XXX
Das Feuer war noch nicht bis in den Vorraum des
Tempels eingedrungen. Nur sehr vage konnte man hier den Rauch
wahrnehmen, der die Ausdünstungen der Veteranen, eine Mischung aus
Vorfreude und Kampffieber, überlagerte. Darunter verbarg sich der
etwas trockenere Geruch von Weihrauch und altem, verschüttetem
Wein.
Cunomar spürte, wie die feinen Härchen in seinem
Nacken sich aufrichteten. Ganz ähnlich einem Hund trat er mit
steifen Schritten in den Tempel ein und drehte sich dann einmal im
Kreise, um sich seine Umgebung aufmerksam anzuschauen.
Es war ein Ort, der vor Leben nur so vibrierte, und
das, obwohl doch niemals irgendjemand hier drinnen gewohnt hatte -
abgesehen von jenem Zeitpunkt, als die Veteranen ihn zu ihrem
Unterschlupf erkoren. Man sah den steinernen Fliesen auf dem Boden
deutlich an, dass schier unzählige Füße über sie hinweggewandert
sein mussten; stellenweise waren sie sogar regelrecht abgewetzt,
dort, wo besonders viele Menschen entlanggegangen waren. Auch die
Wände bestanden aus mit Schmuckkacheln verblendetem Stein. Das Dach
dagegen war bloß aus einem schlichten Holzgerüst gefertigt, auf das
die Dachpfannen aufgelegt waren. Überall in dem Tempel standen
Fackelhalter verteilt. Wohl zahllose Nächte lang mussten diese ihr
Licht verbreitet haben, denn die Wände hinter ihnen waren jeweils
schwarz verrußt. Jedoch waren nirgends Betten zu erkennen, auch
keine Truhen, in denen die Männer ihre Habseligkeiten verstaut
haben könnten, noch nicht einmal Utensilien für eine einfache,
provisorische Werkstatt waren zu finden.
Stattdessen entdeckte Cunomar zahlreiche
Kettenhemden und aus Eisenplättchen gefertigte Schuppenpanzer, die
von einigen Wandkonsolen herabhingen, gemeinsam mit
Pferdegeschirren und alten, bereits von Kampfspuren zerkratzten
Waffen. Letztere hatte man offenbar unmittelbar nach dem letzten
Gefecht wieder in ihre sorgsam polierten Holzhalterungen gerammt,
denn die Waffen wiesen noch alte Blutflecken an Klingen und Heften
auf.
Zwischen und über diesen Utensilien waren eine
Reihe von Miniaturlegionsstandarten und deren Schmuckaufsätze
platziert. Kleine, vergoldete Adlerskulpturen, die in ihren Klauen
einander kreuzende Blitze hielten, starrten von den Wänden aus in
Richtung der Tempelpforte; ein wilder Eber in Rot stürmte über ein
blaues Lanzenfähnchen, das sich, obwohl es bloß eine stark
verkleinerte Ausgabe des Originals war, immer noch über die halbe
Breite der Tempelrückwand erstreckte; eine in Holz geschnitzte und
damit in die Unsterblichkeit erhobene Ziege; ein ebenfalls
hölzernes Pferd, ein geschnitzter, dreiköpfiger Hund und ein
Schafbock aus Holz mit derart kunstvoll gedrehten Hörnern, wie man
sie bei den Schafböcken auf britannischem Boden noch nie gesehen
hatte. Sie alle waren mehr als bloß das Abbild irgendeines Tieres,
und das Holz schien regelrecht lebendig, wie vom Geist der
Kreaturen erfüllt.
Vielleicht erklärte dies das unheimliche Gefühl,
beobachtet zu werden, das Cunomar noch immer beschlich.
»Das alles macht mir den Eindruck, als wäre es eine
Art Schrein zu Ehren der Macht der Legionen«, erklärte er. »Wir
sollten schnellstens wieder von hier verschwinden und den Tempel,
genauso, wie auch den Rest der Stadt, einfach niederbrennen.«
»Du irrst dich«, korrigierte Valerius ihn. »Das ist
erst der Vorraum. Der echte Schrein befindet sich im Keller unter
diesem Tempel.« Er hatte sich gegen die dem Eingang
gegenüberliegende Wand gelehnt, einen Arm hinter seinem Kopf
verschränkt. Sein Gesicht war bleich vor lauter Erschöpfung. Oder
auch bleich vor Schmerz. Oder beidem zusammen.
»Da unten befindet sich der erste Tempelsaal, der
jemals zu Ehren Mithras’ in Britannien erbaut wurde. Man erreicht
ihn sowohl über diesen Raum als auch über das Zenturionenhaus auf
der anderen Seite des Gartens. Auch ich hatte hier meine erste
Begegnung mit dem Gott.«
»Dann willst du wohl, dass wir den Tempel stehen
lassen?«
»Dieser Tempel als einziges Überbleibsel, mitten in
einer Stadt, die ansonsten gerade zu Schutt und Asche verbrennt?
