21.
Jane lehnte sich zurück und aß ein Sandwich mit Pommes frites. Vor einer Stunde wäre ihr vor Angst beinahe das Herz stehen geblieben. Jetzt schlug ihr das Herz aus einem ganz anderen Grund bis zum Hals.
Der junge Mann war groß, blond und sehr attraktiv. Jane hatte Doogy nur einmal an der Akademie gesehen und sich in ihn verknallt. Jane hatte gar nicht gewusst, dass Doogy in dasselbe Revier versetzt worden war wie sie, bis er plötzlich den Raum betreten hatte.
»Na, wie läuft's da draußen so?«, fragte Jane ihn in kumpelhaftem Tonfall, damit er nichts von ihren Gefühlen bemerkte.
»Nun ja, es ist jedenfalls sehr ruhig an meinem ersten Tag auf Streife. Und du hast wohl die Arschkarte gezogen, was?«
»Immer noch besser als Streifendienst.«
»Stimmt auch wieder«, sagte Doogy. »Aber denk mal an die ganze Ausbildung. Die brauchst du dafür doch gar nicht.«
»Ich habe mich freiwillig gemeldet, dann kann ich mir meine nächste Abteilung selbst aussuchen. Und dann kann ich alles, was ich gelernt habe, endlich anwenden.«
»Echt?« Doogy betrachtete die Computer. »Ja, vielleicht ist das hier gar keine so schlechte Sache. Nicht die Drecksarbeit, die ältere Kollegen einem gerne zuschustern. Und hier ist es auch nicht so schwül. Wie kommt es, dass ich nichts davon weiß ?«
Jane grinste. »Beziehungen zahlen sich aus.«
Doogy nickte und zeigte auf die Monitore. »Wie läuft das eigentlich?«
»Ich beobachte die Bewegungen von Bewährungshäftlingen, Untersuchungsgefangenen und Straffälligen, die zu Hausarrest verurteilt wurden. Aufregende Sache.«
»Sieht aus wie ein zweitklassiges Videospiel. Diese Punkte bewegen sich aber nicht viel, was?« Doogy zog sich einen Stuhl heran.
»Das bedeutet, dass die Leute schlafen oder fernsehen. Viel Bewegung gibt es da nicht. Hast du Hunger?« Sie bot ihm ein paar Pommes an.
»Klar.« Doogy bediente sich. »Und was macht diese Person jetzt?« Er zeigte auf einen kleinen grünen Punkt, der sich wild hin und her bewegte, als wäre ein Videospiel außer Kontrolle geraten.
Zuerst wusste Jane nicht genau, was Doogy meinte, doch dann sah sie es. Monitor siebenundzwanzig. Schon wieder. Das Sandwich flog quer durch den Raum, als sie nach dem Hörer griff.