Avignon geriet im 14. Jh. als Hauptstadt der christlichen Welt ins internationale Rampenlicht: 7 aufeinanderfolgende Päpste, die sich mit Rom überworfen hatten, richteten hier ihre Residenz ein. Die kleine Stadt wuchs schnell, denn es wurden Festungsmauern, Brücken, der riesige Palais des Papes (Papstpalast) und die Häuser der Kardinäle gebaut. Im Palast gibt es heute keinen Zierrat mehr, aber die lebhafte Stadt floriert auch heute, dank des universitären Lebens und des berühmten internationalen Theater- und Tanzfestivals im Sommer.
Sie werden Ihre Fantasie brauchen, um den früheren Glanz des Papstpalastes zu erfassen, aber seine große Sammlung mittelalterlicher Malerei und Plastik wird im nahen Petit-Palais-Museum gezeigt. Größere Opulenz bekommen Sie im Hotel La Mirande gegenüber dem Palast, im 14. Jh. für einen Kardinal erbaut und mit Kunst aus 2 Jahrhunderten bestückt. Hier ist auch eines der besten Restaurants Avignons. Eine weitere großartige Option ist das Hôtel d’Europe in einer Residenz des 16. Jh., mit herrschaftlich großen Räumen, die auf den Palast schauen. Speisen wie die Könige können Sie in Christian Étiennes Restaurant unter 700 Jahre alten Fresken; die Spezialmenüs konzentrieren sich auf eine einzelne Zutat wie Hummer oder Tomaten.
Nur 4 der 22 Bögen der Pont St-Bénézet, der Brücke aus dem Kinderlied Sur le pont d’Avignon, stehen noch. Im Mittelalter führte sie nach Villeneuve les Avignon, wo heute noch mehr als ein Dutzend Kardinalshäuser des 14. Jh. mit Blick über Avignon und das Rhônetal stehen. Das Hotel Prieuré, ursprünglich ein erzbischöfliches Palais, hat 33 reizende Zimmer, teils mit Terrasse.

Der Pont du Gard, 45 v. Chr. erbaut und bis zum 4. Jh. in Gebrauch, führte Wasser mehr als 48 km weit vom Fluss Eure nach Nîmes.
Gleich weit von Avignon enfernt sind 2 beliebte Tagesziele: Im Westen liegt der römische Aquädukt Pont du Gard, ein dreistöckiges Wunderwerk der Ingenieurskunst, das vor über 2000 Jahren gebaut wurde, um Wasser nach Nîmes zu bringen. Im Osten ist die hübsche Stadt L’Isle sur la Sorgue mit ihren pittoresken Kanälen. Der sonntägliche Antikmarkt ist der größte in Frankreich außerhalb von Paris.
Wer es ruhig mag, aber dennoch nah bei Avignon sein möchte, ist im eleganten Hôtel Crillon-le-Brave richtig, einem typisch provenzalischen Landgasthof, in dem einst Herzöge lebten. Er bietet Aussicht auf Weinberge, Olivenhaine und den Mont Ventoux. Lavendelreihen bedecken die Felder am Fuß des Berges. Einige der schönsten Felder gibt es 1 Stunde Autofahrt entfernt in der Nähe der Lavendelhauptstadt der Provence, in Sault.
WO: 742 km südl. von Paris; 105 km nordwestl. von Marseille. LA MIRANDE: Tel. +33/4-90-142020; www.lamirande.fr. Preise: ab € 348 (Nebensaison), ab € 422 (Hochsaison); Dinner € 70. HÔTEL D’EUROPE: Tel. +33/4-90-147676; www.heurope.com. Preise: ab € 220. CHRISTIAN ÉTIENNE: Tel. +33/4-90-861650; www.christian-etienne.fr. Preise: Dinner € 74. LE PRIEURÉ: Tel. +33/4-90-159015; www.leprieure.com. Preise: ab € 203. Wann: Nov.–März: geschlossen. HÔTEL CRILLON-LE-BRAVE: Tel. +33/4-90-656161; www.crillonlebrave.com. Preise: ab € 263. REISEZEIT: Juli: Theaterfestival in Avignon; Juni–Mitte Aug.: Lavendelblüte.

