Kapitel 69

FBI-Außenstelle, Untergeschoss, Chicago

Agent Scott Lewis hielt sein Gesicht nur zwanzig Zentimeter vom Bildschirm seines PCs entfernt, eine schlechte Angewohnheit, die ihm bereits zu einer Brille mit dicken Gläsern und chronischen Nackenschmerzen verholfen hatte. Aber er schaffte es nicht, diese Gewohnheit abzulegen. Seine Augen wollten einfach genau an der Stelle sein, wo die vor ihm liegenden Aufgaben vollständig sein Gesichtsfeld einnahmen.

Special Agent Laura Marsh würde, milde ausgedrückt, fasziniert sein von dem, was er entdeckt hatte. Die Telefonnummern und Orte untermauerten ihre Vermutungen – ja, sie gingen, zum Teufel noch mal, sogar noch viel weiter, als sie erwartet hatte.

Er machte eine zusätzliche Anmerkung in seiner Datei.

Da er so konzentriert bei der Arbeit war, hörte Lewis nicht, wie die Tür zu seinem unterirdischen Büro mit einem Knarren geöffnet wurde. Erst den Schritt einer Person in seinem Zimmer nahm er wahr, und so wandte er sich einen Augenblick zu spät um. Eine Sekunde früher, und er hätte dem Schlag vielleicht ausweichen können, der mit, wie es schien, übermenschlicher Kraft seine Stirn traf. Sein ganzer Körper wurde nach hinten gegen den Schreibtisch geschleudert. Als sein Oberkörper gegen die Kante der Schreibtischplatte prallte, konnte Lewis hören, wie seine Rippen knackten, und er fiel mit einem dumpfen Geräusch auf die Knie.

Bevor sein Körper nach vorne kippen konnte, zog ihn jemand kräftig an den Haaren und zwang seinen Kopf nach oben.

»Haben Sie irgendwelche Ergebnisse weitergegeben?«, donnerte ihn eine Stimme an. Aufgrund seiner verschwommenen Sicht und des grell leuchtenden bläulich-weißen Lichts der Neonröhren über dem Kopf seines Angreifers konnte Lewis dessen Gesicht nicht erkennen.

»Welche Ergebnisse?«, keuchte er entsetzt.

»Irgendwelche. Haben Sie irgendetwas in der Befehlskette nach oben berichtet?« Die Hand riss wieder hart an Lewis’ Haaren und jagte ihm Schmerzen durchs Genick.

»Nein. Ich bin noch nicht so weit für einen Bericht!« Er rang nach Luft, da sein Hals so stark nach hinten gedrückt wurde, dass er kaum atmen konnte. »Ich habe einfach nur Daten gesammelt.«

Seine Augen weiteten sich, als er sah, wie sein Angreifer unter das Jackett griff und eine Waffe mit bereits aufgesetztem Schalldämpfer hervorzog.

»Nein, nicht, ich …«

»Sind Sie sicher?«, verlangte der Angreifer zu wissen, als er Lewis die Waffe an die Schläfe hielt. »Absolut sicher, dass nichts weitergegeben wurde?«

»Ich bin sicher!«

Der Angreifer sah ihn an, nickte, und dann handelte er.

Ein winziges Licht blitzte am Ende des Schalldämpfers auf und verschwand wieder so schnell, wie es gekommen war.

Lewis’ Körper schien einen Augenblick wie an einem Pendel hin und her zu schaukeln, bevor er auf dem Fußboden zusammenbrach. Die Schläfe, wo die Kugel eingetreten war, wurde nur von einem winzig kleinen roten Loch verunstaltet. Die andere Seite des Kopfes des Agenten war jedoch komplett weg.

Als Lewis’ Körper zu Boden kippte, schritt der Angreifer um ihn herum und nahm die Festplatte aus dem PC an sich, indem er das Gehäuse gewaltsam öffnete und sie einfach herausriss. Anschließend stopfte er sie in eine große Sporttasche.

Bevor Lewis noch den letzten, langen Atemzug getan hatte, war sein Mörder schon verschwunden.

Der verborgene Schlüssel
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