12 Apartment 3-A

Ihre bernsteinfarbenen Augen leuchteten so hell wie Lampions, während sie – Smoke von einem Sessel und Ashes von einem Fußschemel aus – Martha Cupp beobachteten, die im Wohnzimmer ungeduldig von einem Fenster ans andere lief.

Abgesehen davon, dass ihr Körper sie im Stich ließ, angefangen bei geringfügigen Ärgernissen wie grauen Haaren bis hin zu dem größeren Verrat, den die Arthritis in ihren Händen darstellte, fühlte sich Martha zwanzig Jahre alt. Sie besaß eine rasche Auffassungsgabe und war geistig so beweglich wie vor sechs Jahrzehnten, und ihr Verstand war durch die Weisheit geschärft, die ein Leben mit sich brachte, das reich an Erfahrungen war.

Für baren Unsinn brachte sie mit achtzig ebenso wenig Nachsicht auf wie mit zwanzig. Zu ihrem Verdruss war die Welt mehr denn je ein Tempel der Absurditäten. So viele Leute hatten aufgehört, an irgendeine Wahrheit zu glauben, die ihnen Hoffnung gab, und nahmen stattdessen mit unkritischer Begeisterung einen Glauben an das belebte Unbelebte an, denn nichts anderes war die Computer-»Intelligenz«, an das schillernde, aber hohle Utopia des Internet und sämtlicher digitalen Dinge, an die grotesken ökonomischen Theorien neidischer Soziopathen, an die absolute moralische und rechtliche Gleichheit von Menschen und Ameisen und Menschenaffen und Artischocken. Insbesondere verabscheute Martha die zahlreichen Spielarten von Endzeitpredigern, die, wie der grässliche Mr. Udell in 3-H, inbrünstig an die eine oder andere existenzielle Bedrohung glaubten, von einer bevorstehenden Eiszeit über eine akute planetarische Kernschmelze bis hin zur Entrückung, gefolgt von der satanischen Herrschaft und Armageddon. So ein Unsinn.

Bis vor ein paar Tagen war ihre Köchin und Haushälterin Sally Hollander noch bei klarem Verstand gewesen. Dann begann sie plötzlich von lebhaften und beunruhigenden Träumen zu reden. Nach der dritten Runde von Albträumen war sie derart verstört, dass sie sich einbildete, es müssten prophetische Ausblicke auf den rasch nahenden Weltuntergang sein. Und jetzt behauptete sie, sie hätte den Teufel im Geschirrkabinett gesehen.

Die Stadt war real, das Unwetter war real und das Fenster vor Martha war real, aber der Teufel im Geschirrkabinett war Blödsinn und Humbug. Entweder Sally, die bisher so zuverlässig und im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte gewesen war, hatte eine Midlife-Crisis und entwickelte eine Persönlichkeitsstörung oder die arme Frau litt an einer körperlichen Krankheit, deren Symptome unter anderen Halluzinationen und Wahnvorstellungen waren. Da Sally für sie wie eine geliebte Nichte war, wollte Martha die zweite Möglichkeit, die auf einen Gehirntumor oder ein anderes grässliches Leiden hinweisen mochte, gar nicht in Betracht ziehen.

Ein Blitz zerhackte den Himmel wie eine lodernde Axt und ein Donnerschlag krachte wie tausend gefällte Bäume, die gleichzeitig umstürzten. Einen Moment lang schien es in der ganzen Stadt dunkel zu werden. Aber das konnte nichts weiter als die vorübergehende blendende Wirkung des strahlend hellen Blitzes gewesen sein, denn als sie zweimal blinzelte, war die Stadt wieder dort draußen, und ihre blinkenden Gebäude und von Laternen erhellten Boulevards versanken in der Düsternis.

Vorhin, während Sallys Ausbruch, hatten Smoke und Ashes, zwei Kartäuser, katzenhafte Ruhe bewahrt, träge und in sich selbst vertieft. Bei dem ersten Schrei hatten sie ihre Ohren kurz aufgestellt und die Köpfe zu der Geräuschquelle umgedreht. Aber ihre Muskeln hatten sich nicht angespannt und ihr dichtes, hyperweiches blaugraues Fell hatte sich nicht im geringsten gesträubt. Als die Entsetzensschreie der Haushälterin zu einem Schluchzen abgeklungen waren, hatten Smoke und Ashes bereits jedes Interesse an ihr verloren und sich erneut ihrer Körperpflege gewidmet. Das Verhalten der Katzen genügte Martha als Beweis dafür, dass ihnen nichts Dämonisches einen Besuch abgestattet hatte.

