Chong tastete nach dem Rand der Grube. Seine Beine zitterten und drohten, den Dienst zu versagen, seine Knie fühlten sich an wie Gummi, seine Muskeln wie Wackelpudding. Irgendwo in der Ferne grölten und klatschten Menschen, aber er wusste, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis wieder jemand hierher zurückkam. Er war nie ein Glückspilz gewesen und wusste daher schon lange, dass er das bisschen Glück, das der Zufall ihm schenkte, beim Schopf packen musste.
Er reckte die Finger, so hoch er konnte, und klammerte sich am Grubenrand fest, aber die Erde dort war lockerer, von Schaufeln abgestochen und von vielen Menschen zertrampelt, die sich nach vorn gebeugt hatten, um die Kämpfe in der Tiefe verfolgen zu können. Chong grub seine Fingernägel so heftig in den Dreck, dass er ihm ins Gesicht rieselte. Er spuckte und hustete und schüttelte den Kopf wie ein Hund, um die Erde aus den Augen zu bekommen.
Plötzlich schloss sich etwas um sein Handgelenk. Ein fester Griff, so hart wie Eisen. Und im nächsten Moment wurde er auch schon aus der Grube gezogen.
Chong öffnete die Lippen, um zu schreien, aber eine zweite Hand schoss hervor und presste sich auf seinen Mund.
Man hatte ihn entdeckt!
