Petra, die alte Hauptstadt der Nabatäer, wird wegen des rot gefärbten Felsens, aus dem die prächtigen Paläste, Grabmäler und Schatzhäuser gehauen wurden, oft auch liebevoll „Pink City“ genannt. Obwohl die Stadt nicht zu den 7 Weltwundern der Antike gezählt wurde, erklärte man sie 2007 zu einem der „Neuen 7 Weltwunder“, was viel über ihre zeitlose Faszination aussagt.
Trotz ihrer langen Geschichte war Petra in der westlichen Welt bis zu Beginn des 19. Jh. völlig unbekannt. Der Schweizer Johann Ludwig Burckhardt „entdeckte“ die Stadt 1812 für den Westen und begann mit Ausgrabungen. Man erreicht Petra über den Siq, einen knapp 2 km langen, gewundenen Pfad, der an manchen Stellen gerade einmal 3 m breit ist und von hoch aufragenden Felsen flankiert wird. Es ist der einzige Weg, der in die Stadt hinein- und wieder hinausführt, und während der Hochsaison drängen sich dort Touristengruppen, fliegende Händler und Packesel.
Am Ende des schmalen Durchgangs empfängt Petra den Besucher mit ihrem Wahrzeichen, dem Khazne al-Firaun, „Schatzhaus des Pharao“. Das aus einem riesigen Felsen geschlagene Gebäude im griechischen Stil datiert ins Jahr 56 v. Chr., der Blütezeit des nabatäischen Reiches. Weil seine Lage es vor der Erosion schützte, gehört es zu den am besten erhaltenen Bauwerken der Stadt.

Das Innere des Khazne al-Firaun ist trotz seiner prächtigen Fassade überraschend karg.
Hinter dem Khazne al-Firaun erstrecken sich die Ruinen einer einst blühenden Stadt und eines wichtigen Handelszentrums, das bis zur Mitte des 1. Jh. die alten Karawanenrouten kontrollierte, die Arabien mit Nordafrika und dem Mittelmeerraum verbanden. Die unzähligen Wohnhäuser, Tempel, Lagerräume und Grabstätten, die in die Wände getrieben wurden, vermitteln eine Vorstellung von Reichtum und Macht der Nabatäer. Über 800 Stufen führt ein gewundener Weg hinauf zum Kloster El Deir – der Aufstieg kann auch auf dem Rücken eines Esels bewältigt werden. Dieses Hochplateau bietet einen wundervollen Blick über Petra.
Die Stadt liegt nur 3 Autostunden von Amman entfernt, kann also, zumindest oberflächlich, im Rahmen eines Tagesausfluges erkundet werden. Empfehlenswerter ist es, sich vor Ort ein Hotel zu buchen, um einmal bei Sonnenauf- oder -untergang vor Ort zu sein: Dann trifft man sich bei Kerzenlicht, lauscht der Musik der Beduinen und genießt den süßen Minztee. Das Mövenpick Resort liegt direkt gegenüber dem Eingang zur Felsenstadt. Mit einer gelungenen Mischung aus zeitgenössischen und traditionellen Elementen ist es das schönste Haus am Platz. Eine gute Wahl ist auch das nur 8 km außerhalb der Stadt auf einem Felsen thronende Taybet Zaman, ein elegant modernisiertes Beduinendorf aus dem 19. Jh. – die Idee für das Projekt geht auf Königin Nur zurück. Von den 105 Zimmern führen kleine, von Bougainvilleen geschmückte Pfade zum hauseigenen Pool, zum Dampfbad und einem alten Suk, der zum Souvenirshop umgestaltet wurde.
WO: 225 km südl. von Amman. MÖVENPICK PETRA: Tel. +962/3-215-7111; www.movenpick-hotels.com. Preise: € 163 (Nebensaison), € 407 (Hochsaison). HOTEL TAYBET ZAMAN: Tel. +962/3-215-0111; www.jordantourismresorts.com. Preise: ab € 74 (Nebensaison), ab € 155 (Hochsaison). WIE: Das amerikanische Unternehmen Caravan Serai bietet 7-tägige „Historic Jordan“-Touren an, Petra inklusive. Tel. +1/206-545-1735; www.caravan-serai.com. Preise: ab € 793. Startet in Amman. REISEZEIT: März–Mai und Sept.–Nov.: bestes Wetter, am späten Nachmittag taucht die Sonne die Stadt in leuchtendes Rosa.