Edna, mit ihren 82 Jahren Marthas ältere Schwester, hatte eine Neigung zu jeder Form von Unsinn. Ihr ganzes Leben lang hatte Edna an die unwahrscheinlichsten Dinge geglaubt, vom Handlesen bis hin zu Poltergeistern, vom versunkenen Kontinent Atlantis bis hin zu Städten auf der dunklen Seite des Mondes. Im Moment saß sie mit Sally am Küchentisch, drängte der erschütterten Frau Kaffee mit einem Schuss Brandy auf, um ihre Nerven zu beruhigen, und ermutigte sie, sich an weitere Details ihrer Begegnung mit dem Fürsten der Finsternis im Geschirrkabinett zu erinnern – oder sie zu erfinden.

Manchmal wunderte sich Martha darüber, dass sie und Edna, die sich in so vieler Hinsicht voneinander unterschieden, gemeinsam ein beachtliches Geschäft aufgebaut hatten und dass es dabei im Lauf der Jahre so wenig Reibereien gegeben hatte. Martha besaß die nötige Geschäftstüchtigkeit und Edna ließ sich die Rezepte für immer köstlichere Kreationen einfallen. Cupp Sisters Cakes wurde zum größten Versandhaus von Desserts im ganzen Land und stellte ein äußerst erfolgreiches Sortiment von tiefgekühlten Kuchen her, die in Supermärkten verkauft wurden. Im Allgemeinen machten sie jeden Trend auf dem Kuchensektor mit und schwangen sich zu immer größeren Erfolgen auf. Das Einzige, was sie nicht kommen sahen, war ironischerweise der Fimmel für Cupcakes der gehobenen Preisklasse; keines der vielen Franchising-Unternehmen trug den Namen Cupp. Martha nahm an, ihr Erfolg gründete darauf, dass ihre Begabungen zwar unterschiedlich waren, sich jedoch gut ergänzten – und darauf, dass sie einander abgöttisch liebten.

Vor vier Jahren war die Firma verkauft worden, und sie hatten die Hälfte ihres Vermögens verschenkt. Bisher war der Ruhestand erfreulich, eine Aneinanderreihung von Verabredungen zum Mittagessen und gesellschaftlichen Ereignissen, freiwilliger Arbeit für ihre bevorzugten Wohltätigkeitsorganisationen und jeder Menge Freizeit, um ihren persönlichen Interessen nachzugehen. Aber jetzt diese Begebenheit mit der guten Sally. Obwohl Edna die Abergläubische von ihnen beiden war, konnte Martha das unbehagliche Gefühl nicht abschütteln, mit diesem eigentümlichen Vorfall könnte das Ende ihrer langen Glückssträhne – und der ihrer Schwester – nahen.

Wie zur prophetischen Bestätigung dieses Gedankens schleuderte der Himmel eine weitere Serie von blinkenden Klingen. Die Stadt schien wie ein Hackklotz unter dem Anschlag zu erschauern und die unzähligen Regentropfen, die kurzzeitig versilbert wurden, kamen in einem stroboskopischen Schillern stockend durch die Abenddämmerung auf sie herab.

In der Fensterscheibe flackerte Marthas Spiegelbild, als könnte die Lebenskraft in ihrem Innern dem Ende ihres Dochtes nahen. Sie litt an einer Todesfurcht, die sie immer mühsam zu unterdrücken versuchte, an einem Grauen, das auf die Nacht zurückging, in der Simon, ihr erster Ehemann, gestorben war. Sie war damals einundvierzig Jahre alt gewesen. Der Auslöser für ihre Furcht war nicht Simons Tod, sondern ein Vorfall, zu dem es kurz danach gekommen war und den sie sich in den vergangenen 39 Jahren nicht hatte erklären können.

Als es an der Tür läutete, wandten Smoke und Ashes die Köpfe, ließen sich jedoch nicht dazu herab, von ihren gepolsterten Plätzen herabzusteigen, um den Besucher willkommen zu heißen.

