Ein kleines Stück außerhalb seiner aufblühenden Hauptstadt Berlin ließ der aufgeklärte Preußenkönig Friedrich II. („der Große“) 1745 ein königliches Schloss errichten. Es sollte als schönstes Beispiel für die Rokokoarchitektur in Europa in die Geschichte eingehen. Dort, inmitten der exquisiten Seenlandschaft, fühlte Friedrich sich frei, sans souci (ohne Sorge – und am liebsten auch ohne Königin Elisabeth Christine), um seinen liebsten kulturellen Hobbys zu frönen, mit illustren Gästen wie dem französischen Philosophen Voltaire.
Sanssouci, auf den eigenen, makellosen Entwürfen des Königs basierend, sollte in Detail und Extravaganz an Versailles (siehe → hier) heranreichen, obwohl es im Vergleich klein ist. Das lange, einstöckige Gebäude wird von einer Kuppel bekrönt und von 2 runden Pavillons flankiert und ist von gestuften Terrassen und Landschaftsgärten umgeben. Andere Gebäude (besonders faszinierend das Neue Palais, mit 638 Zimmern das größte, sowie Schloss Cecilienhof) kamen hinzu. Cecilienhof ist ein pseudoelisabethanisches Landschloss, 1913 für Kronprinz Wilhelm und seine Frau Cecilie erbaut. Es sollte als Schauplatz der Potsdamer Konferenz (17. Juli–2. August 1945) in die Geschichte eingehen, auf der die Staatschefs der 3 Hauptalliierten – Churchill, Truman und Stalin – das Schicksal Nachkriegsdeutschlands verhandelten.
Wenige der Besucher, die durch die Konferenzräume und 175 Zimmer wandern, ahnen, dass ein Teil des Gebäudes seit 1960 still und leise als Hotel und Restaurant fungiert. Für die, die in einem der 41 Zimmer übernachten, wird der Geist Sanssoucis lebendig, wenn die Tagesbesucher weg sind. Sollten Sie den Schlüssel zur luxuriösen Hohenzollernsuite erhalten, werden Sie dort schlafen, wo einmal die Familie des letzten Kaisers nächtigte.
WO: 24 km südwestl. von Berlin. INFO: www.potsdam.de. SCHLOSSHOTEL CECILIENHOF: Tel. +49/331-37050; www.relexa-hotel.de. Preise: ab € 120. REISEZEIT: Mai–Juni: Jetzt sehen die Gärten am schönsten aus.

