Lhasa, das im Tibetischen „Götterort“ heißt, ist das Zentrum tibetischer Religiosität und eine Stadt, die trotz allgegenwärtiger chinesischer Präsenz verblüfft und berauscht. Der riesige Potala, die leer stehende, 13-stöckige Festung, die einst Winterpalast und Amtssitz des verehrten geistigen Anführers, des Dalai Lama, war, ist in der Stadt natürlich als Erstes zu erkennen. Seine weißen und roten Mauern und goldenen Dächer erheben sich über der heiligen Stadt, als wäre er aus dem Hügel herausgewachsen, auf dem er seit dem 17. Jh. steht. Obwohl er heute ein Museum und damit nicht mehr als eine leere Hülle ist, klingen die Worte der in China geborenen Romanautorin Han Suyin doch glaubhaft: „Niemand bleibt ungerührt beim Anblick der schieren Macht und Schönheit dieses Gebäudes, und seine 1000 Fenster sehen wie 1000 Augen auf uns herab.“
Die Dalai Lamas führten Tibet als geistliche und weltliche Herrscher seit 1644 an und gelten als Reinkarnation des Avalokiteshvara, des buddhistischen Inbegriffs des Mitgefühls. Der aktuelle Dalai Lama, die 14. Reinkarnation, war erst 23, als ihn die Besetzung Tibets durch China 1959 nach Indien flüchten ließ, wo er bis heute lebt. Seine privaten Räume sind unverändert.
Alle tibetischen Buddhisten versuchen mindestens einmal im Leben nach Lhasa zu kommen, um den Jokhang-Tempel aufzusuchen, das geistige Zentrum Lhasas und Mittelpunkt des Marktviertels Barkhor. Der Jokhang wurde vor über 1300 Jahren gegründet und ist eine Mischung aus tibetischen, indischen, nepalesischen und chinesischen Stilelementen. Unter seinem goldenen Dach befindet sich Tibets bedeutsamstes Heiligtum. Tibetische Buddhisten bringen ihren Respekt vor einem heiligen Ort zum Ausdruck, indem sie ihn im Uhrzeigersinn umrunden. Am Tempeleingang werfen sich die Gläubigen mehrfach zu Boden, um sich als würdig zu erweisen, während im Tempel 1 Mio. Butterkerzen die wichtigste Buddhastatue sanft erhellen, die aber nur eine von 200 ist.

Tibetische Mönche beten vor dem Potala-Palast, dessen Name aus dem Sanskrit stammt und „Heimat des Buddhas des Mitgefühls“ bedeutet.
Möchten Sie tibetische Gastfreundschaft kennenlernen, steigen Sie im familieneigenen Kyichu Hotel ab. Es befindet sich in der Altstadt Lhasas und umschließt einen traditionell tibetischen Innenhof. Das St. Regis Lhasa Resort wurde 2010 eröffnet und hat erstklassigen Ausblick auf den Potala und ein umfassendes Serviceangebot. Außerdem steht ein Arzt auf Abruf bereit, der Sie bei Höhenkrankheit sofort behandelt – kein Wunder bei einer Höhe von über 3500 m.
WO: 955 km nordöstl. von Kathmandu, Nepal. Die Anreise über den China-Nepal-Highway dauert fast 2 Tage, entschädigt aber mit unvergesslichen Landschaften. HOTEL KYICHU: Tel. +86/891-633-5728; www.hotelkyichu.com. Preise: ab € 30. THE ST. REGIS LHASA RESORT: Tel. +86/891-680-8888; www.starwoodhotels.com/stregis/. Preise: ab € 222 (Nebensaison), ab € 305 (Hochsaison). Reisezeit: Mai–Okt.: bestes Wetter.