In der offenen Tür begrüßte Bailey Hawks Martha mit einem Kuss auf die Wange. Als er die Schwelle überschritt und den Flur betrat, ließ ihre Angst nach. Er war ein Mann von der Sorte, zu der sie sich in ihrer Jugend niemals hingezogen gefühlt hatte: still, kompetent, ein guter Zuhörer, ein beständiges Schiff in jedem Sturm. Aus Gründen, die sie nie ganz verstanden hatte, hatte sie sich sogar noch in ihren mittleren Jahren zu schwachen Männern mit schillernder Persönlichkeit hingezogen gefühlt, die immer unterhaltsam und letzten Endes doch stets eine Enttäuschung waren. Schließlich war sie gut zurechtgekommen, obwohl sie erst einen und dann einen zweiten großen Jungen geheiratet hatte, aber es war tröstlich, einen Freund wie Bailey zu haben, wenn die eigene Haushälterin anfing zu zetern, sie hätte den Teufel zwischen den Geschirrschränken und der Besteckkommode gesehen.

»Ich weiß nicht, ob ich einen praktischen Arzt oder einen Psychiater anrufen soll«, sagte sie zu Bailey, »aber ich weigere mich, einen Exorzisten ins Haus zu bestellen.«

»Wo ist Sally?«

»In der Küche. Mit Edna. Inzwischen wird sich meine Schwester eingeredet haben, auch sie hätte die Erscheinung gesehen, und die hätte eine gespaltene Zunge gehabt, wie eine Schlange.«

Edna machte sich viel mehr aus Wohnkultur als ihre Schwester, und daher lebte Martha mit den Konsequenzen von Ednas Leidenschaft für alles Viktorianische: Chesterfield-Sofas, deren Polster mit mitternachtsblauem Mohair bezogen waren, Beistelltische mit Samt- und Häkeldeckchen, Etageren voller Porzellanvögel, geblümte Stoffbespannungen in Originalmustern von William Morris an den Wänden, alles mit Litzen und Borten, Quasten und Troddeln, Fransen und Spitze verziert.

Obwohl die Küche Spuren vom Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts aufwies, wirkte sie moderner als die übrige Wohnung, denn selbst Edna zog Gas und Elektrogeräte gusseisernen Herden, die mit Holz befeuert wurden, und klobigen Eisschränken vor. Das Viktorianischste in der geräumigen Küche war Ednas Aufzug, die getreuliche Nachbildung eines Originals aus der Epoche, die ihre Schneiderin nach einer Zeichnung in einem Katalog aus jener Zeit angefertigt hatte: ein Nachmittagskleid aus fliederfarbener Seide unter einer Lage fliederfarbenen Chiffons mit weißen Tupfen; es hatte eine Spitzenpasse aus plissierter Seide, ein passendes Mieder mit abstehendem Hüftschößchen, plissierte Ärmel bis zu den Ellbogen und einen bodenlangen gerafften Rock.

Martha war so sehr an Ednas Marotten gewöhnt, dass sie die meiste Zeit kaum wahrnahm, wie ungewöhnlich sich ihre Schwester herausputzte, doch ab und zu fiel ihr, so wie in diesem Moment, auf, dass man diese Kleider noch am ehesten als Kostümierungen bezeichnen konnte. Als sie jetzt mit Sally Hollander, deren selbst gewählte Livree aus einer saloppen schwarzen Hose und einer schlichten weißen Bluse bestand, am Frühstückstisch saß, wirkte Edna exzentrisch, reizend und lieb, angenehm wirklichkeitsfremd, aber eben doch unbestreitbar exzentrisch.

Bailey lehnte den angebotenen Kaffee, ob mit oder ohne Brandy, ab, setzte sich Sally gegenüber an den Tisch und sagte: »Erzählen Sie mir, was Sie gesehen haben?«

Bisher hatte das breite sommersprossige Gesicht der Haushälterin immer den Eindruck erweckt, als schimmere es im zarten Widerschein eines Kaminfeuers, und ihre grünen Augen waren oft fröhlich oder zumindest belustigt. Jetzt war ihre Haut aschfahl und das Feuer in ihren Augen nahezu erloschen.