Nein. Und sowieso lebt der Gott doch in den Steinen und der Erde
und nicht etwa in den Hallen, die die Menschen für ihn errichtet
haben. Folglich dürfte es ihm wohl herzlich egal sein, ob auch
dieser Tempel hier schließlich in Flammen aufgeht.« Den Rücken
gegen die verrußte Mauer gelehnt, ließ Valerius sich mit gekreuzten
Beinen auf den Boden sinken.
Endlich waren Cunomar und Valerius einmal ganz
allein. Abgesehen von Longinus, der schweigend an der Tür wartete,
damit die Angehörigen des Kriegsheeres nicht unwissentlich die
Unterhaltung zwischen dem Bruder und dem Sohn der Bodicea störten.
Denn natürlich waren die führenden Krieger nicht weit von Cunomars
Seite gewichen, sondern warteten draußen vor der Tempelpforte: Ulla
und Scerros und eine Handvoll anderer, die sich ihrem jungen
Anführer mit Leib und Seele verschrieben hatten. Doch auch Valerius
hatte seine Anhänger: Longinus natürlich, aber auch Knife und
Snail, der endlich ebenfalls seine ganz persönliche Aufgabe
gefunden hatte, indem er sich um die Verwundeten kümmerte, sowie
eine unbezähmbare Frau von der Insel Hibernia mit Augen wie eine
Dohle, und Huw, der Steinschleuderschütze mit dem zernarbten
Gesicht - Letztere beiden gehörten zu den Kriegern von Mona.
Ohnehin gab es eine überraschend große Anzahl von
Monas Kriegern, die sich ganz fraglos auf Valerius’ Seite gestellt
hatten und die Anwesenheit des Sohnes der Bodicea dafür gar nicht
wahrzunehmen schienen. Letzteres war selbstverständlich auch
Cunomar aufgefallen, und er hatte vorgehabt, dies mit der Schlacht
vor dem Hintereingang des Tempels entscheidend zu ändern. Nun aber
war er sich nicht mehr so sicher, ob er tatsächlich Erfolg gehabt
hatte mit dieser Taktik.
»Wir sollten uns wohl einmal miteinander
unterhalten«, wandte Cunomar sich an den Mann, der ihm gegenüber
auf dem Boden hockte. »Und gleich im Anschluss müssen wir uns um
die Verwundeten kümmern. Meine Mutter hat getan, was sie nur
konnte, und hat damit etwas wahrhaft Gigantisches geschaffen. Denn
die Hauptstadt Roms in der Provinz von Britannien ist nun komplett
in unserer Gewalt, und es liegt allein in unserer Hand, sie jetzt
bis auf das letzte Gebäude einfach in Flammen aufgehen zu lassen.
Dennoch hat meine Mutter sich auf dem Höhepunkt unserer heutigen
Schlacht aus den Kämpfen zurückgezogen. Uns stehen aber noch drei
weitere Legionen bevor sowie eine Reihe anderer Städte, die wir
erst einmal einnehmen müssen, ehe wir uns wirklich wieder als freie
Menschen bezeichnen können. Um also weiterhin Erfolg zu haben, muss
besonders die Führung des Kriegsheeres nun ihre Schwäche ein für
alle Male überwinden und fortan mit geeinter Kraft handeln. Du hast
einmal gesagt, dass du es nicht dulden würdest, wenn die Ruhmsucht
eines einzelnen Mannes das gesamte Heer zerstörte. Ich möchte dich
also fragen, ob du noch immer der Ansicht bist...«
»Du bist der neue Heeresführer.«
»…dass meine Rolle bei der Eroberung der Stadt…
Was?« Cunomar rieb sich verdutzt sein verbliebenes Ohr und schämte
sich sogleich für diese Geste.
Valerius hatte den Hinterkopf gegen die Wand
zurücksinken lassen und sah schweigend zum Dach des Tempels hinauf,
als ob er sich von dort irgendeine Art von Eingebung oder
Unterstützung erhoffte.
»Du bist von nun an der neue Anführer des Heeres
deiner Mutter. Alle, die zurzeit noch mir folgen, werden mir auch
in Zukunft folgen. Aber ich wiederum werde fortan allein dir
folgen. Du brauchst also nur noch zu sagen, was du vorhast, und wir
werden es ausführen.« Valerius’ Stimme klang vollkommen
tonlos.
Plötzlich schien irgendetwas die Krieger vor der
Tempelpforte aufzustören. Lautes Stimmengewirr war zu hören,
schrille Töne, wie sie sonst nur die Vögel in der Morgendämmerung
erklingen ließen. Mit einem Mal hatte Cunomar nur noch einen
Wunsch. Er wollte hinaus in die frische Luft, wo bloß der vertraute
Gestank der gerade erst Verstorbenen herrschte.
