Das Prunkstück Krakaus ist der felsige Wawelhügel, auf dem das Königsschloss und die Wawelkathedrale thronen – ein majestätischer Komplex aus Gotik – und Renaissancegebäuden hoch über der Stadt und der Weichsel. Das Schloss war über 500 Jahre der Sitz der polnischen Könige – bis 1596, als das Machtzentrum nach Warschau verlegt wurde. Es ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Polens und stummer Zeuge eines Jahrtausends polnischer Geschichte. Unter den Schätzen in den königlichen Räumen sind flämische Wandteppiche des 16. Jh., italienische und niederländische Gemälde, royale Porträts, große Deckenfresken und eine prunkvolle Barockausstattung. Außerdem sind die königliche Schatzkammer und die Waffenkammer zu besichtigen.
Die Wawelkathedrale, 1364 geweiht und „das Heiligtum der Nation“ genannt, wurde u.a. von Erzbischof (später Kardinal) Karol Wojtyla geleitet – von 1964 bis zu seinem Antritt des Papstamtes im Jahr 1978. Jahrhundertelang wurden hier die polnischen Könige gekrönt und auch begraben; in der Königsgruft unter dem Kirchenschiff liegen zudem Staatsmänner und Helden wie Tadeusz Kościuszko, der im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg in der amerikanischen Armee kämpfte.
Vom Glockenturm aus hat man einen guten Blick auf die Altstadt (siehe → hier). Krakau wurde im Zweiten Weltkrieg nicht wie Warschau zerbombt und konnte daher als einzige große polnische Stadt ihre bemerkenswerte Vorkriegsarchitektur erhalten.
10 Minuten südlich des Wawelhügels gibt es im Chłopskie Jadło zum Mittag- oder Abendessen traditionelle polnische „Bauernküche“ (das bedeutet der Name), z. B. gebratene Gans und żurek eine Suppe aus Rinder- oder Hühnerbrühe, Speck, Zwiebeln, Pilzen und Sauerrahm, mit kwas (einem fermentierten Getränk aus Roggenmehl) gewürzt und in einem ausgehöhlten Brotlaib serviert. Vom Wawel ist es auch nur ein kurzer Weg zum ehrwürdigen Hotel Copernicus an der ältesten (und urigsten) Straße in Krakau. Der Gasthof mit 29 Zimmern besitzt modernen Komfort im Gewand des 16. Jh., mit eleganten, dunklen Möbeln, luxuriösen Stoffen und Reproduktionen von Fresken an den Wänden. Papst Johannes Paul II., der als junger Priester direkt gegenüber wohnte, hielt es für eine der besten Adressen der Stadt.
WAWEL-KÖNIGSSCHLOSS: Tel. +48/12-422-5155; www.wawel.krakow.pl. CHŁOPSKIE JADŁO: Tel. +48/12-421-8520; www.chlopskiejadlo.pl. Preise: Dinner € 20. HOTEL COPERNICUS: Tel. +48/12-424-3400; www.copernicus.hotel.com.pl. Preise: ab € 166 (Nebensaison), ab € 235 (Hochsaison).