Das Beben ihrer Stimme schien echt zu sein. »Ich war gerade dabei, die Teller vom Mittagessen wegzuräumen. Die mit dem durchbrochenen Rand und dem Rosenmuster. Aus dem Augenwinkel habe ich etwas gesehen … etwas Flinkes und Dunkles. Anfangs war es ein Schatten, wie ein Schatten, aber doch kein Schatten. Es kam aus der Küche ins Geschirrkabinett und ist an mir vorbeigesaust. Zur Esszimmertür. Groß, gut zwei Meter groß, und sehr schnell.«

Edna rutschte auf ihrem Stuhl nach vorn, stützte die Arme auf den Tisch und senkte die Stimme, als sei sie besorgt, die Mächte der Finsternis könnten erfahren, dass sie von ihr wahrgenommen worden waren. »Manche behaupten ja, Andrew Pendleton höchstpersönlich spuke in diesem Haus herum, seit er damals Selbstmord begangen hat.«

Martha lehnte sich an eine Anrichte und seufzte, doch niemand nahm Notiz davon.

»Vielleicht ist das wahr, vielleicht auch nicht«, fuhr Edna fort. »Aber selbst wenn sich in der Shadow Street 77 so viele rastlose Schatten herumtrieben wie auf irgendeinem Friedhof, dann war das trotzdem keiner von ihnen. Es war nichts so Unschuldiges wie verweilende Geister. Sagen Sie es ihm, Sally.«

»Gott steh mir bei, aber ich fürchte mich fast, darüber zu sprechen«, sagte die Haushälterin. »Wenn man über solche Dinge redet, könnten sie das als eine Aufforderung auffassen. Das ist es doch, was die Leute sagen, nicht wahr, Miss Edna? Ich will dieses Ding nicht auffordern, noch einmal herzukommen, ganz gleich, was es war.«

»Wir wissen, was es war«, sagte Edna.

Martha erwartete, dass Bailey sie vielsagend ansehen würde, doch seine Konzentration galt weiterhin der Haushälterin. »Sie haben gesagt, anfangs sei es wie ein Schatten gewesen.«

Sally nickte. »Es war schwarz wie Tinte. Keine Einzelheiten. Aber dann habe ich mich umgedreht, um hinzusehen, nachdem er an mir vorbeigekommen war … und ich habe ihn so deutlich gesehen, wie ich Sie jetzt sehe. Er war etwa zweieinhalb Meter weit entfernt und hat sich zu mir umgedreht, als hätte er mich erst bemerkt, als er an mir vorbeigerauscht ist, und sei erstaunt, mich dort zu sehen. Wie ein Mann und doch nicht wie ein Mann. Die Kopfform war anders, da stimmte etwas nicht. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, was es war. Aber er war völlig unbehaart, keine Augenbrauen. Die Haut so grau wie Blei. Sogar die Augen waren grau, die Augäpfel waren nicht weiß und die Iris war schwarz, so schwarz und so tief wie die Mündungen von Gewehrläufen.« Sie erschauerte und suchte Zuflucht bei ihrem Kaffee mit Schuss. Dann: »Er … es … es war hager, aber es wirkte kräftig. Es hat seinen Mund aufgemacht, diese grässlichen grauen Lippen, die Zähne waren ebenfalls grau. Und scharf. Es hat gezischt und es wollte mich beißen, da bin ich mir ganz sicher. Ich habe geschrien, und es hat sich so schnell auf mich gestürzt, schneller als eine Katze oder eine Schlange, die angreift, schneller als alles, was man sich vorstellen kann.«

Obwohl Martha weiterhin entschlossen war, nicht so leichtgläubig wie Edna zu sein, konnten weder ihre schützende Skepsis noch ihr vernünftiger Hosenanzug verhindern, dass ihr ein Schauer über den Rücken lief. Sie sagte sich, das, was sie beunruhige, sei die Veränderung, die sich an Sally vollzogen hatte, diese ganz und gar untypische Behauptung, sie hätte eine übernatürliche Erfahrung gemacht, und nicht etwa die Möglichkeit, diese Begegnung könnte tatsächlich stattgefunden haben.

»Dämonisch«, verkündete Edna. »Ein Geschöpf aus der Hölle. Kein gewöhnlicher Geist.«

Bailey sagte zu der Haushälterin: »Aber es hat Sie nicht gebissen.«

Sie schüttelte den Kopf. »Das klingt so verrückt, aber als es auf mich zukam, hat es wieder seine Gestalt verändert, sich aus etwas sehr Realem in nichts weiter als einen schwarzen Umriss verwandelt, der an mir vorbeigesaust ist. Ich konnte fühlen, wie es mich gestreift hat.«

»Und wie hat es das Geschirrkabinett verlassen?«, fragte Bailey.

