendig, und die Übernachtung findet typischerweise im Zelt oder ähnlich schlichten Behausungen statt. Manu Expeditions, der erste Tourenanbieter der Region, ist nach wie vor die beste Wahl. Die Besitzer, der Ornithologe Sir Barry Walker, gleichzeitig britischer Konsul in Cusco, und seine einheimische Frau Rosario Velarde bieten schon seit 1983 geführte Touren durch Berge und Regenwald an. Unter den Zielen ist auch die Manu Wildlife Center Lodge. Zu erreichen ist sie nur per Flugzeug, es schließt sich eine 2-stündige Bootsfahrt an. Der entlegene Ort bietet 22 Hütten inmitten des Regenwaldes; die urwüchsige Natur lässt sich auf Wanderwegen und von Aussichtsplattformen aus bestaunen.
WO: 161 km südwestl. von Cusco. MANU EXPEDITIONS: Tel. +51/84-225-990; www.manuexpeditions.com. Preise: 6-tägige Tour € 1222, all-inclusive (auch kürzere Touren möglich), Flug extra. WANN: Apr.–Dez.: weniger Regen.