Cunomar stemmte die Handflächen auf das Holz des
Altartisches. »Damit wir uns darüber im Klaren sind. Du hast mir
gerade angeboten, die gesamte Führerschaft über das komplette
Kriegsheer allein mir zu übertragen, und dass...«
»Julius?«, ertönte in diesem Moment Longinus’
Stimme von der Tempelpforte her, und in ihr schwebte ein warmer
Unterton echter Zuneigung. Einer Zuneigung, die noch wesentlich
tiefer ging als die unverbindliche Intimität einer Seite an Seite
durchkämpften Schlacht oder einer gemeinsam verbrachten Nacht. Und
auch eine Art Fürsorge schwang darin mit, ein Erkennen der
Erschöpfung des anderen und Nachsicht mit dessen womöglich voreilig
getroffener Entscheidung. Vor allem schien diese Stimme Hoffnung zu
verheißen in einer scheinbar hoffnungslosen Welt.
All dies hatte Cunomar zwar wahrgenommen, dann aber
fast unmittelbar darauf auch schon wieder vergessen. Denn er hatte
nicht sofort begriffen, dass der Thraker Valerius angesprochen
hatte, der doch eigentlich Bán hieß …
»Julius. Deine Schwester ist hier.«
Valerius hatte gehofft, dass er dort, gegen die
Wand gelehnt, vielleicht einen kurzen Moment hätte einnicken
dürfen, um sich dann mit einer kleinen Mahlzeit zu stärken und
anschließend vielleicht ein wenig zu schlafen. Erst danach hatte er
sich mit den Folgen jener Entscheidung beschäftigen wollen, die er
getroffen hatte, als er sah, wie seine Schwester langsam das
Schlachtfeld verließ.
Nun aber, da er sie früher als erwartet wieder
zurückkehren sah, stemmte er sich mühsam vom Boden hoch. Doch sein
Körper verweigerte ihm seinen Dienst. Deutlich langsamer als normal
und mit steifen Gliedern richtete er sich schließlich auf, während
er sich mit dem Rücken kraftlos an die Wand lehnte.
In ähnlich müder Haltung lehnte auch Breaca in der
Tür. Zum ersten Mal, seit der Krieg begonnen hatte, trug sie nun
wieder einen Umhang in Eceni-Blau, den sie vorn mit einer Brosche
in der Form des Schlangenspeeres zusammengefasst hatte, von der
wiederum ein paar alte Wollstränge herabhingen. Neben ihr stand
Stone, der erstaunlicherweise weniger zu lahmen schien als noch vor
wenigen Tagen, und auf Airmids Gesicht zeigte sich sogar ein
Lächeln, eine Geste, von der Valerius gedacht hatte, dass sie sie
schon längst verlernt hätte.
»Und, seid ihr zu einer Entscheidung gekommen?« Die
Stimme der Bodicea füllte den gesamten Tempel aus, mit einer Kraft,
die sie vorher nicht besessen zu haben schien.
»Nein«, entgegnete Cunomar.
»Doch«, widersprach Valerius.
Breaca ließ den Blick vom einen zum anderen
schweifen. Plötzlich hatte ihr Lächeln wieder jenen scharfen Zug an
sich, wie Valerius ihn seit seiner Kindheit nicht mehr an ihr hatte
beobachten können, außer einmal, damals, als er gerade aus Gallien
wiedergekehrt war und Breaca ihn auf seiner Schiffsreise begleitet
hatte. Er hätte weinen mögen. Vielleicht weinte er in diesem
Augenblick auch tatsächlich, er wusste es nicht und kämpfte den
Impuls nieder, nun die Hand an die Wange zu heben, um zu fühlen, ob
diese bereits von seinen Tränen benetzt war.
Mit amüsiert klingendem Tonfall entgegnete seine
Schwester: »Soll ich mich vielleicht wieder zurückziehen, so lange,
bis ihr beide euch über die richtige Antwort geeinigt habt?«
»Was?«, fragte Valerius leise.
