Erde

Auf der Erde leben wir. Sie trägt uns. Sie zieht uns an, wir gehorchen alle ihrer Schwerkraft. Sie hat etwas Tiefes, Verbindendes. Sie versinnbildlicht die Materie, wird dem Norden zugeordnet, dem festen und zugleich fruchtbaren Zustand. In der Astrologie sind Stier, Jungfrau und Steinbock die Zeichen des Erdelements. Wir kommen von der Erde und gehen zu ihr zurück – sagen Religionen und spirituelle Traditionen. »Die Erde ist unsere Mutter«, meinen die IndianerInnen, während die Bibel verkündet: »Macht euch die Erde untertan!« Dazwischen liegen Welten, die sich im unterschiedlichen Gebrauch beziehungsweise Missbrauch unserer Umwelt kundtun.

Wie können wir zu einem weisen Austausch mit unserer Erde kommen? Wenn IndianerInnen sich etwas von der Erde nehmen, beispielsweise eine Pflanze abschneiden, bitten sie darum oder legen eine Gegengabe hin. Das ist Gleichwertigkeit mit allem, was uns umgibt und mit uns das Leben teilt.

Zur Erde zähle ich, was fass- und greifbar ist: Nahrung, Stoffe, Kerzen. Doch auch Düfte haben für mich mit Erde zu tun, und die Schwingungen der Welt vernehme ich in der Musik. Ich mache wie bereits in den anderen Kapiteln ein paar Vorschläge aus meiner Erfahrungswelt und ermuntere die Lesenden, ihre eigenen Entdeckungsreisen zu unternehmen.

Essen

Essen hält Leib und Seele zusammen. Wie wahr, und: »Der Mensch ist, was er isst.« Denn wir bestehen aus dem, was wir zu uns nehmen, wandeln es um, machen es uns zu eigen, scheiden das Unverwertbare aus. So ist die gesamte Nahrungsaufnahme und -abgabe ein stetiger Wandlungsprozess, ein Verwandeln – die reinste Alchemie.

Führen wir uns dies deutlich vor Augen, gelangen wir zu einem gesunden Essverhalten – jenseits von Doktrin, Diät und Diktaten der Mode.

Genau wie Tiere haben wir einen Instinkt dafür, was wir brauchen und wie viel. Sollte er uns abhandengekommen sein, können wir ihn wiederbeleben. Bei einem groß angelegten Experiment mit Kindergartenkindern in Kanada stellte sich heraus, dass Kinder sich ausgewogen ernähren: Über Monate konnten die Kleinen aus einem großen Buffet ihr Essen auswählen. Manchmal blieben sie tagelang bei den gleichen Lebensmitteln, doch über den Beobachtungszeitraum von drei Monaten hinweg glich sich ihr Speiseplan so aus, dass sie alle wichtigen Nährstoffe zu sich nahmen.

Eine gute Methode, die eigenen, wahren Bedürfnisse wieder zu erkennen, ist ein Einstieg mit Fasten. Das muss gar nicht lang sein. Vielleicht genügt schon ein Tag, um die Sinne wieder zu schärfen für das, was der Stoffwechsel braucht. Auf die Lust lauschen. Das klingt einfach und ist doch oft schwer, sind wir doch gewohnt, mehr den Wissenschaften zu vertrauen als unserem eigenen inneren Wissen. Dieses wieder auszugraben, ihm Glauben zu schenken, ist ein spannendes Unterfangen und kann von niemandem gelehrt werden. Da hilft kein Buch, kein Rat, kein neuer Kurs – das Zutrauen zur inneren Stimme können wir nur selbst erlernen, indem wir es uns eben zutrauen. Nur Mut!

Hier ein paar Tipps, um sich selbst auf die Sprünge zu helfen:

Menskrämpfe und Schmerzen

Wer zu Schmerzen bei und vor der Menstruation neigt, sollte weniger tierische Produkte zu sich nehmen und möglichst leichte Kost essen. Zu viel Eiweiß und Fett sind schwer verdaulich, belasten Magen und Darm und können über den Stoffwechsel zu einer vermehrten Hormonproduktion beitragen. Vegetarisches Essen und auch Rohkost haben schon mancher Frau Periodenschmerzen genommen. Ausprobieren lohnt, frau muss nicht das ganze Leben solch eine Diät befolgen, oft reicht es, vor der Menstruation viel Gemüse zu essen.

