18
Vier Jahre zuvor
Sindri holte uns ein, als wir fünf Meilen von der Feste seines Vaters entfernt waren. Ich hatte Makin bei Herzog Alarich zurückgelassen. Makin verstand es, eine gemeinsame Basis zu finden und Freundschaft zu schließen. Ich ließ auch Rike zurück, denn er hätte nur über das Klettern in den Bergen geklagt, und außerdem: Wenn jemand dem wahren Berserker-Temperament der Dänen nahekam, so Rike. Auch den Roten Kent ließ ich bei den Männern des Herzogs, wegen des nordischen Bluts auf seines Vaters Seite, und weil er eine gute Axt für sich anfertigen lassen wollte.
»Dir einen guten Tag«, sagte ich, als Sindri zwischen den Kiefern auf uns zugeritten kam. Nicht einen Moment hatte ich daran gezweifelt, dass er uns folgen würde. Er erreichte uns, als die unteren Hänge und der dichte Wald hinter uns blieben.
»Ihr braucht mich«, sagte er. »Ich kenne diese Berge.«
»Wir brauchen dich tatsächlich«, bestätigte ich.
Sindri lächelte. Er nahm den Helm ab und wischte sich Schweiß von der Stirn. Nach dem schnellen Ritt atmete er schwer. »Es heißt, du hättest halb Gelleth zerstört«, sagte er und richtete einen skeptischen Blick auf mich.
»Eher ein Fünftel«, sagte ich. »Legenden übertreiben gern.«
Sindri runzelte die Stirn. »Wie alt bist du?«
Ich spürte, wie bei den Brüdern die Anspannung wuchs. Es kann lästig sein, wenn die Leute in der Nähe glauben, man würde alle umbringen, die einen falsch ansehen. »Ich bin alt genug, um mit Feuer zu spielen«, sagte ich und deutete auf den größten der vor uns liegenden Berge. »Das ist ein Vulkan. Der Rauch verrät ihn. Was ist mit dem Rest?«
»Das ist Lorgholt«, antwortete Sindri. »Drei andere haben zu meinen Lebzeiten gesprochen: Loki, Minrhir und Vallas.« Er zeigte auf die betreffenden Berge. Bei Vallas kamen dünne Rauchfäden aus dem westlichen Hang. »In den ältesten Eddas erzählen die Geschichten von Halradra, dem Vater und diesen vier Söhnen von ihm.« Sindri deutete auf den niedrigen Buckel von Halradra. »Aber er schläft schon seit Jahrhunderten.«
»Dann lass uns dorthin reiten«, sagte ich. »Ich möchte mir einen schlafenden Riesen ansehen, bevor ich mir einen wachen vornehme.«
»Dies sind keine Menschen, Jorg«, hatte mir Makin gesagt, bevor wir aufgebrochen waren. »Es sind keine Feinde. Man kann nicht gegen sie kämpfen.«
Er wusste nicht, was ich zu erreichen hoffte, indem ich durch die Landschaft zog. Ich wusste es ebenfalls nicht, aber es ist immer von Vorteil, sich gut umzusehen. Wenn ich auf meine Erfolge zurückblicke, sofern man sie so nennen kann: Ich verdanke sie oft dem Umstand, dass ich zwei unterschiedliche Fakten zusammengefügt und sie in eine Waffe verwandelt habe. Gelleth habe ich mit zwei Fakten zerstört, die übereinander gelegt etwas Gefährliches ergaben. Eine solche Sache existiert im Herzen der Erbauer-Waffen, zwei Brocken Magie, jeder für sich genommen harmlos; aber es ergibt sich eine kritische Masse, wenn man sie zusammenbringt.
Der Halradra ist nicht so groß wie seine Söhne, aber er ist trotzdem groß. Jahre haben den unteren Hängen ihre Kanten genommen. Sie bestehen zum größten Teil aus schwarzem Schotter, der unter den Hufen knirscht, und die Felsen sind von Blasen durchsetzt, sodass man sie in der Hand zerbröckeln kann. Das Feuer ist seit so langer Zeit fort, dass man es nicht mehr riecht. In dem Durcheinander aus Asche und zerbrochenen Felsen sprießt üppig der Feuerbusch, beziehungsweise das Schmalblättrige Weidenröschen, wie es in Lehrer Lundists Büchern hieß. Es wächst als erste Pflanze dort, wo Feuer gewesen ist. Selbst nach vierhundert Jahren gab es kaum etwas anderes, das im schwarzen Dreck Wurzeln schlagen wollte.