»Ich habe soeben das Schlachtfeld verlassen. Alle
haben es gesehen. Sollte nun also der eine oder andere von euch
seinen Anspruch auf die Anführerschaft des Heeres geltend machen
wollen, so habe ich von nun an kein Recht mehr, ihm diese noch
länger zu verwehren.«
Mittlerweile begriff Valerius, dass er nicht
geweint hatte, sondern nur erschöpft war. Ein heiseres Lachen stieg
aus seiner Kehle auf. »Ehe du so etwas aussprichst, solltest du
dich besser erst einmal umsehen«, entgegnete er und deutete mit
einem knappen Nicken hinter Breaca in Richtung der Gärten, wo die
Bärinnenkrieger sowie die Krieger von Mona sich unter den Rest des
Kriegsheeres gemischt hatten. Keiner von ihnen kniete mehr über den
Toten, um sie ihrer Rüstungen und Waffen zu entledigen, und auch
die Verwundeten waren allesamt fortgetragen worden. Stattdessen
hatten die Krieger sich nun zu einem riesigen Heer
zusammengeschlossen und harrten hoffnungsvoll der weiteren
Entwicklung der Ereignisse. »Du willst dich jetzt also allen
Ernstes einfach so umdrehen und ihnen mitteilen, dass du sie schon
bald aufs Neue verlassen wirst? Bitte schön, ich halte dich
bestimmt nicht davon ab. Ich bezweifle allerdings, ob sie dich
gehen lassen werden.«
Irgendwie fand Valerius noch die Kraft, sich neben
Breaca unter den Türsturz zu stellen. Mühsam stieß sie sich von dem
Türpfosten ab, und auch Cunomar besaß trotz seiner Erschöpfung noch
die Geistesgegenwart, sich nun auf ihre andere Seite zu stellen,
sodass die Bodicea flankiert wurde von ihrem Bruder und ihrem Sohn.
Gemeinsam blickten sie jener überwältigenden Masse von Männern und
Frauen entgegen, die ihnen am heutigen Tag wieder einmal so treu
gefolgt war - bis an den Rand des Todes und wieder zurück. Ein
jeder war bis an die Grenzen seiner körperlichen Leidensfähigkeit
getrieben worden, sie alle waren zumindest kurzzeitig an jenem
Punkt angelangt, an dem es nicht mehr in ihren Händen allein
gelegen hatte, ob ihre Seelen noch länger in ihrem Körper
verweilten oder in das Land hinter dem Leben entglitten.
Doch gemeinsam hatten sie die erste und größte
Stadt, die Rom jemals in ihrem Heimatland hatte errichten können,
wieder vernichtet. Um das zu erreichen, hatten sie fast zwei Tage
lang beinahe ohne Unterbrechung mit einer solchen Inbrunst
gekämpft, wie wohl keiner sie im Vorfeld jemals erlebt oder auch
nur für möglich gehalten hätte. Sie hatten sich durch die Straßen
gefochten und in die robusten, aus Ziegeln erbauten Villen hinein,
hatten gegen bewaffnete Römer und unbewaffnete Trinovanter
gekämpft. Mutig und ehrbar hatten sie ihre Feinde geschlagen,
zuweilen aber auch voller Angst und aus dem Hinterhalt
heraus.
Und sie alle waren nun durchdrungen von der Scham
über ihre zeitweilige Feigheit genauso wie von der Euphorie, trotz
allem als Sieger aus der Schlacht um Camulodunum hervorgegangen zu
sein.
Sie waren größer, als sie es jemals gewesen waren,
vielleicht größer, als sie je zu träumen gewagt hätten, und sie
hatten das Potenzial, sogar noch weiter über sich hinauszuwachsen.
Aber dazu brauchten sie zuerst einmal einen Grund, jemanden, der
ihnen befahl, noch schwindelerregendere Höhen zu erklimmen und in
sich selbst den sicheren Weg zum Sieg zu finden.
Aus reiner Gewohnheit heraus und aus zwei
Jahrzehnten des Dienstes in der Armee öffnete Valerius beim Anblick
dieser Menschenmasse automatisch den Mund. Doch Breaca kam ihm
zuvor.
»Kriegerinnen und Krieger der Bodicea...« Ihre
Stimme drang nun schon wesentlich weiter als damals, am Rande der
Marsch, als Breaca sich das erste Mal an ihr Kriegsheer gewandt
hatte. Und dennoch reichte sie noch nicht weit genug. Dicht an
dicht drängten sich die Menschen in der Gartenanlage, und immer
mehr schoben sich durch die Tore und kletterten an den eigentlich
uneinnehmbaren Mauern empor. Zudem machte bereits das Gerücht über
eine neue Heeresführung die Runde, und eifriges Gemurmel ertönte,
sodass Breacas erste Worte nahezu ungehört wieder verhallten.
Einige, die noch verstanden hatten, was ihre Anführerin sagte,
gaben deren Worte mit lautem Gebrüll weiter an die hinter ihnen
Wartenden, wodurch aber letzten Endes nur noch mehr Lärm
entstand.
