VII

»Ich hab dir ja gesagt, dass sie versuchen würden, unsere Pferde zu stehlen.«
In friedfertiger Stimmung lehnte Longinus an einer Wand am Ende jenes überdachten Viehstalls, in dem die Reitpferde der Batavischen Kavallerie untergebracht waren. Eine schier unübersehbare Anzahl von Pferden stand in den Boxen, die sich den gesamten langen Mittelgang hinunter aneinanderreihten. Einige der Tiere dösten vor sich hin, andere waren damit beschäftigt, Heu zu fressen oder voller Neugier die Fremden zu beäugen, die gerade hereingekommen waren, um sie in ihrer morgendlichen Ruhe zu stören. Der Atem der Pferde wärmte die Luft und milderte ein wenig den stechenden Geruch nach Urin und Pferdemist, nach Lederfett, frisch geputztem Geschirr und dem Schweiß jener Tiere, die erst vor kurzem bewegt worden waren. Die Pferde, die die Köpfe drehten, um die Hereinkommenden zu mustern, waren allesamt gesund und gut in Form, mit kräftig entwickelten Muskeln und glattem, glänzendem Fell. Nicht eines von ihnen war in irgendeiner Weise körperlich gebrochen oder hatte Schaden gelitten an Gliedmaßen oder Lunge.
Valerius stand ein kleines Stück von Longinus entfernt, den einen Fuß auf einen Futtertrog gestützt, während er die fast schon an Hektik grenzende Geschäftigkeit beobachtete, die gerade in der Pferdebox vor ihm stattfand.
Ohne sich die Mühe zu machen, sich zu seinem Gefährten umzuwenden, erwiderte er: »Sie versuchen keineswegs, die Tiere zu stehlen. Ganz im Gegenteil sogar, sie tun ihr Allerbestes, um sie wieder so weit hinzukriegen, dass man sie reiten kann. War ja schließlich dein ausdrücklicher Wunsch, auf genau denselben Pferden zurück nach Süden zu reiten, auf denen wir auch hergekommen sind. Ich persönlich hätte ja gesagt, dass uns ebenso gut damit gedient wäre, wenn man uns stattdessen eines der anderen Pferde überlassen würde. Ist dir übrigens schon mal aufgefallen, dass sämtliche Tiere kastanienbraun sind?«
»Kastanienbraun und kräftig, und sie sind den ganzen Winter über trainiert worden. Ja, allerdings, ist mir auch schon aufgefallen. Wenn die in Camulodunum ihre Pferde auch so gut halten würden, hättest du deinen hübschen Rotschimmel bei diesem Gewaltritt den Hügel rauf vielleicht nicht gleich zum Krüppel gemacht.«
»Das ließ sich leider nicht vermeiden. Schließlich mussten wir dem Legaten doch den glaubwürdigen Eindruck vermitteln, dass die Lage im Süden wirklich verzweifelt ist. Und vielleicht kann man das Tier ja noch retten. Der Pferdebursche da scheint jedenfalls genau zu wissen, was er tut.«
Mit großem Interesse schaute Valerius dabei zu, wie der Wallach versorgt wurde, den er dem toten römischen Kurier abgenommen und dann zu seinem Leidwesen zuschanden geritten hatte, um den Legaten von der Dringlichkeit des unmittelbar bevorstehenden Krieges zu überzeugen. Letzteres zumindest war ihm gelungen, so viel stand fest. Denn Cerialis war daraufhin unverzüglich wieder zu seiner Festung zurückgeritten und gab in genau diesem Moment Befehle an seine Untergebenen aus, und zwar in einem Tempo, das seine Unteroffiziere einiges an Nerven kostete und die Legion in helle Aufregung versetzte, vermittelte es ihnen doch schon einmal einen Vorgeschmack auf die Dinge, die ihrer im Süden harrten.
Ob sich das Pferd noch einmal von den Strapazen des Gewaltritts erholen würde, war allerdings weniger gewiss. Es lahmte auf beiden Vorderbeinen, und die Sehnen waren heiß und geschwollen, was dazu führen könnte, dass es, wenn die Verletzung nicht mit der nötigen Fachkenntnis behandelt würde, für den Rest seines Lebens lahm bliebe. Valerius hatte das Tier auf der kurzen Reise Richtung Norden richtiggehend in sein Herz geschlossen, und er war alles andere als stolz auf den Schaden, den er angerichtet hatte. Was ihn jedoch hoffen ließ, war die Tatsache, dass das Tier von einem halbwüchsigen sommersprossigen Jungen gestriegelt und gefüttert wurde, der Civilis’ Adlernase und das goldblonde Haar der Bataver hatte und der seine Missbilligung über den Zustand seines Schützlings mit unüberhörbar besorgtem Zungenschnalzen kundtat.