»Hast du sie gesehen?«, grollte Gorgoth neben mir. Die Tiefe seiner Stimme überraschte mich manchmal.
»Wenn du mit ›sie‹ die Berge meinst, ja. Andernfalls lautet meine Antwort nein.«
Er deutete mit einem Finger, der fast so dick war wie Gogs Unterarm. »Höhlen.«
Ich sah sie erst später: dunkle Höhlenöffnungen am steilen Hang. Sie ähnelten Gorgoths altem Zuhause unter dem Honasberg.
»Ja«, sagte ich schließlich. »Ich sehe sie.«
Wir ritten weiter. Oben wurde es steil und der Boden zu trügerisch für Pferde. Wir ließen sie bei Sim und Grumlow zurück, setzten den Weg zu Fuß fort und stapften durch eine dünne Schicht aus eisigem Schnee. Die Gipfel von Halradras Söhnen sahen wie abgebrochen aus, zerklüftet, von Gewalt geformt. Der alte Mann konnte als gewöhnlicher Berg durchgehen, denn nichts deutete auf einen Krater hin, bis man durch schneeverkrustete Rinnen aufstieg und plötzlich, von einem Augenblick zum anderen, den See erblickte.
»Zufrieden?« Sindri kletterte neben mich und setzte sich dorthin, wo der Wind den Schnee von einem Felsen geweht hatte. Es klang wie eine Klage, aber er wirkte selbst zufrieden genug.
»Ein beeindruckender Anblick, nicht wahr?«, erwiderte ich.
Gorgoth kletterte mit Gog auf seiner Schulter zu uns.
»Ich mag diesen Berg«, sagte Gog. »Er hat ein Herz.«
»Das Blau des Sees sieht seltsam aus«, sagte ich. »Ist das Wasser giftig?«
»Eis«, sagte Sindri. »Das Wasser ist Schmelzwasser von den Kraterhängen, vielleicht einen Meter tief. Der See darunter bleibt das ganze Jahr gefroren.«
»Na so was«, sagte ich und hatte zwei Fakten an den Ecken.
Wir kauerten uns in den Windschatten einiger Felsen ein Stück unter dem Kraterrand und beobachteten das seltsam blaue Wasser, während wir eine kalte Mahlzeit einnahmen, die aus Alarichs Küche stammte.
»Was für ein Herz hat der Berg, Gog?« Ich warf Hühnerknochen den Hang hinunter und leckte mir Fett von den Fingern.
Gog zögerte, schloss die Augen und dachte nach. »Alt, langsam, warm.«
»Schlägt es?«, fragte ich.
»Viermal«, sagte Gog.
»Seit wir mit dem Aufstieg begannen?«
»Seit wir den Rauch sahen, als wir von der Brücke ritten«, antwortete Gog.
»Adler«, sagte Row und deutete zum dunstigen Blau über uns empor. Er langte nach seinem Bogen.
»Hast gute Augen wie immer, Row.« Ich legte ihm die Hand auf den Arm. »Lass den Vogel fliegen.«
»Nun …« Sindri schlang die Arme um sich. Seine Zöpfe flatterten im Wind. »Was jetzt?«
»Ich würde mir gern die Höhlen ansehen«, sagte ich. Sie schienen mir plötzlich wichtig zu sein.
Wir machten uns auf den Weg nach unten, der erstaunlicherweise schwieriger war als der Aufstieg, als wollte Halradra uns bei sich behalten. Das Gestein gab bei jedem schweren Schritt nach, und Eis verhinderte, dass wir festen Halt fanden. Einmal bewahrte ich Sindri vor einem Sturz, als er ins Rutschen geriet und ich ihn am Ellenbogen festhielt.