Seitlich der Tempelpforte befand sich ein Sockel,
auf dem bis vor kurzem noch eine Urne gestanden hatte. Mit einem
raschen Sprung erklomm Breaca diesen Sockel. Wie eine Art Rahmen
erhob sich hinter ihr die strahlend weiße Mauer. Genauso wie der
Rest des Heeres hatte auch Breaca einige Hautverbrennungen erlitten
und war beschmutzt mit Asche und Ruß und dem Unrat des Kampfes. Im
Gegensatz zu den anderen Kämpfern aber ruhte auf Breaca zudem der
Segen des Gottes, eine Gnade, die in diesem Augenblick allen
ersichtlich wurde. Aufrecht stand die Bodicea vor dem weißen Stein
der Tempelmauer, und die Spätnachmittagssonne tauchte sie in ihr
goldenes Licht. Ihr metallisch rotes Haar erstrahlte in hellem
Glanz, ihre aus Eisen und Bronze gefertigte Gürtelschließe funkelte
wie ein frisch polierter Edelstein, und ihr Schwertgriff und die
Schlangenspeer-Brosche glitzerten wie Gold.
Und noch mehr Götter salbten die Bodicea: Der Wind
hob ihr Haar leicht an, ließ es wie einen kupfernen Helm um ihren
Kopf schweben. Ihr Umhang bauschte sich auf, sodass er sich vor den
grellweißen Rahmen der Mauer wie eine Art nachtblaues Passepartout
schob, und über alledem lag der Glanz der Sonne. Schließlich hüpfte
über die vergoldeten Dachpfannen des Tempels eine Krähe und
krächzte genau dreimal. Das letzte Krächzen wurde von tiefem und
erwartungsvollem Schweigen begrüßt.
Nun gab es endgültig keine Zweifel mehr an Breacas
Führerschaft. Und hätten ihr Bruder oder ihr Sohn in diesem
Augenblick versucht, ihr diese Macht wieder streitig zu machen,
hätten selbst deren eingeschworene Ehrengarden sie auf der Stelle
getötet. Doch auch der Bodicea hätte man die Flucht verwehrt, hätte
diese nun einfach wieder davongehen wollen. Stattdessen musste sie
der Versammlung erst einmal laut und für alle hörbar ihre
unverbrüchliche Verbundenheit und Kampfbereitschaft schwören.
All dies erkannte Breaca jetzt. Begriff, was von
ihr verlangt wurde. Und noch einmal erhob sie die Stimme mit einer
solchen Kraft, dass nun endlich wohl auch der Letzte sie würde
verstehen können.
»Kriegerinnen und Krieger der Bodicea. Ihr habt
soeben eine gesamte Stadt erobert und damit den ersten Teil des
Krieges gewonnen. Nicht ein Einziger von euch ist unverletzt
geblieben, und ein jeder hat Freunde verloren, trauert um Geliebte,
Brüder, Schwestern, um Väter und Mütter, die allesamt in dieser
Schlacht und dem, was uns schließlich zu diesem Krieg geführt hat,
umgekommen sind. Und dennoch haben wir uns der Armee Roms gestellt,
das sich aufgrund der ihm eigenen Macht in unserem Land ein neues
Kaiserreich geschaffen hatte. Und wir haben gesiegt. Das hier war
die Hauptstadt der Legionen, war ihre erste Festung gewesen, ihr
ganzer Stolz in der Provinz Britannien. Wenn wir diese Stadt wieder
verlassen, wird von ihr nichts mehr übrig sein als ein Haufen
Asche, den schließlich der Wind mit sich forttragen und der Erde
zurückgeben wird. Niemals wieder versenkt irgendeine Armee ihre
Fundamente in den reinen Boden von Camuls Residenz.
Und das hier ist erst der Anfang. Denn wir müssen
auch Roms andere Städte schleifen, müssen seine Legionen zerstören.
Unser Land muss endlich wieder frei sein. Und mit eurer Hilfe,
eurem Blut, eurem Mut und der Hilfe unserer Götter werden wir genau
das auch schaffen. Unsere Kinder und unsere Kindeskinder werden in
einem Land aufwachsen, in dem Rom nicht mehr sein wird als eine
ferne, längst vergessene Bedrohung. Und der Grund, weshalb dies
alles so sein wird, sind wir. Vergesst das niemals. Wir sind das
Kriegsheer, das die Legionen ein für alle Mal vernichtet.«
Breacas letzte Worte, ebenso wie der Beginn ihrer
Rede, trafen auf fast schon metallisch hartes Schweigen. Nun,
langsam, nahm dieses Schweigen wieder eine etwas mildere
Beschaffenheit an, ganz so, als ob die rund fünftausend noch vom
Kampf erschöpften Krieger endlich begriffen, was sie bereits
geschafft hatten und was noch von ihnen verlangt würde.
Sie wollten ihrer Anführerin antworten und waren
doch gleichzeitig viel zu müde, um auch nur einen einzigen klaren
Gedanken fassen zu können, bis ganz hinten im Heer der Krieger ein
Unbekannter schließlich brüllte: »Bodicea!«, und ihnen allen
damit jene Antwort nannte, nach der sie soeben noch gesucht
hatten.