Civilis selbst war fortgegangen, um die Latrinen zu benutzen, und hatte Valerius und Longinus mit dem Pferdeburschen allein gelassen. Der Junge sprach mit beruhigender Stimme auf das Pferd ein und ignorierte dabei geflissentlich den Mann, der das Tier derart übel zugerichtet hatte. Versuchsweise warf Valerius dem Burschen eine Silbermünze aus der Kuriertasche zu und beobachtete dann, wie dieser prüfend in das Geldstück hineinbiss, das Ergebnis mit einem zufriedenen Nicken quittierte und die Münze schließlich verstaute. Allerdings wirkte er danach kein bisschen weniger misstrauisch als zuvor; ganz sicherlich verspürte er noch immer keine Neigung zu einem kleinen Schwatz.
Langsam ließ Valerius sich mit dem Rücken an der am nächsten gelegenen Wand hinuntergleiten, bis er auf den Fersen hockte und die Arme um die angezogenen Knie schlingen konnte. Aus dieser nun zweifellos erheblich weniger bedrohlich anmutenden Höhe sagte er zu dem Jungen: »Civilis wird bestimmt gleich wieder hier sein. Darum möchte ich dir jetzt rasch eine Frage stellen. Wie du vielleicht weißt, werden mein Seelenfreund, der Thraker, und ich wohl oder übel noch einmal zurück in den Süden reiten müssen, um dem Legaten jene Wegschneise zu zeigen, wo er die Eceni am effektivsten schlagen kann. Gesetzt also den Fall, dein Verwandter wäre geneigt, uns mit frischen Pferden für den Ritt gen Süden und die anschließende Schlacht zu beehren... welche Tiere würde er uns dann wohl geben, was meinst du?«
Er sprach Batavisch, die Sprache allen Gefühls, in der eine zwischen Männern geschlossene Seelenfreundschaft mit Blut besiegelt wurde und ein ganzes Leben lang Bestand hatte und wo die Bande der Blutsverwandtschaft bei Weitem stärker waren als jeder von Rom abgenommene oder von Rom geschworene Eid. Vielleicht lag es ja daran, dass Valerius sich des Batavischen bedient hatte, vielleicht war es aber auch die Anspielung auf die Seelenfreundschaft und die Blutsbande - auf jeden Fall brachte Valerius mit seinen Worten in dem Jungen eine Saite zum Klingen, die das Silber nicht hatte berühren können. Der junge Pferdebursche machte große Augen und verengte sie gleich darauf nachdenklich zu schmalen Schlitzen.
Von neuer Scheu befallen, ließ er seinen Blick hastig an der Reihe von Pferden entlangschweifen, hielt kurz an einem bestimmten Punkt inne und schaute dann abermals Valerius an. Mit einem Mal grinste er verschwörerisch und erklärte in gut geschultem Latein: »Ein Geschenk zu machen, ehrt den Geber. Je größer das Geschenk, desto größer die Ehre.«
»In der Tat.« Valerius bot dem Jungen eine weitere Silbermünze an und sah, wie diese mit nunmehr deutlich weniger Misstrauen angenommen wurde.
Anschließend stieß er sich von der Stallwand ab und ging an der langen Reihe von Boxen entlang. An der Stelle, an der der Blick des Jungen für einen flüchtigen Moment innegehalten hatte, war ein Pferdehinterteil zu erkennen.
Als einziges von all den vielen Tieren in diesem Gebäude stand dieses Pferd mit dem Gesicht zur Wand. Zudem war sein Fell nicht von dem satten, ins Rötliche spielenden Braun wie das aller anderen Pferde, sondern von der Farbe alter Walnüsse, so dunkelbraun, dass es fast schon schwarz wirkte. Als Valerius sich ihm näherte, riss es den Kopf herum und legte die Ohren flach zurück, offensichtlich übel gelaunt. Abrupt blieb Valerius stehen, seine Hände vor sich krampfhaft ineinander verschränkt, sein Gesicht mit einem Mal maskenhaft starr und bar jeglichen Ausdrucks.
Ein langer Augenblick verstrich. Langsam stieß Valerius den Atem wieder aus, den er unwillkürlich angehalten hatte. Eine belanglose Bemerkung an Longinus über das ungebärdige Wesen batavischer Pferde erstarb unausgesprochen auf seinen Lippen. Seine Wahrnehmung der Welt um ihn herum war plötzlich übermäßig klar und scharf. Nur zu deutlich nahm er das teilweise weiße Ohr des Tieres wahr, das sich ruckartig in seine, Valerius’, Richtung drehte, sowie die weißen Flecken auf der Stirn, die einzelnen Strähnen schwarzen Haares im Schweif und die schmalen schwarzen Streifen, die an allen vier Hufen hinunterliefen, wo an einen Hermelinpelz erinnernde Tupfen den Hufen Farbe verliehen, die ansonsten vollkommen weiß gewesen wären. Im Übrigen waren die Beine des Tieres ganz und gar weiß, und zwar von den Fesselgelenken bis hinauf zu den Knien und noch darüber hinaus.
