Es gibt viele Luftfahrtmuseen, doch nur eines besitzt Howard Hughes’ gigantisches Flugboot, die Hercules H-4 (besser bekannt als die Spruce Goose). Das Flugzeug besteht fast vollständig aus Holz, absolvierte 1947 einen einzigen Flug und wurde dann bis zu Hughes’ Tod im Jahr 1976 in flugbereitem Zustand gehalten.
Während des Zweiten Weltkriegs verloren die USA im Atlantik aufgrund deutscher U-Boote viele Schiffe, große Mengen an Material und zahlreiche Menschen. 1942 waren die Verluste der Alliierten mit 1600 gesunkenen Schiffen auf dem Höhepunkt angelangt. Im Juli desselben Jahres vergab die US-Regierung einen 18-Millionen-Dollar-Auftrag an die neu gegründete Hughes Kaiser Corporation, der vorsah, ein Flugboot zu entwickeln, das bis zu 750 Soldaten über die U-Boote hinweg transportieren sollte.
Da sehr viel Metall für den Krieg benötigt wurde, entschied sich Hughes für ein Design aus laminiertem Holz (hauptsächlich Birke, nicht Fichte, engl. spruce). Rahmen und Rippen der Spruce Goose bestanden aus Holz. Dann wurden laminierte Holzteile zu dünnen Platten geformt und über dem Rahmen verklebt.
Da das Flugzeug so riesig war, erfand Hughes auch eine spezielle Flugsteuerung, die dem Piloten das Gefühl gab, ein kleines Flugzeug zu fliegen. Der Pilot musste nur wenig Kraft aufbringen, um die riesigen Heck- und Querruder zu bewegen.
Das Flugzeug wurde von acht Pratt & Whitney-Motoren angetrieben. Das Museum stellt einen teilweise zerlegten Motor aus.
Hughes setzte die Arbeiten an dem Projekt bis 1947 fort. Während einer Untersuchung des US-Senats zur angeblichen Unterschlagung von Staatsmitteln führte Hughes Rolltests mit der H-4 in Long Beach Harbor durch. Zur Überraschung aller drehte Hughes die Klappen beim dritten Test auf 15° und das riesige Flugzeug erhob sich in die Luft. Hughes flog etwa eine Minute 20 Meter über dem Wasser.
Heute ist die Spruce Goose die Hauptattraktion des Evergreen Aviation & Space Museum. Sie hält immer noch den Weltrekord für die größte Tragflächenspannweite – mit über 97 Metern schlägt sie die 72 Meter des Airbus A380 und die 64 Meter einer Boeing 747 um Längen.
Doch die Spruce Goose ist nicht die einzige Attraktion des Museums. Sie finden hier auch ein SR-71 Blackbird Spionageflugzeug, eine DC-3 »Dakota«, eine Boeing B-17 Flying Fortress und eine Sammlung militärischer Flugzeuge wie die F-15A Eagle, eine Spitfire und eine MiG17.
Informationen zur Spruce Goose und dem Evergreen Aviation & Space Museum finden Sie unter http://www.sprucegoose.org/.