»Wie es den Raum verlassen hat? Na ja, einfach so. Schwups, und weg war es.«

»Ist es durch eine Wand gegangen?«

»Durch eine Wand? Ich weiß es nicht. Es war einfach weg.«

»Oh, Wände haben für Dämonen keinerlei Bedeutung«, beteuerte Edna.

»Dämonen«, sagte Martha höhnisch genug, um klarzustellen, dass sie solches Gerede für Unsinn hielt.

Sally sagte: »Ich weiß nicht, ob es ein Dämon war, Ma’am. Ich habe dieses Wesen nicht heraufbeschworen, ganz bestimmt nicht. Aber irgendetwas war es, das steht fest. Es war so real vorhanden wie ich. Bei der Arbeit genehmige ich mir nie einen Schluck, und es war keine Sinnestäuschung.«

Wie schon früher am Tag erhob sich unter ihren Füßen ein Rumpeln, und diesmal bebte das Pendleton so stark, dass die Gläser in den Vitrinen klirrten und das Besteck in den Schubladen klapperte. Kupferne Pfannen und Töpfe, die über der zentralen Kücheninsel an einem Gestell hingen, pendelten an ihren Haken, wenn auch nicht so heftig, dass sie klappernd aneinanderstießen.

Das Beben dauerte länger als die vorangegangenen, zehn oder vielleicht sogar fünfzehn Sekunden, und während das Gebäude noch erschauerte, stieß Bailey seinen Stuhl vom Tisch zurück und sprang auf, als rechne er mit Unheil.

Sally Hollander sah sich wachsam in der Küche um, als erwarte sie, dass sich gezackte Sprünge durch die Wände ziehen würden. Martha entfernte sich einen Schritt von der Anrichte, als hinter ihr die Türen des Hängeschranks klapperten.

Edna spielte, anscheinend belustigt von der Sorge der anderen, mädchenhaft mit der plissierten Seide an der Spitzenpasse ihres Kleides und sagte: »Ich habe vorhin mit dem reizenden Mr. Tran gesprochen, und er ist sich ziemlich sicher, dass diese Beben lediglich auf die Sprengungen von felsigem Untergrund zurückzuführen sind, die vorgenommen werden, um Platz für die Fundamente dieses neuen Hochhauses am Osthang von Shadow Hill zu machen.«

Tran van Lung, der seinen Namen rechtskräftig amerikanisiert und sich in Thomas Tran umbenannt hatte, war der Hausmeister des Gebäudes. Er wohnte in einem Apartment im Keller, neben dem Wachraum.

»Nein. Das hat sich zu lange hingezogen, viel zu lang für Druckwellen«, widersprach Bailey. »Und die erste habe ich heute Morgen etwa um Viertel nach vier im Pool gespürt. Um diese Tageszeit würde man nicht mit Bauarbeiten beginnen.«

»Mr. Tran ist der beste Hausmeister, den das Pendleton jemals hatte«, sagte Edna. »Er weiß alles über das Gebäude. Er kann alles reparieren oder weiß, wer dazu in der Lage ist, und er ist eine der vertrauenswürdigsten Personen, denen ich je begegnet bin.«

»Ich bin ganz Ihrer Meinung«, sagte Bailey. »Aber sogar Tom Tran kann mal einer Fehlinformation aufsitzen.«

Wenn sie die Augen zusammenkniffen, hatten die meisten jungen Männer in Bailey Hawks Alter zwei oder drei kleine Fältchen an den äußeren Augenwinkeln. Seine Jahre im Krieg hatten die Erinnerung an Sorge in sein Gesicht gemeißelt, und wenn er alarmiert war, legte sich seine glatte Haut in so tiefe Falten, dass es ihn beträchtlich altern ließ und ihm das Aussehen eines imposanten Mannes mit grimmigen Absichten verlieh.

Als Bailey von seinem Stuhl aufsprang, erhaschte Martha Cupp einen Blick auf etwas, das noch mehr Aufschluss über seine Gemütsverfassung gab. Unter seinem Sakko trug er in einem Schulterhalfter eine Pistole.

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