Ephesos ist – als eine der besterhaltenen antiken Städte der Welt – das archäologische Schaustück der Türkei. Heute 4,8 km von der Ägäis entfernt, war es einer der reichsten Handelshäfen der griechisch-römischen Ära, in idealer Lage zwischen dem Nahen Osten und den Mittelmeerhäfen des Westens. Seine weitläufigen, eindrucksvollen Ruinen bezeugen seine Rolle als antike Hauptstadt der römischen Provinz Asia – zur Zeit von Christi Geburt war es nach Alexandria (siehe → hier) die zweitgrößte Stadt des östlichen Mittelmeers.
Heute führt eine 1,6 km lange marmorgepflasterte Straße mit tiefen Spurrillen römischer Wagen vorbei an teilweise rekonstruierten Bauten wie dem großen Theater mit Platz für 25.000 Zuschauer oder der wunderschönen zweistöckigen Celsus-Bibliothek aus dem Jahr 135, eines der anmutigsten erhaltenen Gebäude der Antike. Der griechische Tempel der Artemis (römisch: Diana) galt als eines der 7 Weltwunder. Nur die Fundamente sind geblieben, aber in Ephesos’ goldenem Zeitalter Mitte des 4. Jh. v. Chr. war er viermal so groß wie der Parthenon in Athen (siehe → hier). Sein Dach wurde von 127 18 m hohen Marmorsäulen getragen. Die erst kürzlich für Besucher geöffneten Hanghäuser – Villen, die den Reichen und Berühmten der Stadt gehörten – machen in ihrem Glanz Pompeji (siehe → hier) Konkurrenz. Ephesos blühte weiter bis zum 3. Jh., als es von gotischen Eroberern aus Nordeuropa zerstört wurde. In den nächsten Jahrhunderten verschwanden Hunderte Säulen und Statuen; einige tauchten in Konstantinopel wieder auf und wurden für Bau und Schmuck byzantinischer Kathedralen verwendet. Trotzdem hat das Museum in Ephesos eine der besten Sammlungen römischer und griechischer Artefakte in der Türkei.
Direkt außerhalb der archäologischen Stätten von Ephesos liegt Meryem Ana Evi, das Haus der Mutter Maria. Seit es im 19. Jh. von einer deutschen Nonne wiederentdeckt wurde, ist es eine wichtige Pilgerstätte: Hier soll die letzte Bleibe Marias gewesen sein, die in ihren späten Jahren von Johannes dem Evangelisten nach Ephesos gebracht wurde.
Der klassische Ausgangspunkt für diese und andere Sehenswürdigkeiten, darunter auch die nahe griechische Insel Samos, ist das 16 km entfernte Kuşadasi, ein großer Badeort an der Ägäis und beliebtes Ziel für Kreuzfahrtschiffe. Lassen Sie seine internationale Tummelplatz-Atmosphäre links liegen und fahren Sie lieber 116 km nach Nordwesten, nach Alaçati, ein lebhaftes, pittoreskes Dorf aus restaurierten griechischen Häusern. Schließen Sie sich den betuchten türkischen Besuchern an, die wegen der kleinen, aber feinen Restaurants, der Kunsthandwerksläden und der netten Atmosphäre hierherkommen, und den Wasserratten, die hier exzellente Windsurfmöglichkeiten vorfinden. Geschätzte 80 Boutique-Hotels säumen die gewundenen, kopfsteingepflasterten Straßen des bis vor Kurzem noch so schläfrigen Dorfes. Das schicke Taş Otel ist eine besondere Wahl: Das Haus aus dem 19. Jh. hat nur 7 Zimmer, jedes mit 4,50 m hoher Decke, mit handgestickten Borten gesäumten Leinenvorhängen, üppigen Federbetten und einem charmant-persönlichen Ambiente. Das auf der grünen Terrasse servierte Frühstück ist legendär.

Die Celsus-Bibliothek – mit ionischen Säulen im unteren und dorischen im oberen Stockwerk – ist bekannt für ihre gut erhaltene Fassade.
WO: 67 km südl. von Izmir. EPHESOS-MUSEUM UND HAUS DER MUTTER MARIA: Tel. +90/232-892-6010; www.ephesus.us. TAŞ OTEL: Tel. +90/232-716-7772; www.tasotel.com. Preise: ab € 96 (Nebensaison), ab € 178 (Hochsaison). REISEZEIT: Apr.–Juni und Okt.–Dez.: kühleres Wetter fürs Sightseeing; Anf. Mai: Kultur- und Kunstfestival.