Deutlicher noch als all dieser Einzelheiten war Valerius sich jedoch bewusst, wie sich sein Zwerchfell mit einem Mal zusammenkrampfte, wie Hoffnung und Schmerz gleichermaßen in seinem Inneren aufwallten. Zögerlich machte er einen Schritt vorwärts und streckte dabei eine Hand nach der breiten Pferdewange und dem misstrauisch dreinblickenden, weiß umrandeten Auge darüber aus. »Sag mir, du Sohn eines Gottes, hat dein Ahn etwa...«
Wieder legte das schwarz-weiße Pferd flach die Ohren zurück und keilte mit den Hufen nach der Seitenwand der Box aus. Zähne schlugen krachend auf Holz, so laut, dass das Geräusch förmlich die Dachbalken erzittern ließ. Überall im gesamten Stall erfuhr der ruhige, stetige Rhythmus eine kurze Unterbrechung, um nach einem kurzen Moment erneut und etwas schneller als zuvor wieder einzusetzen.
Valerius stand ganz still da und starrte auf die Stelle, wo sich die Pferdezähne tief in das Eichenholz gegraben hatten. Sein Gesicht fühlte sich kalt und feucht an, und über die Mitte seines Rückgrats lief ein dünnes Rinnsal von Schweiß. Er zitterte an allen Gliedern, eine Reaktion, die nicht nur völlig unvorhergesehen kam, sondern ihm auch noch überaus unangenehm war. Folglich war er Longinus nur umso dankbarer für dessen Verständnis, als dieser zu ihm trat, mit einem kurzen Blick die momentane Gemütsverfassung seines Gefährten sowie die Gründe dafür registrierte und daraufhin beschloss, wortlos darüber hinwegzugehen. Valerius hatte ganz vergessen, wie gründlich sie einander doch kannten, er und Longinus. Die Erinnerung daran milderte den Schock, den der Anblick des Pferdes ihm versetzt hatte, wieder ein wenig ab.
Unterdessen war Longinus ein paar Schritte zurückgewichen, um das Pferd aus sicherer Entfernung zu betrachten. Er stieß einen gedämpften, anerkennenden Pfiff aus. »Du lässt das eine wahnsinnige Pferd bei den Eceni zurück, und prompt beschafft Civilis dir ein anderes. Hatte er das Krähenpferd etwa als Zuchthengst eingesetzt, als ihr damals an den Ufern des Rheins stationiert wart?«
Longinus war am Rhein noch nicht dabei gewesen, und er hatte auch nicht an den Gefechten unmittelbar im Anschluss daran teilgenommen. Doch er hatte den nur unvollständig erzählten Geschichten gelauscht und diejenigen Teile verstanden, die die wichtigste Rolle spielten, und er hatte das Krähenpferd in die Schlacht geritten, was außer Valerius keiner jemals gewagt hatte. Das allein machte Longinus schon einzigartig.
»Eine von Civilis’ schwarzen Stuten brachte kurz vor der Invasion einen Sohn von Krähe zur Welt, der ebenfalls weiße Beine hatte«, erwiderte Valerius. »Ich dachte immer, sie hätten ihn als Vierjährigen getötet, weil er unmöglich zu reiten war. Aber da muss ich mich wohl geirrt haben.«
»Das Pferd, das du meinst, wäre demnach mittlerweile schon fast zwanzig Jahre alt. Dieses Tier hier ist aber noch keine sechs. Es kann noch nicht allzu lange her sein, dass es zugeritten wurde.«
»Ich weiß. Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, es wurde geboren, während ich in Hibernia war. Es könnte also ein Enkel oder vielleicht auch ein Urenkel von Krähe sein. Es weist auf jeden Fall genügend typische Eigenschaften auf, die Krähe über die Generationen hinweg weitervererbt hat, um ein Abkömmling von ihm zu sein.« Valerius streckte eine Hand nach hinten aus und fand eine Wand, gegen die er sich lehnen konnte. Unsicher sagte er:
»Könntest du mal einen Blick auf seinen Kopf werfen und mir sagen, was du siehst?«
»Zwei Augen, zwei Ohren, eine Nase und ein Maul?« Longinus musterte ihn neugierig. »Wonach genau soll ich denn schauen?«
»Nach der Zeichnung. Wie sieht die Zeichnung auf seiner Stirn aus?«
Das Pferd hatte sich zwischenzeitlich wieder abgewandt und stand nun so, dass es in die dunkelste Ecke der Box blickte. Longinus ging um das Tier herum zu dessen Kopf und dann wieder zurück. Als er zu Valerius kam, war das Grinsen auf seinem Gesicht schlagartig verschwunden. »Es hat eine Scheibe auf der Stirn in Form eines zunehmenden Dreiviertelmonds und oberhalb davon eine strahlenförmige Linie, die an einen herabfallenden Speer erinnert. Julius, ist das etwa das Pferd aus deinem Traum?«
Julius: der vertraute, private Name. Longinus benutzte diesen stets nur dann, wenn sie allein miteinander waren, und hauptsächlich in der Nacht, im größten Überschwang der Liebe.