»Bodicea! Bodicea! Bodicea!«
Der Hall ihres Namens schallte von den Tempelwänden
wider und hätte vielleicht sogar die goldenen Ziegel von ihrem
Dachgerüst gesprengt, wären diese nicht schon längst in der Hitze
der Flammen geschmolzen.
Damit trat Breaca wieder von ihrem Podest hinunter.
Das Meer der Krieger wich auseinander, um Platz für die Bodicea zu
machen. Dicht hinter ihr schloss die Menge sich wieder. Sehr
langsam schritt Breaca einmal quer durch ihr Heer und schließlich
zur Hinterpforte der weitläufigen Gärten des Tempels hinaus. Wie
Gänse ihrem Leittier folgen, so folgte das Kriegerheer seiner
Bodicea mitten durch die Stadt und bis zu jener grasbewachsenen
Fläche hinter den Überresten von Camulodunum, wo sie alle endlich
einmal innehalten und sich stärken konnten und einander ihre
Erlebnisse von der Schleifung der Stadt erzählten. Und wo sie
bereits die ersten Pläne für ihr weiteres Vorgehen schmieden
konnten.
Es dauerte noch bis zum Abend, ehe Breaca
schließlich ein bisschen Zeit für sich allein fand.
Zwar waren nicht alle fünftausend Krieger ihres
Heeres auf sie zugekommen, um mit ihr ein paar persönliche Worte zu
wechseln - aber dennoch hatte es sich für Breaca genauso angefühlt.
Anschließend war für sie der Augenblick gekommen, sich mit all
jenen zu beraten, die während ihrer Abwesenheit die Verantwortung
für das strategische Vorgehen in der Schlacht getragen
hatten.
Cunomar war der Erste, der sich schließlich wieder
aus dem Kreis um seine Mutter gelöst hatte, dann die
Bärinnenkrieger und die Krieger von Mona. Auch Cygfa, Dubornos und
Ardacos hatten irgendwann ihre kurzen, sehr zurückhaltenden
Lobreden auf die Schlacht beendet und allen zum Abschluss noch
einmal dankend zugenickt.
Am Ende hatten sich selbst Longinus, Theophilus und
Airmid von Breaca zurückgezogen, um sich zu den abendlichen
Feuerstellen mit den darauf kochenden Mahlzeiten und in den Schutz
der Rauchschwaden zu begeben, die die in der Abenddämmerung
heranschwirrenden Insekten verscheuchten.
Nur Valerius war bei Breaca geblieben. Gemeinsam
saßen sie auf dem grasbewachsenen Boden neben einem glimmenden
Häufchen Asche am westlichen Rande des Heereslagers. Einer von
ihnen hätte eigentlich die noch glühenden Kohlestückchen in die
Mitte der Feuerstelle schieben und frische Äste aus dem ordentlich
aufgeschichteten kleinen Holzsturz nehmen sollen, den sie erst am
Morgen des gleichen Tages aufgestapelt hatten. Damals, als die Welt
noch ein anderer Ort gewesen war. Doch weder Breaca noch Valerius
fanden dazu die Kraft.
Langsam begann Valerius, sich aus seinem Kettenhemd
zu schälen. Er erhob sich, beugte sich vor, während das
geschmeidige Gewebe aus miteinander verschränkten Gliedern sich
umstülpte und mit gedämpftem Klirren schließlich über seinen Kopf
glitt.
Nach einem letzten, energischen Schütteln war das
Hemd endgültig von ihm abgefallen, und Valerius richtete sich
wieder auf. Sein Haar stand ihm regelrecht zu Berge, und sein
wollenes Unterhemd war befleckt mit Schweiß, Rost und Blut.
Außerdem hatten die Kettenglieder eine Art rötliches Kreuzmuster in
seine Oberarme geprägt.
Doch nichts von alledem schien ihn noch sonderlich
zu interessieren. Stattdessen ließ er sich einfach wieder zu Boden
sinken. »Hätten Cunomar oder ich ihnen diesen Plan unterbreitet,
wären sie bestimmt nicht so bereitwillig darauf eingegangen.«
Breaca griff nach einem letzten Stück bereits
passend zurechtgehacktem Holz und legte es in die Glut. Frischer
Rauch stieg auf, während sie erwiderte: »Vor allem tut es mir leid,
dass ich erst jetzt die Zeit finde, mit dir darüber zu sprechen...
