In den 1860er-Jahren fuhren junge Künstler wie Claude Monet, Alfred Sisley, Auguste Renoir und Camille Pissarro auf den neuen Bahnlinien von Paris aus nach Norden. Ziel waren die hübschen Städte und unvergleichlichen Küsten der Normandie. Die Impressionisten, benannt nach Monets frühem Bild Impression, Soleil Levant („Impression, Sonnenaufgang“), strebten danach, die Schönheit und das changierende Licht dieser Landschaft en plein air („unter freiem Himmel“) festzuhalten, und ihre radikalen Werke beeinflussten entscheidend die Kunst des 19. und 20. Jh.
Eine Impressionisten-Pilgerfahrt in die Normandie sollte in Giverny losgehen, am Haus von Claude Monet. Hier wohnte er von 1883 bis zu seinem Tod 1926 und hielt die Schönheit seines Gartens in vielen Gemälden fest, z. B. den berühmten Seerosenbildern. Sie können sein Haus durchstreifen, heute ein Museum, und die immer noch bezaubernden Seerosenteiche anschauen. Werke anderer Künstler werden im neuen Musée des Impressionnismes ausgestellt.
Das nahe Rouen ist heute eine geschäftige Hafenstadt. Die Fassade seiner Kathedrale inspirierte Monet zu mehr als 30 Gemälden. Einige davon hängen im Kunstmuseum der Stadt, zusammen mit Werken von Picasso, Renoir und Sisley, die sich auch alle hier aufhielten.
Obwohl die hübsche Hafenstadt Honfleur, wo die Seine auf das Meer trifft, schon lange vor den Impressionisten die Künstler anzog, wurde sie in den 1860er-Jahren zur Basis der aufstrebenden Bewegung. Monet, Boudin, Courbet, Corot, Sisley und Renoir pflegten am Hof St-Siméon die Seine und die Umgebung zu malen; einige diese Bilder, Vorläufer des Impressionismus, werden im Eugène-Boudin-Museum in Honfleur gezeigt. Heute ist La Ferme St-Siméon ein rustikales, aber elegantes Hotel mit Spa. Im Hotelrestaurant gibt es Normandie-Spezialitäten wie Muscheln, Austern und Calvados. Im Zentrum von Honfleur können Sie im romantischen La Petite Folie am pittoresken Hafen absteigen.

Die Brücke und die Seerosen in Monets Garten in Giverny sind durch seine berühmtesten Gemälde unsterblich geworden.
Die Impressionisten Degas, Matisse und Courbet fuhren gern von Honfleur aus nach Étretat, um dort die majestätischen weißen Klippen und hohen Felsbögen entlang der sogenannten „Alabasterküste“ zu malen oder den Küstensaum La Côte Fleurie zwischen Honfleur und einem Dutzend kleiner Städte und Seebäder. Trouville, das älteste Seebad Frankreichs, hat eine ruhige, familiäre Atmosphäre, während die glamouröse Nachbarin Deauville Kasinos, Rennbahnen, teure Shops und eine schöne Promenade ihr Eigen nennt. Jedes Jahr Anfang September, beim Festival des amerikanischen Films, übernachten Hollywoodstars in den eleganten Hotels Grande Normandy Barrière und Royal Barrière. Mehr lokale Atmosphäre atmen Sie im Hôtel Villa Joséphine, einem Landhaus im Tudorstil am Meer, das im späten 19. Jh. für den Bürgermeister von Deauville gebaut wurde.
WO: Giverny liegt 80 km nordwestl. von Paris. CLAUDE MONETS HAUS: Tel. +33/2-32-512821; www.giverny.org. MUSÉE DES IMPRESSIONNISMES: Tel. +33/2-32-519465; www.museedesimpressionnismesgiverny.com. Wann: Nov.–März: geschlossen. MUSÉE DES BEAUX-ARTS DE ROUEN: Tel. +33/2-35-712840; www.rouen-musees.com. LA FERME ST-SIMÉON: Tel. +33/2-31-817800; www.fermesaintsimeon.fr. Preise: ab € 193; Festpreis-Dinner € 148. LA PETITE FOLIE: Tel. +33/6-74-394646; www.lapetitefolie-honfleur.com. Preise: € 148. HÔTEL VILLA JOSÉPHINE: Tel. +33/2-31-141800; www.villajosephine.fr. Preise: ab € 126. REISEZEIT: Giverny: Mai–Aug.: Blumen in Monets Garten; Ende Aug.: Kammermusikfestival. In Rouen letzter So. im Mai: Jeanne d’Arc Festival. In Honfleur im Mai: Fest der Seeleute; Mitte Sept.: Garnelenfestival. In Deauville Anf. Sept.: Festival des amerikanischen Films.