Valerius blickte hinab auf seine Hand. Das Zittern war nicht mehr ganz so stark wie zuvor, hatte aber noch immer nicht vollkommen nachgelassen. »Nein«, entgegnete er. »Das Pferd aus jenem Traum habe ich damals in Hibernia getötet, an dem Tag, an dem es geworfen wurde. Und abgesehen davon ist auch die Zeichnung auf seiner Stirn nicht ganz richtig. In meinem Traum war die Scheibe ein Schild, und die Linie des Speers verlief diagonal darüber hinweg, nicht oberhalb davon, so wie bei diesem Tier hier.«
»Und wenn ich mich richtig an alles erinnere, was du mir erzählt hattest, dann hast du in dem bewussten Traum auch keinen Hengst geritten, sondern einen Wallach.« Longinus duckte sich, um unter den Bauch des Pferdes zu spähen und somit einen Gedanken, der ihm gerade gekommen war, bestätigt zu finden. »Das hier jedenfalls ist ein Hengstfohlen.«
»Ja.«
»Aber ein gutes«, sagte plötzlich eine Stimme, die keiner der beiden Männer auf Anhieb erkannte. »Du könntest es auch wesentlich schlechter treffen.«
Wie ein Mann wirbelten Valerius und Longinus herum und zogen so rasch und geschickt ihre Waffen, dass man hätte meinen können, diese wären geradezu mit ihren Händen verwachsen.
»Longinus, nicht!«
In einer blitzschnellen Bewegung streckte Valerius den Arm aus und fing so einen Schwerthieb ab, noch bevor Longinus auch nur zum Schlag ausgeholt hatte. Während er zischend den Atem zwischen zusammengebissenen Zähnen hervorstieß, sagte er zu Civilis: »Du vergisst dich, Alter. Wir befinden uns im Krieg. Und mit Kriegern, die sich im Dunkeln von hinten an uns anschleichen, so wie du es gerade getan hast, pflegen wir für gewöhnlich kurzen Prozess zu machen. Wenn du schon unbedingt vor deiner Zeit sterben möchtest, hinterlass dein Blut besser nicht auf meiner Klinge. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass der Legat sonderlich freundlich mit mir umspringt, wenn ich seinen Lieblingspferdekundigen absteche.«
»Das kann ich mir auch nicht vorstellen, obwohl er schon sehr rasch handeln müsste, um euer beider Leben zu fordern, weil ihm sonst nämlich meine Bataver zuvorkommen würden, und jede von Rom ersonnene Art der Hinrichtung wäre immer noch besser als das, was meine Leute mit euch anstellen würden, das garantiere ich dir.«
Civilis stand drei Boxen weiter den Gang hinunter. Nun, da er wieder festen Boden unter den Füßen hatte und nicht mehr hoch zu Ross saß, machte er keinen so gebrechlichen, geistesabwesenden Eindruck mehr. Mit einer gewissen Belustigung richtete er den Blick auf die beiden Männer, die sein Leben bedrohten.
Der sommersprossige Junge stand grinsend neben ihm. Mit unverhohlener Zuneigung zerzauste der alte Mann ihm das Haar. »Ich entschuldige mich hiermit bei euch. Meine Höflichkeit muss mich wohl im Stich gelassen haben. Und ich wäre euch überaus dankbar, wenn ihr all das auf den Fluch des Alters und eine schwache Blase schieben könntet. Als Entschädigung für den ausgestandenen Schreck erlaubt mir, euch den Sohn der Tochter meiner Tochter vorzustellen, der erste männliche Nachkomme meiner Linie. Es gibt neun Frauen, die alle mein Blut und meinen Namen tragen, aber nur diesen einen Jungen. Eines Tages wird er ein Mann sein und im Kampf das Schwert seines Urgroßvaters schwingen. Erst einmal jedoch ist er der beste Pferdeheiler, den wir haben. Wenn also jemand deinen Wallach wieder gesund pflegen kann, dann er.« Er tätschelte die magere Schulter des Burschen. »Danke, Arminius. Du kannst jetzt gehen.«
Der Junge wollte aber offensichtlich noch bleiben. Seine Lippen formulierten eine Bitte, während er zu seinem Urgroßvater emporblickte. Doch was immer das auch war, was er in dem Gesicht des alten Mannes las, es ließ ihn seinen Wunsch prompt wieder aufgeben. Er erbleichte, bis seine Sommersprossen sich wie dunkle Schlammspritzer von seinem blassen Gesicht abhoben. Mit einer hastigen Verbeugung vor Valerius und Longinus machte er kehrt und rannte zur Tür.
