Das in einem lieblich-grünen Tal gelegene Antigua gehört zu den am besten erhaltenen spanischen Kolonialstädten der westlichen Hemisphäre. Die 1543 gegründete Stadt war bis zu einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1773 Spaniens blühende Kapitale in Mittelamerika. Nach der Katastrophe verlegte man den Regierungssitz nach Guatemala-Stadt, aber die weniger wohlhabenden Familien blieben und erhielten Antigua am Leben.
Die strengen Denkmalschutzvorschriften sorgen heute für die Erhaltung der vielen Kirchen, Klöster und Wohnhäuser. Einige mussten rekonstruiert werden, von anderen blieben nur pittoreske Ruinen. Alle aber machen die große Anziehungskraft der Stadt aus, die wohlhabende Bewohner aus dem nahen Guatemala-Stadt und auch viele kulturinteressierte Ausländer anlockt. Das Herz der Stadt sind die Plaza Mayor und das Convento de las Capuchinas von 1736, das dank seiner soliden Bauweise bei dem großen Erdbeben kaum Schaden nahm. Heute ist es ein Museum zum Leben der Nonnen, die hier einst wohnten.
Während der Semana Santa starten die aufwendigen Prozessionen an der Barockkirche Iglesia y Convento de Nuestra Señora de la Merced (kurz: La Merced). Mit Beginn der Fastenzeit verwandelt sich die Stadt in ein einziges großes Passionsspiel; die Prozessionen schreiten dabei über Teppiche aus kompliziert arrangierten Blumen und Mustern aus buntem Sägemehl, die man alfombras nennt.
Zwischen schicken Cafés, Boutiquen und alten Ruinen steht Antiguas schönstes Hotel, die Casa Santo Domingo. Es wurde auf den Überresten des einst reichsten und mächtigsten Klosters der Stadt erbaut. Für Antigua ist es mit seinen 128 Zimmern sehr groß, und die Ausstellungen, die dort ebenfalls stattfinden, locken viele Neugierige an.
Suchen Sie nach einer ruhigeren Unterkunft, sei Ihnen das Posada Del Angel empfohlen. In den opulenten Zimmern des kleinen Hotels haben schon Bill Clinton und Mitglieder des europäischen Hochadels genächtigt.
Der am häufigsten bestiegene Vulkan Guatemalas ist der östlich von Antigua gelegene 2250 m hohe Pacaya. 1961 brach er ohne Vorwarnung aus, seitdem ist er ununterbrochen aktiv. Oft spuckt er nur kleine Dampfwolken, aber es gab auch schon so heftige Explosionen, dass die umliegenden Dörfer evakuiert werden mussten. Der lohnende Aufstieg bis zum Kraterrand dauert 2-3 Stunden.
WO: 25 km westl. von Guatemala-Stadt. CASA SANTO DOMINGO: Tel. +502/7820-1220; www.casasantodomingo.com.gt. Preise: ab € 125. POSADA DEL ANGEL: Tel. +502/7832-0260; www.posadadelangel.com. Preise: ab € 145. REISEZEIT: Dez.–Apr.: bestes Wetter; Semana Santa (Karwoche); 24. Sept.: La Merced Festival; Weihnachten und Neujahr.

Der Vulkan Agua thront über dem Arco de Santa Catalina.

