Die meisten Leute denken bei dem Namen Westminster Abbey an die Kirche, in der britische Monarchen gekrönt, verheiratet und beerdigt werden. Tatsächlich ist sie eine der wenigen Kirchen und Kapellen, die direkt der britischen Königin unterstellt sind. Doch Westminster Abbey ist auch ein Ort, an dem bedeutende Briten ihre letzte Ruhestätte finden. Sie ist die wichtigste Begräbnisstätte mit wissenschaftlichen Bezügen weltweit.
In Westminster Abbey sind die folgenden großen Wissenschaftler geehrt: Charles Darwin (siehe Kapitel 6), Paul Dirac, James Clerk Maxwell (siehe Kapitel 35), William Herschel, Sir Isaac Newton (siehe Kapitel 69), Ernest Rutherford, J. J. Thomson (der das Elektron entdeckte) und Lord Kelvin (siehe Kapitel 73). Newtons Grab ist reich verziert (Abbildung 79.1), das von Darwin hingegen nur mit den einfachen Worten »Charles Robert Darwin, Born 12 February 1809, Died 19 April 1882« versehen. Ein angesehener Brite, der in Westminster Abbey gewürdigt wird, dort aber nicht begraben liegt, ist Michael Faraday. Sein Grab befindet sich auf dem Londoner Highgate-Friedhof.
Sie finden auch zwei Namen, die Ihnen möglicherweise völlig unbekannt sind: Thomas Tompion und George Graham. Tompion und Graham waren berühmte Uhrmacher, die im 17. und 18. Jahrhundert sehr genaue Uhren konstruierten. Tompion stellte Uhren für das Royal Observatory in Greenwich (siehe Kapitel 49) her, die nur einmal im Jahr aufgezogen werden mussten. Sein Freund Robert Hooke entwickelte die dazu erforderlichen feinen Federn.
Die Abtei selbst befindet sich in der City of Westminster in der Nähe des britischen Parlaments am Palace of Westminster. Die ältesten Teile der Abtei lassen sich ins 11. Jahrhundert zurückdatieren und beherbergen nun ein kleines Museum. Die Abtei war während ihres ganzen Bestehens häufigen Baumaßnahmen ausgesetzt. Im 19. Jahrhundert wurden Wiederaufbau- und Restaurierungsarbeiten von dem Architekten Sir George Gilbert Scott durchgeführt.
Zwar gibt es kostenlose Audioführungen, doch um die Bedeutung der Abtei wirklich zu verstehen, sollten Sie an einem geführten Rundgang teilnehmen. Gegen ein kleines Entgelt begleiten sachkundige Kirchendiener Besucher auf einer 90-minütigen Tour und erläutern ihnen die Geschichte der Abtei und der dort Beerdigten.
Da die Abtei mitten in London liegt, ist sie ein idealer Ausgangspunkt für den Besuch der Londoner Wissenschafts-Stätten etwa des Science-Museums (Kapitel 77), des Hunterian-Museums (Kapitel 64) oder des Faraday-Museums (Kapitel 75).
Da Westminster Abbey für offizielle Zeremonien genutzt wird, sollten Sie die Öffnungszeiten für Ihren Besuchstag prüfen. Details finden Sie unter http://www.westminster-abbey.org/.