Civilis ließ sich auf dem Rand eines Wassertrogs nieder. Als er dort so saß, hatte er eigentlich nur noch wenig an sich, was auf sein hohes Alter hindeutete, wenn man einmal von einem Rest von Steifheit und dem Silbergrau seines Haares absah. Sein prüfender Blick schweifte kurz zu Longinus hinüber und kehrte dann zu Valerius zurück, um dort zu verweilen. Seine Brauen waren vollkommen weiß. Die blaugrauen Augen darunter wirkten blasser, als sie es früher gewesen waren, aber noch immer scharf genug, um einen Mann bis ins Innerste zu durchschauen und zur Aufrichtigkeit zu zwingen.
»Sag mir, du, der du nach einem toten Kaiser benannt wurdest, den man noch vor dessen Tod zu verachten begann - wenn du auf die Geräusche dort draußen horchst, was hörst du dann?«
Valerius registrierte dankbar, dass das Zittern in seinen Gliedmaßen inzwischen wieder aufgehört hatte. Er drehte seine Hand herum und betrachtete den eingerissenen Rand eines Fingernagels. Er hatte das »Kriegertanz« genannte Spiel schon mit Geringeren als Civilis von den Batavern gespielt und selten mit bedeutenderen Männern.
Civilis’ Frage war nicht schwer zu beantworten. Die Geräusche, die von draußen hereindrangen, waren von einer Art, wie Valerius sie schon von Jugend an kannte, ein Lärm, der untrennbar mit den Legionen verbunden war und den nur Tausende und Abertausende von Männern erzeugen konnten, die sich in ihrer von höchster Stelle auferlegten Eile für einen Krieg rüsteten: das Klirren und Scheppern von Panzern und die lauten Rufe aufgeregter Männer, vermischt mit dem schrillen Wiehern von Pferden, welche die ersten Anfänge von Kampffieber spürten. Ein Kampffieber, das - wenn alle Glück hatten - auch einen langen, strapaziösen Marsch überdauern und vielleicht sogar noch für einen Teil der darauf folgenden Schlacht reichen würde. Die feinen Nuancen des Getöses waren zwar bei jeder einzelnen Kohorte und jeder einzelnen Legion ganz individuell und somit quasi einzigartig. Doch der Lärm in seiner Gesamtheit rührte eine Saite in Valerius’ Innerem an, die er längst für tot gehalten hatte, sodass ihn unwillkürlich eine gewisse prickelnde Erregung erfasste und seine Hand wie von selbst auf dem Heft seines Schwertes zu liegen kam, während sein Blut prompt schneller durch seine Adern pulsierte.
Ebenso sehr deswegen wie aus instinktivem Gefühl für das Spiel entschied Valerius sich dafür, die ungeschminkte Wahrheit zu sagen.
Während er dem alten Mann zum ersten Mal direkt in die Augen blickte, antwortete er: »Ich höre Pferde Heu fressen, die vorbildlich gepflegt und versorgt werden und die sich sicher fühlen. Ich höre, wie Rüstungen und Harnische bereit gemacht werden von Männern, die ihre Pferde als Brüder betrachten und die den Kampf lieben. Ich höre, wie sich ein Teil einer Legion, aber nicht das gesamte Heer, darauf vorbereitet, unter einem Mann zu marschieren, der die Kampfbegeisterung seiner Truppe zu lange Zeit zu stark angestachelt hat, sodass die Männer schließlich die Lust verloren haben und das Echte nicht mehr von einem Drill unterscheiden können.«
»Allerdings. Dann empfindest du dich also zumindest als Teil dessen, was du da schilderst.«
»Tue ich das?«
Sie spielten nun nicht mehr länger. Jeder der drei Männer hatte allein deshalb bis zu diesem Tage überlebt, weil er den Unterschied zwischen Drohungen und der Realität kannte und weil er instinktiv auf das eine reagierte, nicht aber auf das andere. Longinus, der einen Schritt weiter den Gang hinunter stand, hatte sich die ganze Zeit über nicht gerührt. Nichts an ihm hatte sich verändert und doch zugleich alles. Sein Lächeln war noch genauso offen, seine gelblichen Habichtsaugen noch ebenso freundlich, sein Gleichgewicht noch ebenso gut wie zuvor - aber er konnte jetzt mühelos töten, wohingegen dies vorher nur ein Gedanke gewesen war.
Valerius hatte ganz klare Prioritäten: Longinus durfte unter keinen Umständen sterben, und die Neunte musste unbedingt den Steinernen Pfad der Ahnen hinunter in den Hinterhalt marschieren. Diese beiden Dinge hatten absoluten Vorrang und zählten mehr als das Leben eines alten Mannes, ganz gleich, wie viel Verehrung man diesem in der Vergangenheit auch entgegengebracht haben mochte.
