Die drei kleinen unter dem Namen ABC-Inseln bekannten Eilande haben ein gemeinsames niederländisches Erbe, könnten aber kaum unterschiedlicher sein: Aruba ist ein Party- und Strandziel, Bonaire (siehe → hier) ein Mekka für Taucher und Curaçao, die größte von ihnen, die elegante kulturelle Enklave des Trios.
Strandurlauber bilden heute die Haupteinnahmequelle der Karibik – ihre weniger schöne Geschichte wird im Museum Kura Hulanda erzählt, dem besten der Karibik, bekannt für seine hervorragenden, wenn auch erschreckenden Darstellungen des Sklavenhandels. Nach ihrem Sieg über die Kariben errichteten die Europäer im 17. und 18. Jh. riesige Zuckerplantagen in der gesamten Karibik und brachten afrikanische Sklaven als Feldarbeiter her. Curaçao war trocken und ungeeignet für Landwirtschaft, aber seine Entwicklung als Zentrum des karibischen Sklavenhandels begann, kurz nachdem die Niederländische Westindien-Kompanie 1643 die geschützten Häfen für sich beansprucht hatte. Sie ernannte den aufsteigenden Stern Peter Stuyvesant zum Gouverneur von Curaçao. Die niederländischen Händler machten aus Curaçao ein florierendes Finanz- und Handelszentrum, und diesen Status hält die Insel noch immer.
Das Museum Kura Hulanda – „Niederländischer Hof“ auf Papiamentu, der Kreolsprache auf den ABC-Inseln – ist die Vision des niederländischen Geschäftsmanns Jacob Gelt Dekker. Auf 1500 m2 befinden sich 16 restaurierte niederländische Kolonialhäuser, angeordnet um einen zentralen Hofplatz, wo einst Sklaven verkauft wurden. Das Museum in Willemstad verfügt über eine lebensgroße Rekonstruktion eines Frachtschiffladeraums sowie Sammlungen präkolumbischen Golds, mesopotamischer Relikte, antillischer Kunst und westafrikanischer Artefakte, die die vielen Einflüsse der Insel aufzeigen. Das Museum lässt 65 historische Gebäude in der Nachbarschaft zu einem lebendigen Dorf des 18. Jh. wiedererstehen, mit kleinen Läden, Cafés, exzellenten Restaurants wie dem Astrolab Observatory und dem luxuriösen Hotel Kura Hulanda Spa & Casino. Mit seinen 80 individuell gestalteten Zimmern integriert sich das Hotel mühelos die von tropischen Bäumen gesäumten Kopfsteinpflasterstraßen.

In den bunten niederländischen Gebäuden der Handelskade des 18. Jh. findet man Boutiquen, Galerien und Cafés.
Willemstad ist eine weltoffene und charmante Stadt mit polykulturellen Reichtümern, darunter die älteste aktive jüdische Synagoge in der westlichen Hemisphäre. Die Gemeinde existiert hier seit 1651, die Synagoge seit 1732. Hauptmerkmal der Stadt ist ihre niederländische Kultur. Die pastellfarbene Kolonialarchitektur erinnert an ein tropisches Amsterdam an der Handelskade und ist eines der meistfotografierten Hafengebiete der Karibik. Der schwimmende Markt ist stets voller Händler aus dem nur 71 km südlich gelegenen Venezuela, die hier ihre frischen Meeresfrüchte aus kleinen Fischerbooten heraus verkaufen.
Curaçaos Dutzende Strände sind bekannt für ihr ruhiges, klares Wasser und eine reichhaltige und spektakuläre Meeresfauna rund um die Insel. Im Curaçao Underwater Marine Park, der sich über 19 km an der südlichen Küste erstreckt, kann man fantastisch schnorcheln und versunkene Schiffe sowie Hart- und Weichkorallen bewundern. An der westlichsten Spitze der Insel steht auf zerklüfteten Klippen der prächtige Lodge Kura Hulanda & Beach Club, ebenfalls im Besitz von Dekker. Von hier aus hat man einen Blick auf atemberaubende Sonnenuntergänge und die besten Tauchspots von Curaçao, von denen es nicht weniger als 65 gibt (darunter das beliebte Schiffswrack Superior Producer).
INFO: www.curacao.com. MUSEUM KURA HULANDA: Tel. +5999-434-7765; www.kurahulanda.com. HOTEL KURA HULANDA SPA & CASINO: Tel. +5999-434-7700; www.kurahulanda.com. Preise: ab € 133 (Nebensaison), ab € 274 (Hochsaison). LODGE KURA HULANDA & BEACH CLUB: Tel. +5999-839-3600; www.kurahulanda.com. Preise: ab € 115 (Nebensaison), ab € 266 (Hochsaison). REISEZEIT: Okt.–Apr.: bestes Wetter; 1. Jan.–Aschermittwoch: Karneval; Ostermontag: Seu Folklore Parade; Mai: International Jazz Festival, Dive Festival; Ende Aug.: Salsa Festival.