»Danke«, sagte er.
»Alarich wäre bestimmt nicht begeistert davon, hier oben einen weiteren Sohn zu verlieren«, sagte ich.
Sindri lachte. »Ich wäre unten liegengeblieben.«
Gorgoth folgte, und seine Füße schufen bei jedem Schritt tiefe Mulden. Gog wahrte einen sicheren Abstand zu ihm, um nicht von dem Riesen zerdrückt zu werden, sollte er fallen.
Als wir Sim und Grumlow erreichten, rauchten sie gemütlich eine Pfeife und genossen den Sonnenschein.
Die Höhlen waren fast noch schwerer zu erkennen, als wir uns ihnen näherten. Schwarze Höhlen in einem schwarzen Hang, mit schwarzer Finsternis in ihnen. Ich bemerkte drei Eingänge, einer groß genug, um eine Eiche darin wachsen zu lassen.
»Etwas lebt hier«, sagte Gorgoth.
Ich hielt nach Anzeichen Ausschau, nach Knochen oder Exkrementen bei der Höhlenöffnung. »Ich sehe nichts«, sagte ich. »Wie kommst du darauf?«
Einem Gesicht wie dem von Gorgoth kann man kaum etwas entnehmen, aber es bewegten sich genug Höcker und Furchen, um einen aufmerksamen Beobachter darauf hinzuweisen, dass ihn etwas verwirrte. »Ich höre sie«, sagte er.
»Gute Ohren und gute Augen. Ich höre nichts, nur den Wind.« Ich schloss die Augen, wie Lehrer Lundist es mich gelehrt hatte, ließ den Wind wehen und öffnete mich den Geräuschen des Berges. Ich schob das Pochen meines Herzens beiseite, auch das leise Zischen meines Atems. Nichts.
»Ich höre sie«, sagte Gorgoth.
»Dann lasst uns vorsichtig sein«, sagte ich. »Zeit für einen Bogen, Bruder Row. Wie gut, dass du keinen Pfeil an den Vogel vergeudet hast.«
Wir banden unsere Pferde an und machten uns bereit. Ich nahm mein Schwert zur Hand. Sindri zog die Axt vom Rücken, eine gute Waffe mit Schneckenverzierungen auf der Klinge, direkt hinter der Schneide. Und dann näherten wir uns den Höhlen. Ich führte unsere Gruppe gegen den Wind, eine alte Angewohnheit, die uns eine halbe Stunde Umweg über den Hang kostete. Als wir noch fünfzig Meter entfernt waren, trug uns der Wind den Geruch der Bewohner entgegen, einen tierischen Gestank, schwach, aber widerlich. »Unsere Freunde halten ihren Eingang rein«, sagte ich. »Keine Löwen oder Bergkatzen. Hörst du sie noch immer, Gorgoth?«
Er nickte. »Sie reden über Essen und Kampf.«
»Verquerer und verquerer.« Ich hörte noch immer nichts.
Langsam näherten wir uns der großen Höhle, neben der sich zwei kleinere Höhlen befanden, außerdem noch mehrere Risse, breit genug, um einen Mann hindurchschlüpfen zu lassen. Als ich vor der Höhle stand, erschien es mir geradezu absurd, dass ich sie zuvor von weiter unten am Hang nicht gesehen hatte. Bis auf einen gesplitterten Knochen, der zwischen zwei Steinen steckte, deutete nichts auf Bewohner hin. Abgesehen von dem Gestank.
Gorgoth trat als erster ein. Er trug einen einfachen Streitflegel am Gürtel, bestehend aus drei dicken Ketten an einem Holzschaft, mit scharfkantigen Metallstücken daran. Eine Lederschürze verhinderte, dass ihm die Ketten beim Laufen die Beine zerfleischten. Ich hatte nie gesehen, wie er diese Waffe zur Hand nahm, und irgendwie wirkte er unbewaffnet noch erschreckender. Gog ging hinter Gorgoth, flankiert von Sindri und mir. Sim und Grumlow folgten uns. Row bildete die Nachhut und beobachtete alles argwöhnisch.