Während er sich im Geist die Lügen zurechtlegte, die später notwendig sein würden, schätzte Valerius die Entfernung zwischen sich selbst und Civilis ab und die Zahl der Schritte, die er brauchen würde, um den Kopf des alten Recken zu packen und mit einem Ruck herumzudrehen, bis der sehnige Hals gebrochen war. Schon jetzt empfand er Bedauern über einen Tod, der doch im Grunde so sinnlos war. Er machte einen kleinen Schritt seitwärts, um eine Stelle zu finden, wo er sein Gewicht besser ausbalancieren konnte.
»Ha!« Civilis lachte laut auf. Mit gewollter Lässigkeit lehnte er sich an die hinter ihm befindliche Pferdebox, hakte die Daumen in seinen Gürtel und schlug dann die Füße an den Knöcheln übereinander. »Große Götter, Mann, sehe ich etwa aus wie ein Idiot? Wenn ich nicht frei und unversehrt wieder aus diesem Stallgebäude herauskomme, seid ihr beide Kinder des Todes und könnt euch auf ein Ende gefasst machen, wie ihr es euch selbst in euren schlimmsten Albträumen niemals habt vorstellen können. Die Bataver haben ihren ganz eigenen Begriff von Ehre, und wenn ich auch in den Augen Roms schon im Ruhestand sein mag, so bin ich doch für meine Landsleute nach wie vor der führende Reiter und werde es auch bleiben bis zu meinem Tode. Und Petillius Cerialis weiß das. Er braucht uns. Genauso, wie du mich brauchst - Valerius von den Eceni.«
Die Stille, in die diese Worte fielen, hätte geringere Männer in die Knie gezwungen. Zu beiden Seiten des langen Gangs stampften die Pferde unruhig mit den Hufen. Der weißbeinige Junghengst mit dem Mond und dem Speer auf seiner schwarzen Stirn keilte so heftig nach den Seitenwänden seiner Box aus, dass ein Regen von Holzsplittern auf den Boden niederrieselte. Longinus fing Valerius’ Blick auf und wich weitere drei Schritte zurück, um sowohl sich selbst als auch Valerius mehr Bewegungsspielraum zu verschaffen. Dann wurde die Stille von dem gedämpften Gleiten von Eisen über mit Fett geschmeidig gemachtes Leder unterbrochen, als er sein Schwert aus dessen Scheide zog.
»Nein. Steck dein Schwert wieder in die Scheide, Longinus. Er wird uns noch nicht verraten.« In der Nähe von Valerius’ Füßen lag ein Getreidesack auf dem Boden. Er zog ihn noch ein Stück dichter zu sich her und ließ sich dann darauf niedersinken. Sehr vorsichtig legte er seine hohlen Hände vors Gesicht und drückte die Fingerspitzen gegen seine geschlossenen Augen. Als er sich einigermaßen sicher war, dass man ihm nichts von dem Tumult ansah, der in seinem Innern tobte, ließ er seine Hände wieder sinken und blickte den älteren Mann an.
»Wann hast du mich erkannt?«, wollte er wissen.
In dem Lächeln des alten Mannes schwang eine Spur von Traurigkeit mit. »Sohn meiner Seele, wie hätte ich dich nicht auf Anhieb wiedererkennen können? Zwanzig Jahre lang warst du der Sohn, den ich niemals hatte, der jüngere Bruder meiner kampflustigen Tage. Es bereitet mir großen Kummer, dass du glaubst, ich könnte das alles vergessen haben. Ich habe dich gleich in der Sekunde wiedererkannt, in der ich dich diesen von Flöhen zerbissenen Esel von einem Kurierpferd den Hügel hinaufreiten sah. Das Tier war bereits kurz davor, vor Erschöpfung zusammenzubrechen, doch du hast es auch noch das letzte Dutzend Schritte aufrecht gehalten.«
Civilis griff nach Valerius’ Händen, drehte sie herum und las in den Narben, die sich über dessen Handflächen zogen, als ob diese ihm fast ebenso viel verrieten wie Corvus’ Briefe. In seinen Augen war ein Ausdruck des Mitleids, als er Valerius’ Hände hochhob. »Du vergisst eines: Als ich dich damals zum allerersten Mal sah, hast du das Krähenpferd geritten, und der Hengst versuchte mit aller Macht, dich umzubringen. Ein Mann tut gut daran, sich zu erinnern, besonders am Ende seiner Tage, wenn er rückblickend feststellt, dass die wahrhaft ruhmreichen Augenblicke nur wenige an der Zahl gewesen sind und daher besonders geschätzt werden müssen.«
»Du erweist mir große Ehre.«
Was hätte er auch sonst sagen sollen? Valerius hatte bei Civilis’ Erscheinen mit physischer Gefahr gerechnet und hatte sich entsprechend darauf vorbereitet. Auf das hier aber war er in keinster Weise vorbereitet gewesen.