Zur Förderung der Fruchtbarkeit

empfehlen sich für Frau wie Mann Sesamsamen, Honig, Mandeln, Tee aus Rosenblättern und -blüten, Passionsfrucht und -blume, Katzenpfötchen. Sprossen aus Alfalfa, Mung- und anderen Bohnen sollten gemieden werden. Sie erwiesen sich bei Tieren, die dort grasten, wo solche Pflanzen wild wuchsen, als fruchtbarkeitshemmend. Leicht verdauliches Eiweiß aus sauren Milchprodukten wie Joghurt, Buttermilch, Molke, Kefir, Dickmilch, Quark, Ricotta und Ähnlichem unterstützt die Fruchtbarkeit. Getreidekaffee erwies sich als förderlicher denn Bohnenkaffee.

Prämenstruelles Syndrom

Australische Frauen experimentierten mit Zwiebeln, Knoblauch sowie Meerrettich und hatten sehr gute Erfolge damit. Frauen in den USA probierten es mit Vitamin C und E und konnten so ihre Spannungszustände vor der Blutung loswerden. Ich finde es besser, Lebensmittel mit diesen Vitaminen zu essen, als Vitaminpillen zu sich zu nehmen. Die synthetisch nachgeahmten Vitamine werden meist wieder ausgeschieden. Der Körper kann sie gar nicht aufnehmen. Vitamin E finden wir in Keimen und Sprossen, in Weizenkeimöl, das sich gut zum Salatanmachen eignet. Vitamin C kommt in allen Früchten vor, besonders in Zitrusfrüchten, des Weiteren in Petersilie und grünen Salaten.

Stoffe

Stoffe und Gewebe wie auch anderes Gewirktes, Gestricktes und Geknüpftes besitzen etwas sehr Sinnliches. Mit Stoffen können wir heilsame Wirkungen erzielen. Das gilt sowohl für Farbe wie auch Material. Bei Fellen und Leder sollten wir hinspüren, ob wir uns in die Haut toter Tiere hüllen wollen. Manche Leute reagieren sehr empfindlich darauf. Auch bei der üblichen Seidenherstellung wird ein Lebewesen getötet: Die Raupe, die zum Schmetterling werden will, verpuppt sich in ihrem Kokon. Dieser wird mit der Larve in kochendes Wasser geworfen, sodass lange, haltbare Seidenfäden entstehen. Für Wildseide sammelt man die Hülsen ausgeschlüpfter Schmetterlinge und spinnt Fäden daraus, die allerdings nicht mehr so lang sind wie die der Puppe samt Inhalt. Denn der Schmetterling musste den Kokon aufbrechen, die Fadenstruktur zerstören, um hinauszufliegen. Wolle, ebenfalls ein Eiweißstoff, lässt manche Menschen allergisch reagieren. Seide und Wolle werden gute Trageeigenschaften nachgesagt, zudem soll ihre tierische Herkunft schützen und pflegen.

Es gilt wie bei allem Vorangesagten: Selbst ausprobieren, was bekömmlich ist. Baumwolle, Leinen, Ramie, Bambus, Hanf und andere Fasern aus Pflanzen sind den meisten Menschen behaglich. Sie können allerdings chemisch behandelt worden sein, um sie haltbarer und fester oder weicher zu machen. Ein beliebtes Appreturmittel ist Formaldehyd. Also neue Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen gründlich auswaschen.

»Stoffakupunktur«

Wer Akupunkturnadeln nicht verträgt, kann sich aus Seidenstoff kleine Läppchen zurechtschneiden und diese auf den Akupunkturpunkt legen. Je nach Farbe und Form wird man unterschiedliche Wirkungen erzielen. Kühle Farben wirken eher beruhigend, warme Farben regen an. Kreisförmige Läppchen sind entspannend, quadratische fördern die Aktivität in der Welt. Dreiecke wirken ausgleichend. In die Geheimnisse dieser Heilkunst weihten mich bei einer langen Zugfahrt zwei recht betagte Damen ein. Leider versäumte ich, mir Namen und Adressen der anthroposophischen Ärztin sowie der Heilpraktikerin und Eurythmistin geben zu lassen.