Und, bist du zufrieden mit deiner Aufgabe, Richtung Süden zu
marschieren, um dort auch Canonium und die anderen Städte
einzunehmen? Immerhin liegen sie weiter entfernt, sind schwieriger
zu erreichen als Verulamium.«
»Die Schlacht um Verulamium dürfte sicherlich der
leichtere und zugleich der ruhmreichere der uns noch bevorstehenden
Kämpfe sein. Und Cunomar wird sich dort sicherlich als guter
Anführer beweisen. Aber auch ich bin mit meinem Los zufrieden, mit
meinem Heer nach Süden zu ziehen.«
Genau das war auch Breacas Plan gewesen. Die Idee
dazu war ihr gekommen, als sie auf dem Sockel im Garten des Tempels
gestanden und noch einmal mit aller Deutlichkeit die Gespaltenheit
ihres Heeres erkannt hatte. Denn selbst als sich die beiden Gruppen
in einem rauschartigen Gefühl der Zusammengehörigkeit schließlich
miteinander vereint hatten, hatte dies doch nicht darüber
hinwegtäuschen können, dass es sicherlich klüger wäre, sie auch in
Zukunft wieder in zwei Hälften aufzuteilen. Zumal dadurch in jeder
der beiden Heerscharen, die durch das Land zögen, nur noch die
Hälfte an Mägen zu füllen wäre, es deutlich weniger
Konfliktpotenzial gäbe und das Heer der Bodicea als Ganzes wiederum
die doppelte Schlagkraft gewänne.
Breaca selbst war es gewesen, die diesen Vorschlag
schließlich unterbreitet hatte, und alle hatten ihn bereitwillig
angenommen. Valerius hatte zugestimmt, die auf seinen Namen
eingeschworenen Krieger nach Süden und dann in Richtung Westen zu
führen, um die römischen Städte und Häfen entlang den Ufern des
Großen Flusses anzugreifen. Dieser Feldzug sollte an jenem Punkt
enden, an dem die Legionen einst bei ihrer ersten Invasion über den
Fluss übergesetzt hatten, also an jenem Ort, den die Römer
Vespasians Brücke nannten. Und auch Cunomar hatte sich mit
Begeisterung bereit erklärt, seinen Teil des Heeres nach Westen zu
geleiten, um die zweite von Rom in Britannien gegründete Stadt,
Verulamium, auszulöschen. Zudem besaßen beide frisch gekürten
Heerführer bereits jeweils eine Reihe von Spähern, die sich auch
untereinander kannten, sodass es keine große Schwierigkeit
dargestellt hatte, sich über den Ablöserhythmus einig zu werden, in
dem die Reiter zwischen Cunomars und Valerius’ Heeren pendeln
sollten, damit ihre beiden Anführer stets miteinander in Kontakt
blieben.
Schwer lehnte Valerius sich nun gegen seine
Satteltaschen und betrachtete durch einen stetig dichter werdenden
Schwarm von Mücken seine Schwester. Er sah ähnlich nachdenklich
aus, wie auch Cunobelin einst dreingeschaut hatte, nur dass das
Leben in Valerius’ Züge bereits eine gewisse Müdigkeit und
Erschöpfung geprägt hatte.
»Du hast noch nicht gesagt, wo du sein wirst,
während wir Rom auch die südlichen Städte und Häfen entreißen.
Cunomar hofft, dass du ihn begleiten würdest. Gleichzeitig hat er
Angst, dass du dich vielleicht dafür entscheiden könntest, lieber
mit mir zu reisen. Darum hat er es vorhin auch nicht gewagt, dich
ganz offen nach deinem Weg zu fragen. Der Rest wiederum glaubt,
dass Cunomar zwar nicht mit seinen Hoffnungen, wohl aber mit seinen
Befürchtungen genau richtig liege. Was meinen Feldzug angeht, so
brauche ich deine Unterstützung nicht. Aber damit erzähle ich dir
ja nichts Neues. Also, wo wirst du sein, während wir gen Süden
marschieren?«
Breaca beobachtete eine einzelne Krähe, die gerade
all ihren Mut zusammennahm, um sich vorsichtig einem der Toten zu
nähern, die die Krieger noch nicht aus dem Vorhof des Tempels
getragen hatten. »Airmid hat mich gebeten, dass ich für die
nächsten neun Tage keine Waffe mehr in die Hand nehmen solle. Ich
werde also in den Norden reisen und versuchen, dort Venutios von
den Brigantern ausfindig zu machen, um zu sehen, ob er seine
Krieger in unser Heer eingliedern möchte. Ihm unterstehen
mindestens zweitausend kampferprobte Speerkämpfer, die Rom
mindestens ebenso sehr hassen wie wir alle und die Venutios’ Aufruf
zum Kampf sofort Folge leisten würden. Wir würden mit den Legionen
sicherlich um einiges besser fertig werden, wenn wir diese Krieger
bei uns hätten.«
»Und dennoch sollten wir den Legionen nicht in
einer regulären Schlacht auf offenem Felde gegenübertreten«, wandte
Valerius ein. »An dieser Grundregel hat sich trotz allem noch
nichts geändert. Und ich denke, selbst Cunomar würde mir da
mittlerweile zustimmen. Spätestens seit seiner Erfahrung mit den
Veteranen im Tempelgarten. Denn diese eine Hundertschaft ist schon
schwer genug zu schlagen gewesen... Stell dir bloß mal vor, wie es
uns ergehen würde, wenn wir einer kompletten Legion von fünftausend
Mann gegenüberständen.« Sanft strich die Abendsonne mit ihren
Strahlen über sein Gesicht. Er rückte ein wenig zur Seite, zog sein
Gürtelmesser hervor und begann, seine Fingernägel vom Schmutz der
Schlacht zu reinigen.