»Ja?« Civilis stieß ein kurzes, bellendes Lachen aus. »Es würde mehr gelten, wenn du den Anstand hättest, aufrichtig zu sein und mir zu sagen, dass ich recht mit dem habe, wonach mein Herz sich sehnt.«
»Und was ist das?«
»Dass du vorhast, Cerialis und die Neunte Legion auf die gleiche Weise niederzumetzeln, wie mein Blutsverwandter, der Held Arminius, seinerzeit Augustus’ drei Legionen in den Wäldern und Sümpfen östlich des Rheins vernichtete.«
Es war tatsächlich genau das, was Valerius plante. »Dein Herz sehnt sich nach der Vernichtung der Legion, der zu dienen du einen heiligen Eid geschworen hast?«, fragte er ungläubig.
»Ich diene dem, der mir Gold gibt, und ich kämpfe, auf dass ich in der Schlacht zu Ruhm gelangen möge. Wenn aber der Sohn meiner Seele in mein Leben zurückkehrt und der wieder von den Toten auferstandene Arminius ist, dann sind Gold oder die Eide gegenüber den Legionen so viel wie nichts dagegen. Auch mein Vorfahr war den Legionen eidlich verpflichtet. Er wird aber nicht als Verräter behandelt, wenn wir in unseren Winterunterkünften zusammensitzen und uns Geschichten erzählen, sondern als jemand, dem es gelang, die Römer zu überlisten. Ich bin alt. Ich habe einfach schon zu viele Schlachten mitgemacht. Jeden Winter fürchte ich mich vor dem Lungenfieber und dem Verlust weiterer Zähne und dem langsamen Zerfall eines Körpers, der schon zu lange überdauert hat. Seit den vergangenen fünf Jahren bete ich jedes Jahr zur Sommersonnenwende zu den Pferdegöttern, dass sie mir eine letzte ruhmreiche Schlacht schicken mögen, durch die mein Name in die Geschichte eingehen wird, auf dass man auch mich eines Tages einmal in einem Atemzuge mit den großen Helden nennen wird. Dieses Jahr nun haben sie mein Flehen endlich erhört. Sie haben mir dich geschickt.«
Dicke Tränen standen in den Augen des alten Mannes, während er sprach. Mit einer außerordentlichen Würde sagte er zu Valerius: »Ich bitte dich hiermit aus dem tiefsten Grunde meines Herzens - lass mich mit dir kommen, damit ich mich an dem, was du planst, beteiligen kann.«
Schweigend hob Valerius einen Strohhalm vom Boden auf, strich ihn glatt und faltete ihn dann wieder und wieder in der Mitte zusammen. Während er eingehend das Ergebnis betrachtete, statt den alten Mann ihm gegenüber anzusehen, erklärte er: »Ich bin nicht Arminius, und wir sind hier auch nicht am Rhein. Ich habe eine dringende Nachricht aus Camulodunum überbracht, in der eine bestimmte Marschroute empfohlen wird. Nähme der Legat diese Route, so könnte er die Stadt noch rechtzeitig erreichen, um sie zu befreien. Folglich werde ich, falls und wenn dies von mir verlangt wird, Petillius Cerialis und so viele Kohorten der Neunten, wie er derart kurzfristig aufbieten kann, den Steinernen Pfad der Ahnen hinunter zu dem Ort führen, wo vor zwei Nächten der Wachturm in Brand gesteckt wurde. Dieser Pfad verläuft ungefähr einen halben Tagesritt weit zwischen dem Wald und der Marsch. Wenn der Legat so dumm ist, seine Männer ohne adäquaten Schutz dort entlangmarschieren zu lassen, und wenn die Eceni-Krieger, verstärkt durch die Bärinnenkrieger und die frisch vereidigten Speerkämpfer, dort irgendwo auf der Lauer liegen, kann es in der Tat gut sein, dass die Neunte Legion auf die gleiche Weise vernichtet wird, wie der Cousin deines Urgroßvaters einst Augustus’ drei Legionen vernichtete.«
Erst da hob Valerius den Blick, um den anderen Mann anzuschauen und das Bedauern in den grauen Augen seines Gegenübers zu sehen, das noch andere, komplexere Empfindungen überlagerte. »Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um dafür zu sorgen, dass das geschieht. Schließlich steht die Zukunft dieses Landes auf dem Spiel und alles, was danach kommt, für alle Generationen. Deshalb kann und werde ich nicht zulassen, dass ein alter Mann - selbst einer, der mich zu Recht Bruder nennt - das Ganze in Gefahr bringt.«
»Bin ich in Gefahr?«
»Durchaus möglich. Wenn du mitkommst, wird auch der gesamte Flügel der Bataver mit dir kommen. Und was glaubst du, wie viele von denen dir wohl zustimmen werden in deiner Ansicht, dass ihr Schwur, den Legionen zu dienen, nichts ist im Vergleich zu einem ruhmreichen Tod in der Schlacht?«
Es trat ein langer Moment des Schweigens ein, während Civilis sich die Worte des jüngeren Mannes durch den Kopf gehen ließ. Schließlich aber sagte er: »Folge mir.«
Gelenke knackten, als der alte Mann sich mühsam von dem Wassertrog erhob und sich aufrichtete. Er ging an der langen Reihe von Pferden entlang zu jener Box, in der der weißbeinige Abkömmling von Krähe untergebracht war. Bei Civilis legte das Tier nicht schreckhaft die Ohren an, und es unternahm auch keinerlei Versuch, ihn zu beißen. Er nahm ein weiches Lederseil von einem Haken und verflocht es geschickt zu einem Halfter. Gehorsam senkte das Pferd den Kopf und ließ sich das Halfter von ihm über die Ohren streifen.
