Das Kathmandutal ist nur 24 km lang und 19,2 km breit, aber dennoch Nepals politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Als seine Entwicklung vor etwa 30 Jahren begann, gab es genauso viele Tempel und Schreine wie Häuser. Seit der Öffnung für ausländische Touristen 1951 sind Horden von Blumenkindern und Wanderern hierhergekommen, um sich den geschichtsträchtigen Durbar Square (durbar bedeutet „Palast“) in der Hauptstadt Kathmandu und die mehr als 50 Tempel, Schreine und alten Paläste in der Nähe anzusehen. Wer Kathmandu von den Treppen des Maju-Deval-Tempels betrachtet, der wird von den vielen Touristen, Straßenhändlern und Fahrradrikschas überwältigt sein, aber der Platz hat dennoch seine zauberhaften Momente. An der Südseite befindet sich Kumari Ghar, der 3-stöckige Palast des jungen Mädchens mit dem königlichen Titel Kumari Devi, die als lebende Inkarnation der Göttin Taleju gilt. Die moderne Konsumgesellschaft hat in Platznähe den größten Teil des mittelalterlichen Erbes Kathmandus verdrängt, aber wer sich durch das Labyrinth der weiter entfernt liegenden Gassen kämpft, wird mit einem duftintensiven Abenteuer aus Weihrauch, Gewürzen und kleinen Geschäften belohnt.

Traditionelle nepalesische Architektur am Durbar Square in Kathmandu.
Nördlich des Platzes, direkt hinter den zahlreichen Läden des Durbar Marg, finden Sie eines der bekanntesten und historischsten Hotels in Kathmandu, das weitläufige Yak & Yeti mit seinen 270 elegant und modern eingerichteten Zimmern und Suiten. Der ältere Gebäudeflügel gehört zum Lal Durbar, dem Zuhause eines ehemaligen rana (Premierministers) aus dem 19. Jh. Das kleinere Dwarika’s ist etwas jünger: Das schlichte Ziegelsteingebäude im nepalesischen Stil ist mit bezaubernder Holzschnitzkunst verschönert und 1977 eröffnet worden. Der frühere Besitzer, Dwarika Das Shrestha, ein visionärer Umweltschützer, rettete Tausende dieser uralten Holzschnitzereien und ließ nepalesische Kunsthandwerker, die die alten Traditionen noch beherrschten, diese Schnitzereien in ein stimmungsvolles, uralt wirkendes Gebäude einbauen, das in der hektischen Stadt eine wahre Ruheoase ist.
Wer weniger Hektik zu schätzen weiß, sollte Bhaktapur aufsuchen, die Stadt der Frommen. Die frühere Hauptstadt eines der beiden unabhängigen Königreiche im Kathmandutal ist wirtschaftlich nicht so weit entwickelt und wirkt wie Kathmandu, bevor die Touristen in großen Scharen kamen. Zahlreiche mittelalterliche Gebäude beeindrucken den Besucher, unter ihnen mehr als 40 Tempel und der königliche Palast der 55 Fenster, den Sie durch das Goldene Tor betreten: Der reich verzierte Durchgang aus dem 18. Jh. gilt als das bedeutendste Kunstwerk im Tal. Wer vom Platz aus in eine beliebige Richtung geht, schlendert nach nur wenigen Minuten durch kleine Gassen, in denen die städtischen Handwerker ihre Traditionen pflegen, die der Stadt jahrhundertelang Wohlstand bescherten. Übernachten Sie im Krishna House, das Sie mit schlichten, sauberen und sonnigen Zimmern und nepalesischer Gastfreundschaft empfängt.
WO: Bhaktapur liegt 14 km östl. von Kathmandu. HOTEL YAK & YETI: Tel. +977/1-248999; www.yakandyeti.com. Preise: ab € 148. DWARIKA’S HOTEL: Tel. +977/1-4479488; www.dwarikas.com. Preise: ab € 166. KRISHNA HOUSE: Tel. +977/1-6610462; www.krishnashouse.com. Preise: € 33. REISEZEIT: März–Mai und Sept.–Nov.: bestes Wetter; Ende Okt.–Anf. Nov.: Tihar-Lichterfest in ganz Nepal.

