Weltberühmt ist das schwedische Smörgåsbord, eine Art Büfett und zugleich nationale kulinarische Kunstform. Wenn auch manches davon nicht jedem mundet (z.B. die Allgegenwart von Hering), so wird doch Vieles sogar dem weniger experimentierfreudigen Gaumen schmecken. Laut Smörgåsbord-Knigge mischt man niemals Heiß und Kalt oder Süß mit Sauer, und es wird erwartet, dass man häufig zum Büfett geht: zunächst für Hering (meist gibt es über ein Dutzend Varianten), zum Schluss für Desserts. Dazwischen liegt eine ganze Palette nordischer Spezialitäten wie Räucheraal, Graved Lachs, Ostseekrabben, Rentier, die berühmten Köttbullar (Fleischbällchen) mit Preiselbeersoße sowie die nationale Spezialität Janssons frestelse („Janssons Versuchung“), ein Auflauf aus Kartoffeln, Sardellen, Zwiebeln und Sahne. Das typische Begleitgetränk ist Bier und zum Schluss noch ein schwedischer Aquavit.
Noch üppiger wird es, wenn Sie an Weihnachten am Smörgåsbord schlemmen, das dann Julbord („Weihnachtstisch“) heißt. Die Schweden veranstalten Smörgåsbords fast nur bei besonderen Gelegenheiten. Und weil das Ganze für Restaurants schwierig vorzubereiten ist, gibt es das Smörgåsbord nicht so häufig, wie man denken könnte. An einem Ort bekommen Sie jedoch immer eines: im Ulriksdals Wärdshus, 8 km von Stockholm entfernt. In diesem eleganten Landgasthof von 1868 in einem eigenen Park wird das wohl beste Büfett des Landes serviert. Bereiten Sie sich auf aufwendig beladene Tische mit mehr als 75 verschiedenen Spezialitäten vor, die sowohl Stammgäste als auch das Königspaar begeistern. Das Haus besitzt auch einen der besten Weinkeller Schwedens, und alle bis auf die allerteuersten gibt es auch als einzelnes Glas. Kommen Sie bei Sonnenuntergang (im Juli nicht vor 21 Uhr), können Sie beim zeremoniellen Einholen der schwedischen Flagge zusehen, wenn alle aufstehen und die Nationalhymne singen – eine reizende Tradition des Gasthofs.
Ähnlich extravagant, aber ohne die Stadt zu verlassen, dinieren Sie im Grand Hôtel, einem Schmuckstück an altmodischem Charme von 1874. Hier gibt es das Smörgåsbord jeden Mittag und Abend auf der gläsernen Veranda mit großartigem Ausblick auf Hafen und Schloss (Sie können aber auch einfach à la carte bestellen). Hier am Wasser lässt es sich auch trefflich übernachten. In der 2. Dezemberwoche steigen hier die Nobelpreisträger und ihr Gefolge ab, aber die weniger hoch dekorierten Gäste genießen die gleiche Elite-Gastfreundschaft das ganze Jahr. Selbst wenn Sie nicht hier übernachten: Nehmen Sie einen Drink in der klassischen Cadier Bar oder speisen Sie beim berühmten Koch Mathias Dahlgren (siehe → hier).
ULRIKSDALS WÄRDSHUS: Tel. +46/8-850815; www.ulriksdalswardshus.se. Preise: Smörgåsbord mittags € 30; abends € 50. GRAND HÔTEL: Tel. +46/8-6793500; www.grandhotel.se. Preise: ab € 240 (Nebensaison), ab € 325 (Hochsaison); Smörgåsbord € 55. REISEZEIT: Mitte Nov.–Dez.: Julbord im Ulriksdals Wärdshus.