»Dazu wird es nicht kommen. Oder, besser gesagt,
dazu muss es nicht kommen. Über die Späher werden wir drei
ununterbrochen miteinander in Kontakt bleiben. Und in nur fünf
Tagen ist bereits Mittsommer. Das heißt, sowohl dein Heer als auch
das von Cunomar hat jetzt jeweils fünf bis sechs Tage Zeit, in
denen es erst einmal nur darum geht, die unmittelbar anstehenden
Schlachten zu bewältigen. Im Anschluss daran könntet ihr euch an
einem am besten westlich von Verulamium gelegenen Ort wieder
zusammenschließen. Unterdessen führe ich Venutios’ Krieger Richtung
Süden, sodass wir kurz vor Verulamium schließlich alle
zusammentreffen. Und dann erzählst du uns, wie wir trotz einer
feindlichen Kampfmacht von drei kompletten Legionen über die Römer
siegen können.«
»Falls Venutios tatsächlich zustimmen sollte, uns
seine Krieger zu entsenden«, gab Valerius zu bedenken. »Vielleicht
entscheidet er sich ja auch dagegen.«
»Richtig, vielleicht entscheidet er sich ja auch
dagegen«, stimmte Breaca ihm mit ruhiger Stimme zu. Die Krähe stieß
sich mit einigen kräftigen Flügelschlägen von der Mauer ab und ließ
sich dann in fast schon torkelndem Flug auf den Leichnam
hinabsinken. Der Vogel Brigas rief nach seinen Gefährten, forderte
sie auf, sich zu ihm zu gesellen. Schon kamen zwei weitere
herbeigeflogen, und gemeinsam labten die drei sich an dem
Toten.
Breaca befand sich jetzt an der Schwelle ihres ganz
persönlichen Lebenswegs, sie stand an der Schwelle zu einem Land,
das sie noch niemals zuvor betreten hatte und aus dem sie auch
nicht wieder zurückkehren könnte. Während die Krähen fraßen,
entgegnete Breaca an ihren Bruder gewandt: »Ich habe gehört, du
hättest mir einen Speer geschmiedet, einen, der so aussehen soll
wie die Reiherspeere der Kaledonier, nur dass du statt des
silbernen Hefts eines aus Eisen verwendet hättest. Und Airmid soll
Schlangen in den Schaft geschnitzt haben, sodass es ein echter
Schlangenspeer geworden wäre. Ein Speer, wie man ihn in einer
Schlacht benutzen könnte, und ohne Federn, um das Gleichgewicht
auszutarieren. Stimmt das?«
Valerius hörte auf, sich noch länger seine Nägel zu
reinigen. Vorsichtig platzierte er das Messer auf seinem Sattel
gleich hinter dem Knauf. »Wir haben niemandem davon erzählt. Also,
woher weißt du das?«
»Nemain hat es mir erzählt. Als mein Fieber sich
seinem Ende entgegenneigte. Sie sagte, du glaubtest, dieser Speer
würde mich wieder fester mit dem Leben verbinden.«
Valerius wandte den Blick nach Westen, der Sonne
entgegen, die langsam hinter dem Horizont versank. Der Mond war
noch nicht aufgegangen. Sein Gesicht glich dem von Macha, wirkte
aber deutlich strenger, wie vom Kampf gestählt. Schließlich
erwiderte er: »In meiner Verzweiflung war ich wohl etwas
selbstherrlich geworden. Du brauchst den Speer nicht
anzunehmen.«
»Aber ich möchte den Speer gerne annehmen. Nur noch
nicht jetzt. Wenn ich aus dem Norden wieder zurückkehre - und wenn
ich dann noch heil und in einem Stück sein sollte -, dann würde ich
den Speer sehr gerne annehmen.«
Damit stand sie auf, ergriff Valerius’ Arm, und mit
einem Male war er wieder Bán, und sie war nicht mehr länger die
Bodicea, sondern nur noch Breaca, und gemeinsam gingen sie zum
Großen Versammlungshaus beziehungsweise zur Lagerstelle, um ihre
Abendmahlzeit einzunehmen. Das Leben schien wieder das zu sein, was
es früher einmal gewesen war, bevor der Albtraum in Form der
römischen Legionen über sie hereingebrochen war. Oder zumindest
konnten Bán und Breaca für eine kurze Nacht davon träumen, dass sie
wieder ihr altes Leben lebten. Ehe sie sich abermals voneinander
trennen mussten.