»Wir können nicht weit gehen«, sagte Row. »Zu dunkel.« Er klang nicht besorgt.
Gog hob die Hand, und Flammen sprangen von seinen Fingerspitzen. Row fluchte leise.
Ich sah zurück über den Berghang. Der Fächer aus Steinen und Dreck, der sich von der Höhlenöffnung ausbreitete, erinnerte mich an etwas. In meinem Hinterkopf krochen Gedanken, die nach einer Verbindung suchten, nach einem Zusammenhang, und nach Worten, die ihn zum Ausdruck bringen konnten.
»Wir gehen hinein«, sagte ich. »Ein kleines Stück. Ich möchte hören, was Gorgoth hört.«
Weiter hinten in der Höhle reichten mehrere Tunnel tiefer in den Berg. Der größte von ihnen führte sanft nach oben. »Wir nehmen den.«
Wir gingen los. Der Boden bestand hier ebenfalls aus Schotter, aber die Wände waren glatt, fast glitschig. Schatten bewegten sich und tanzten, als Gog Gorgoth folgte und mit seiner brennenden Hand leuchtete. Nach fünfzig Metern erreichten wir einen annähernd runden Raum, von dem aus der Tunnel weiter nach oben führte, aber fast so steil wurde wie draußen der Hang. Der flackernde Schein der Flammen gab dem Ort Erinnerungen an die Kathedrale von Shartres, und unsere Schatten strichen zu beiden Seiten über glatten Fels.
»Plato suchte eine solche Höhle auf«, sagte ich. »Und dort sah er die ganze Welt an den Wänden.«
»Wie bitte?«, fragte Sindri.
Ich schüttelte den Kopf. »Seht ihr hier?« Ich deutete auf eine Mulde in der nahen Wand. Sie sah aus, als hätte ein Riese seinen Daumen in weichen Lehm gedrückt und einen Abdruck hinterlassen.
»Was ist das?«, fragte Gog.
»Ich weiß nicht«, sagte ich. Aber es sah vertraut aus, wie ein Loch in einem Flussbett.
Ich lief durch den Raum zum steilen Tunnel und blieb im Tunnelzugang stehen. Menschen bauten derartige Tunnel ebenso wenig wie Trolle, Grendell-Leute, Kobolde oder Geister. Die Luft war fast unbewegt, aber nur fast: Ich spürte, wie sie ganz langsam an mir vorbeistrich. Kalte Luft. Sehr kalt.
»Jorg«, sagte Row.
»Ich denke nach«, erwiderte ich, ohne zurückzusehen.
»Jorg«, sagte er erneut.
Daraufhin drehte ich mich um. In dem Tunnel, durch den wir gekommen waren, standen zwei Trolle. Ich nenne sie Trolle, weil sie wie die Trolle in meiner Phantasie aussahen, nicht wie die Felsbrocken, die die Dänen in der Landschaft aufstellten. Es waren hagere, gefährliche Geschöpfe, mit dunkel gefleckter Haut und Muskeln wie Knoten in einem Seil, verteilt in langen Gliedern, die in schwarzen Klauen endeten. Sie standen geduckt, weshalb ihre Größe kaum zu beurteilen war, aber ich schätzte sie auf gut zweieinhalb Meter. Sie bewegten sich schnell und zielstrebig und blieben dabei dicht an den steinernen Wänden.
»Warte mit dem Pfeil«, sagte ich zu Row. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sich solche Geschöpfe von einem Pfeil aufhalten ließen, es sei denn, er bohrte sich in den Hals oder ins Auge.
Ich hätte sie Ungeheuer genannt, Leucrota, Absonderlichkeiten wie Gorgoth, aber es waren zwei. Ein Paar ist kein Zufall, sondern spricht von einem Plan.
»Hallo«, sagte ich. Es klang dumm, eine dünne Stimme in dem großen Raum, aber mir fiel nichts anderes ein, und auf einen Kampf legte ich es nicht an. Der einzige Trost bestand darin, dass die Blicke der beiden schwarzen Augenpaare nicht mir galten, sondern Gorgoth.
»Kannst du sie nicht hören?«, fragte Gorgoth.