Kerzen

vermögen einerseits unser Feuer zu fördern und haben durch ihr Material Anteil an der Erde. Wachs, von den Bienen in ihren Stöcken gebildet, bringt uns die Formbarkeit und das Feste der Erde nahe. Mittlerweile gibt es Pflanzenstearinkerzen, die meist aus Palmöl hergestellt werden und den Vorteil haben, dass sie kaum tropfen. Kerzen helfen beim Ausflug ins Land des Feuers, verleiten zum Träumen und vermögen gleichzeitig zu zentrieren.

Düfte

nehmen wir mit der Nase auf. Nase und Geruchssinn rechnet man im indischen Medizinsystem Ayurveda der Erde zu. Mit verschiedenen Düften können wir unterschiedliche Stimmungen erzeugen und beeinflussen. Räucherstäbchen verbreiten Düfte, fügen das Element des Feuers dazu. Eine Duftlampe bringt mit der Wasserschale, in der das durch eine Kerze angeheizte Wasser mit dem Duftöl verdampft, alle Elemente in Raum und Zeit. Parfum verbreitet seinen Duft auf unserer Haut; ein Massageöl, mit dem wir uns einreiben, erfasst uns ganz und gar. Natürliche Öle, Essenzen und Extrakte haben dabei heilsame Wirkungen. Vermeiden Sie, besonders wenn Sie Ihre Fruchtbarkeit stärken wollen, synthetische Duftstoffe aller Art – denn die biologische Bereitschaft zu Zeugung und Empfängnis wird auch über unseren Geruchssinn gesteuert. Künstliche Duftstoffe scheinen neuesten Forschungen zufolge dieses fein abgestimmte physiologische Geschehen zu unterdrücken.

Aromaöle

Bei Schmerzen

Rose löst Krämpfe, entspannt und beruhigt.

Rosmarin regt an und vertreibt Schmerzen.

Ingwer harmonisiert, gleicht aus, balanciert Energien.

Zedernholz wirkt auf milde Art schmerzlösend.

Zur Anregung der Fruchtbarkeit

Moschus, Ingwer, Vanille, Patchouli, Ylang-Ylang, Zimt, Nelken, Geranie und Basilikum wirken aphrodisisch.

Zum Entspannen

Jasmin, Birke, Lavendel, Zypresse, Zedernholz sowie andere Nadelhölzer und Harze helfen beim Abschalten vom Alltagsstress.

Anregend

wirken Rosmarin, Geranie, Bergamotte, Basilikum und Wacholderbeere sowie alle Zitrusdüfte.

Musik

Musik vermag uns in unterschiedliche Stimmungen zu versetzen. Die Ohren kann man nicht verschließen – umso bedeutender wird daher, was wir hineinlassen. Elektronische oder mit dem Synthesizer erzeugte Musik hat weniger heilsame Schwingungen für unser System als die Musik, die aus natürlichen oder organischen Klangkörpern stammt.

Für die Tanzphasen des Luna-Yoga kann sich jede/r die passende Musik selbst aussuchen. Es empfiehlt sich, für den Anfang nicht zu schnelle Rhythmen zu wählen, da man sonst leicht außer Atem gerät.

Ich lege häufig die Kassette »Affirmations« von Kath & Ini auf. Das ist eine Kassette, die australische Frauen produziert haben. Sie benutzen die verschiedensten Instrumente, auch das Didgeridoo der Aborigines. Die beiden Hebammen waren die ersten Frauen, denen die Aborigines das Musizieren mit dem Didgeridoo erlaubten. Affirmationen sind Bekräftigungen, Anrufungen guter Eigenschaften wie Glaube, Stärke, Urteilsvermögen, Liebe, Vorstellungskraft, Verständnis, Macht, Wille, Ordnung, Zielstrebigkeit, Loslassen, Leben. Die Kassette kann bei Women’s Music Collective in Australien bestellt werden: [email protected]

Luna-Yoga: Der sanfte Weg zu Fruchtbarkeit und Lebenskraft: Der sanfte Weg zu Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Tanz- und Tiefenübungen.
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