37° 25′ 19.02″ N, 122° 6′ 12.18″ W
Aus Shockley Semiconductor (siehe Kapitel 84) ging der Prototyp des Silicon Valley-Startup hervor: die 1957 gegründete Firma Fairchild Semiconductor. Innovativ und auf Produkte (nicht nur auf Forschung) fokussiert, brachte Fairchild viele andere Silicon Valley-Größen hervor (darunter Intel, LSI Logic und AMD). Ihre Sprösslinge werden häufig als »Fairchildren« (also Fairchilds Kinder) bezeichnet. Bei Fairchild selbst wurde die Planartechnik erfunden, die zur Herstellung von Halbleiter-Chips verwendet wird.
In etwa zeitgleich erfanden im Jahr 1958/1959 Jack Kilby (bei Texas Instruments) und Robert Noyce (bei Fairchild) die integrierte Schaltung, die mehrere Transistoren (und andere Komponenten) auf einem einzelnen Stück Silizium vereinigte. Kilby entwickelte eine Schaltung, die auf der Mesatechnik basierte (siehe Kasten), und verband die Komponenten mit feinen Golddrähten. Bei Noyces Schaltung wurde die Planartechnik verwendet, die eine anspruchsvolle Verdrahtung nutzte. Die Planartechnik hat sich durchgesetzt, aber Kilby gewann den Nobelpreis.
Mithilfe der Planartechnik konnte Fairchild funktionierende integrierte Schaltkreise konstruieren und lieferte 1960 die ersten Prototypen aus. 1961 wurde eine Reihe integrierter Schaltungen angekündigt, die die Größe eines Computers um bis zu 70% reduzieren sollten. Die einfachen ICs umfassten Logikschaltungen und Flipflops (die als 1-Bit-Speicher verwendet werden konnten). Sie waren die Vorläufer der Mikrochip-Revolution, die sich bis zum heutigen Tag fortsetzt. Die Chips verfügten über nur wenige Transistoren – für ein Flipflop beispielsweise sind lediglich zwei Transistoren erforderlich. Doch die Anzahl der Transistoren auf einem Chip sollte sich noch drastisch erhöhen.
1965 schrieb Gordon Moore (einer der Fairchild-Gründer) einen Artikel für Electronics mit dem Titel »Cramming More Components onto Integrated Circuits«. Darin prognostizierte er, dass sich die Zahl der Komponenten bei integrierten Schaltungen alle zwei Jahre verdoppeln würde (er schätzte, dass ein einzelner Chip 1975 rund 65000 Komponenten enthalten würde). Diese Einschätzung ist als Moores Gesetz bekannt und bis zum heutigen Tag gültig (der Intel Itanium-Prozessor Tukwila beispielsweise vereint über 2 Milliarden Transistoren auf einem einzigen Chip). Das Gesetz wurde auch auf andere Bereiche der Digitaltechnik ausgeweitet, etwa die Speicherkapazität von Festplatten oder die Anzahl der Pixel pro Dollar bei Digitalkameras.
Fairchild wuchs und war am neuen Markt für digitale Schaltungen erfolgreich, wenn auch nur als Nummer zwei hinter Texas Instruments. 1968 jedoch verließen Gordon Moore und Robert Noyce das Unternehmen, nachdem es in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Ihr nächstes Startup, Intel, ist heute jedem ein Begriff. Fairchild Semiconductor existiert bis zum heutigen Tag.
Das alte Fairchild-Gebäude in der 844 E. Charleston Road in Palo Alto steht immer noch. Leider gibt es dort, genauso wie beim Shockley Semiconductor Laboratory, für den technisch Interessierten nichts zu sehen. In dem Gebäude befindet sich heute nicht einmal mehr ein Technologieunternehmen. Ein Foto vor dem denkmalgeschützten Gebäude ist jedoch für jeden Technikfreak ein Muss.
Nachdem Sie das Foto am Fairchild-Gebäude gemacht haben, sollten Sie die HP-Garage (siehe Kapitel 90) besuchen, die sich ganz in der Nähe (ebenfalls in Palo Alto) befindet.


