Utopischer Ausblick: ein Traum
Am Abend las ich ein Gedicht des indischen Philosophen Rabindranath Tagore. Am Morgen wachte ich mit folgenden Zeilen auf:
Am Meerufer endloser Zeiten
treffen sich Menschen:
wandeln friedlich einher,
tanzen, springen, lachen,
weinen und trauern.
Sie rennen und hüpfen,
bleiben stehen und schauen:
alles ist möglich.
Sie lauschen den Wellen, dem Sturm.
Es ist Sommer und Winter.
Berge im Schnee.
Flüsse schlängeln ins Land.
Am Meerufer endloser Welten
treffen sich Himmel und Erde.
Ein Vulkan speit Feuer.
Frühling erwacht.
Herbst sendet Blätter.
Die Erde erbebt.
Das Wetter belebt.
Am Meerufer endloser Zyklen
treffen sich Leben und Tod:
Phönix ersteht aus der Asche.
Morgenrot wechselt ins Abendrot.
Sterben vergeht, Leben entsteht,
Schöpfung geschieht.
Am Meerufer endloser Erden
treffen sich Menschen:
Kinder, Frauen, Männer,
Tiere dabei,
Pflanzen aller Art in
unterschiedlichen Stadien des Wachsens.
Ist es das Paradies ferner Vorstellungen?
Nein – es ist Utopie,
in der mehr als Frieden und feierliche Stille möglich –
alles findet seinen Platz,
wandelt sich,
wechselt wie der Mond.
Am Meerufer endloser Träume
treffen sich alle
und treiben ihr Spiel:
bewusst lebendig
mit Klarheit, Heiterkeit, Kraft.
Sie haben ihre Stimmungen entdeckt,
erfahren sie lebhaft, leibhaftig
als Geschenk natürlicher Gaben.
Am Meerufer endloser Visionen
treffen wir uns,
tauschen uns aus,
genießen die Begegnung
und schreiten in Schönheit
zur Tat!