»Nein«, sagte ich.
Der linke Troll sprang vor, einfach so, ohne ein warnendes Knurren. Er warf sich Gorgoth entgegen und schlug nach seinem Gesicht. Gorgoth packte den Troll an den Handgelenken und hielt ihn fest. Beide Ungeheuer standen da, blockierten sich gegenseitig, beugten sich vor, spannten die Muskeln und zitterten. Der Troll begann zu keuchen. Gorgoth grollte. Seit dem Aufhalten des Tors der Spukburg hatte ich nicht mehr gesehen, wie er sich anstrengte. Sei es Fässer abladen oder Felsen aus dem Weg räumen, nichts brachte Gorgoth zum Schwitzen.
Row hob erneut seinen Bogen, und auch diesmal legte ich ihm die Hand auf den Arm. »Warte.«
Sie hielten sich gegenseitig, rangen mit aller Kraft gegeneinander. Gelegentlich bewegte sich kurz ein Fuß. Die Krallen des Trolls kratzten über Felsgestein und hinterließen tiefe Rillen darin. Gorgoths Zehen waren gespreizt, stützten ihn ab. Muskeln gegen Muskeln, Knochen knarrten, Speichel tanzte auf den Lippen, als beide Kontrahenten schwer atmeten. Die Sekunden dehnten sich, bis es Minuten zu sein schienen. Ich spürte, wie sich mir die eigenen Fingernägel in den Handballen bohrten, und die Knöchel am Schwertgriff traten weiß hervor. Gleich musste etwas, jemand nachgeben. Plötzlich fiel der Troll, und nach einem Moment der Stille brüllte Gorgoth, so laut, dass es mir in der Brust schmerzte und Rows Nase blutete.
Gorgoth holte tief Luft. »Sie werden dienen«, sagte er.
»Was?«, erwiderte ich. »Warum?«
Der Troll auf dem Boden rollte herum, stand auf und wich zu seinem Artgenossen zurück.
»Es sind Soldaten«, sagte Gorgoth. »Sie wollen dienen. Dafür wurden sie geschaffen.«
»Geschaffen?«, fragte ich und behielt die Trolle im Auge, zur Verteidigung bereit.
»Es steht in ihrer Denas geschrieben«, erklärte Gorgoth.
»Wer hat es dort geschrieben? Ferrakind?«
»Vor langer Zeit«, sagte Gorgoth. »Sie sind ein Volk. Ich weiß nicht, wann sie verändert wurden.«
»Die Erbauer haben sie gemacht?«, fragte ich.
»Vielleicht zu ihrer Zeit, vielleicht danach.« Gorgoth zuckte die breiten Schultern.
»Es sind Grendells Kinder«, sagte Sindri. Er sprach wie in einem Traum. »In Ragnaröks Asche für den Krieg geschaffen. Sie warten hier auf den letzten Kampf.«
»Wissen sie nicht, was diese Tunnel geschaffen hat?«, fragte ich. »Und wohin sie führen?«
Gorgoth zögerte. »Sie wissen, wie man kämpft«, sagte er.
»Das ist gut genug.« Ich lächelte. »Du sprichst in deinem Kopf mit ihnen, nicht wahr?«
Gorgoth schaffte es erneut, überrascht zu wirken. »Ja«, sagte er. »Ich glaube, das tue ich.«
»Was jetzt?« Sindris Blick wanderte zwischen den beiden Trollen hin und her, während er mit den Fingern über die Schneide seiner Axt strich.
»Wir kehren zurück.« Ich musste nachdenken, und das ging besser unter dem Dach eines Herzogs als am windigen Hang eines Vulkans oder in einer stinkenden Höhle.
»Gorgoth, sag den Trollen, dass wir zurückkehren und sie unseren Besuch für sich behalten sollen.« Ich musterte die beiden Gestalten noch einmal und fragte mich, was sie auf einem Schlachtfeld anrichten konnten. Wahrscheinlich ziemlich viel.
»Gehen wir«, sagte ich. Mal sehen, ob sich nach diesem Klettern dein Blickwinkel verändert hat.