Die Liebe, mit welcher der alte Mann mit seinen gichtverkrümmten Händen über den Kopf des Tieres strich, wurde ohne jede Scham offenbart.
Nach einer Weile sagte er mit rauer, gepresst klingender Stimme: »Die batavischen Schwadronen werden in jedem Fall mit der Neunten reiten, ganz gleich, ob ich mich dir nun anschließe oder nicht. Du hast vollkommen recht, ich bin alt und sie verehren mich, aber mindestens die Hälfte von ihnen hat den Treueeid gegenüber meinem Neffen Henghes geleistet, und der steht ganz und gar auf Seiten Roms, und die Namen seiner Ahnen bedeuten ihm überhaupt nichts. Die andere Hälfte der Männer, denke ich, wird mir folgen. Sie würden zwar nicht gegen ihre Brüder kämpfen, aber sie würden gegen die Legionen kämpfen, wenn sie mich das Gleiche tun sähen. Es ist zwar nicht das, was ich mir wünschen würde, aber es ist das Beste, was ich dir geben kann.«
Damit wandte Civilis sich zu Valerius um und hielt ihm das Halfterseil hin. »Außer, dass ich dir auch noch diesen jungen Hengst geben kann. Er ist der Enkel von Krähe, und er hat eine gehörige Portion von dessen Feuer geerbt, nicht jedoch dessen Hass. Er kann es also nicht wirklich mit dem Pferd aufnehmen, dem dein ganzes Herz gehört, aber andererseits ist es dafür auch nicht so schwierig, ihn zu reiten oder mit ihm umzugehen. Wenn ich in deinem Alter wäre, würde ich ihn in die Schlacht reiten und mich geehrt fühlen, dass er mich trägt.«
Valerius fühlte sich mit einem Mal so erschöpft und ausgelaugt wie nach einer langen Schlacht, und dabei hatte er doch überhaupt noch nicht gekämpft. Ohne den Versuch zu unternehmen, seine Erschöpfung zu verbergen, sagte er rau: »Civilis, das ist mehr, als ich mir jemals hätte erhoffen können. Wie kann ich dir nur dafür danken?«
»Du hast zwei Götter zur Seite, die dich auf Schritt und Tritt begleiten, Valerius. Richte deine Frage besser an sie und nicht an einen alten Mann, der sich danach sehnt, endlich in ihrer Gesellschaft weilen zu dürfen. Rom wird mich als Verräter brandmarken, aber die Götter und mein Volk werden wissen, dass ich in die Fußstapfen von Arminius getreten bin, eines Mannes, den ich mehr als alle anderen verehre und bewundere. Kann es etwas noch Herrlicheres und Ruhmreicheres geben als das?«
Die Kriegerin der Kelten
cover.xhtml
scot_9783641016395_oeb_cover_r1.html
scot_9783641016395_oeb_toc_r1.html
scot_9783641016395_oeb_fm1_r1.html
scot_9783641016395_oeb_ata_r1.html
scot_9783641016395_oeb_fm2_r1.html
scot_9783641016395_oeb_ded_r1.html
scot_9783641016395_oeb_fm3_r1.html
scot_9783641016395_oeb_fm4_r1.html
scot_9783641016395_oeb_p01_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c01_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c02_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c03_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c04_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c05_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c06_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c07_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c08_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c09_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c10_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c11_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c12_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c13_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c14_r1.html
scot_9783641016395_oeb_p02_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c15_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c16_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c17_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c18_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c19_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c20_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c21_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c22_r1.html
scot_9783641016395_oeb_p03_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c23_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c24_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c25_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c26_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c27_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c28_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c29_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c30_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c31_r1.html
scot_9783641016395_oeb_p04_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c32_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c33_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c34_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c35_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c36_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c37_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c38_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c39_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c40_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c41_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c42_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c43_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c44_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c45_r1.html
scot_9783641016395_oeb_c46_r1.html
scot_9783641016395_oeb_bm1_r1.html
scot_9783641016395_oeb_ack_r1.html
scot_9783641016395_oeb_bm2_r1.html
scot_9783641016395_oeb_bm3_r1.html
scot_9783641016395_oeb_cop_r1.html